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Emil Steinberger: «Pensionierten ist’s oft unglaublich langweilig»

Er ist 85 und so schwungvoll wie eh und je: An der Messe «Zukunft Alter» spricht Kabarettist Emil Steinberger gemeinsam mit seiner Frau Niccel darüber, wie er sich ohne Sport fit hält. Wer glaubt, dass das Lachen etwas damit zu tun hat, liegt goldrichtig.
Simon Mathis

«Das Problem mit dem Alter wird nicht kleiner: Es sterben zwar viele Alte, aber es wachsen immer neue nach.» Mit diesem Zitat aus Kindermund eröffneten der Luzerner Kabarettist Emil Steinberger (85) und seine Frau Niccel (53) ein Gespräch unter dem Motto «Lachen kennt kein Alter».

Das komödiantische Ehepaar fand sich am Freitag auf der Allmend ein, um der Messe «Zukunft Alter» beizuwohnen. Dort betreiben sie noch bis am Sonntag einen Stand, wo sich Besucher persönlich mit Emil unterhalten können. Seine Ehefrau Niccel, die Lachseminare betreibt, ist ebenfalls vor Ort.

Es ist denn auch kein Wunder, dass die beiden in ihrem Podiumsgespräch die heilende Kraft des Humors betonten. Dies geschah nicht in einem trockenen Vortrag, sondern in einem offenen Dialog – zwischen anekdotisch, blödelnd und zerstreut. Hin und wieder schlichen sich auch ernstere Töne ins Gespräch.

Emil selbst sagt, er habe sich nie bewusst mit dem Alter beschäftigt:

«Zwischen 40 und 50 musste ich oft ausrechnen, wie alt ich nun eigentlich war. Und als ich dann plötzlich über 80 war, kam das wie eine Überraschung für mich. Da dachte ich mir: Was? Kann das wahr sein?»

120 Aufführungen mit 86

Dass Emil im Januar 86 wird, ist tatsächlich erstaunlich – seine positive Energie war bis in die hintersten Reihen des sich drängenden Publikums spürbar. Zurzeit arbeitet er an einem neuen Bühnenprogramm, das im April Premiere feiern soll. 120 Aufführungen stehen an, eine sportliche Vorgabe.

Emil und Niccel Steinberger tauschen Anekdoten und Tipps zum Alter aus. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 30. November 2018))

Emil und Niccel Steinberger tauschen Anekdoten und Tipps zum Alter aus. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 30. November 2018))

Oft werde Emil gefragt, wie er in seinem Alter noch so aktiv sein könne. «Ich mache keinen Sport, aber das Lachen ist mein Leben. Und Lachen ist Jogging an Ort und Stelle: Das Zwerchfell schüttelt die Organe durch, es gibt eine Sauerstoffdusche.»

Aber einfach Lachen ist gerade für ältere Menschen nicht immer so einfach – oder? «Es gibt Leute, die meinen, sie können nicht mehr lachen»,

«Es gibt Leute, die meinen, sie können nicht mehr lachen. »

sagte Niccel Steinberger. «Aber ich konnte sie bisher allesamt vom Gegenteil überzeugen.»

Wichtig sei vor allem, im Leben aktiv zu bleiben. Allzu häufig gehe es bergab, sobald man pensioniert sei, meint Emil. «Pensionierten ist’s oft unglaublich langweilig», sagt er augenzwinkernd. Dabei sei das Leben alles andere als langweilig: Am Morgen käme die Post, vielleicht liege im Briefkasten eine Zeitung, die man dann lesen könne. «Und dann ist schon der halbe Tag vorbei!», so Emil.

Handfeste Ratschläge blieben während des Gesprächs grösstenteils aus. Einen Seitenhieb auf Seniorenkurse und -Ratgeber liess sich Emil indes nicht nehmen. Er habe sich kürzlich ein Buch gekauft mit dem Titel: «Cannabis-Anbau im Alter». Das Weihnachtsgeschenk für seine Frau sei ebenfalls ein Buch: «Schützenpanzerfahren für Rentnerinnen.»

Sie machen Witze auf der Bühne. Emil und Niccel Steinberger. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 30. November 2018))

Sie machen Witze auf der Bühne. Emil und Niccel Steinberger. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 30. November 2018))

Das «doppelte Denken» gehört abgestellt

Einen Rat gab es dann doch: Niccel Steinberger erzählte, wie sie ihren Seminarteilnehmern bei der Schamüberwindung helfe. Dabei gehe es darum, in der Öffentlichkeit etwas zu machen, das man selbst als peinlich empfinde. «Wir verzichten auf so vieles im Leben, einfach weil wir für andere mitdenken», so Niccel. «Das hemmt uns.»

Dabei sei vieles gar nicht so lächerlich, wie man glaube – und löse auch nicht die Reaktion aus, die man befürchte. «Dieses doppelte Denken müssen wir abstellen.» Emils Lach-Ratschlag fiel kürzer aus: Bevor man das Telefon abnehme, soll man «Whisky!» rufen. Das mache die Stimme angenehmer und den Gesichtsausdruck heiterer.

Wer ist wer? Niccel und Emil Steinberger. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 30. November 2018))

Wer ist wer? Niccel und Emil Steinberger. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 30. November 2018))

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