Emil Steinberger wird 80

Der Luzerner Kabarettist Emil Steinberger feiert am 6. Januar 2013 seinen 80. Geburtstag. Zum Jubiläum will er bewusst keine Riesensause. Dafür lässt er die bekannte Bühnen-Figur «Emil», den Bünzli von nebenan, fürs Fernsehpublikum nochmals aufleben.

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8. Januar 2011: Emil Steinberger bekommt den Liftetime-Award für sein Lebenswerk an der Swiss-Award Preisverleihung in Zürich. Neben ihm steht Moderatorin Sandra Studer. (Bild: Keystone)

8. Januar 2011: Emil Steinberger bekommt den Liftetime-Award für sein Lebenswerk an der Swiss-Award Preisverleihung in Zürich. Neben ihm steht Moderatorin Sandra Studer. (Bild: Keystone)

Auf die Frage, wer er denn sei, sagte er im TV-Interview mit Roger Schawinski: «Ich bin der Emil. Und der Steinberger.» Zwar schob er nach: «Unweigerlich bin ich von beidem etwas.» Doch irgendwie gelingt es Steinberger auch heute noch nicht, die Rolle des «Emil» in der Öffentlichkeit abzulegen.

Zugfahrt mit Wassener Kirchlein. (Bild: Archiv Neue LZ)
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Premiere von Emils zweitem Programm. (Bild: Archiv Neue LZ)
Emil sitzt in seinem Hotelzimmer auf Rigi Kaltbad hinter einer Schreibmaschine. (Bild: Keystone)
Potrait des Komikers vom 20. September 1971 in Luzern. (Bild: Keystone)
Humoristische Einlage von Emil bei der offiziellen Eröffnungsfeier des Sonnenbergtunnels im Oktober 1976. (Bild: Archiv Neue LZ)
Bild: Archiv Neue LZ
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Emil am Matterhorn. (Bild: Archiv Neue LZ)
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Emil im Einmannkabarett «Emil und die 40 Räuber». (Bild: Archiv Neue LZ)
Emil während eines Auftrittes am 1. Februar 1972 als Amateurfotograph bei seiner Produktion «E wie Emil». (Bild: Keystone)
Emil Steinberger (mitte), Walo Lüönd (links) und Rolf Lyssy (rechts) besprechen am 17. Juni 1978 während den Dreharbeiten zu dem Film «Die Schweizermacher» in Zürich eine Filmszene. (Bild: Keystone)
Filmszene von «Die Schweizermacher» vom 17. Juni 1978 in Zürich. (Bild: Keystone)
Emil im März 1977 während eines Auftrittes im Circus Knie. (Bild: Keystone)
Emil an der Saisoneröffnungsvorstellung des Circus Knie in Rapperswil vom 12. März 1977. (Bild: Keystone)
Walo Lüönd (links), Beatrice Kessler (mitte) und Emil (rechts) mit ihren «Schweizer Pässen» am 16. Oktober 1979 in der Münchner Fussgängerzone. (Bild: Keystone)
Mit «Kniemil» ist Emil die ganze Saison mit dem Schweizer Nationalzirkus Knie unterwegs - die Aufnahme datiert vom März 1977. (Bild: Keystone)
Das Circus-Knie-Fussballteam spielt am 15. Mai 1977 in Zürich gegen die Zürcher Sportjournalisten. (Bild: Keystone)
16. April 1977 in Zürich: Emil reicht den Cascardeuren einen Bierkrug aus dem Fenster. Diese Darbietung dient zur Ankündigung des bevorstehenden Knie-Gastspiels in Zürich. (Bild: Keystone)
Emil steht am 14. Dezember 1980 für sein letztes Kabarett-Programm in Luzern auf der Bühne. (Bild: Keystone)
Emil als Tierpfleger an der grossen Circus Knie Jubiläums-Gala in Zürich am 13. Mai 2003. (Bild: Keystone)
Emil enthüllt den «walk of fame» am 13. September 2003 vor dem Kleintheater Luzern. (Bild: Archiv Alexandra Wey/Neue LZ)
Emil Steinberger am 3. Juni 2006 vor der Luzerner Brassband Bürgermusik im KKL in Luzern. (Bild: Archiv Fabienne Arnet/Neue Lz)
Emil erhält den Lifetime-Award für sein Lebenswerk an der SwissAward Preisverleihung. Links von ihm steht Moderatorin Sandra Studer. (Bild: Keystone)
Emil bei seinem Auftritt im Kleintheater Luzern vom 31. Mai 2005. (Bild: Keystone)
Emil an seinem 75. Geburtstag in Montreux. (Bild: Keystone)
27. September 2011: Das Kleintheater Archiv wird in Anwesenheit von Emil an das Stadtarchiv übergeben. (Bild: Archiv Neue LZ)
Emil eröffnet mit seinem Programm «Drei Engel» das 19. Aroser Humorfestival am 23. August 2011. (Bild: Keystone)
Emil auf der Terrasse seiner Wohnung in Territet, Kanton Waadt. (Bild: Keystone)
Aufnahme von Emil vom 29. Dezember 2012. (Bild: Keystone)

Zugfahrt mit Wassener Kirchlein. (Bild: Archiv Neue LZ)

«Emil» war immer lustig, niemals bösartig, und «Emil» war eben: stets an seiner Seite. Geboren wurde Emil Steinberger am 6. Januar 1933 in Luzern. Schon als Kind sei in seiner Familie viel gelacht worden, schreibt er auf seiner Homepage.

Auch in der Schule war er der Pausenclown. Manche Lehrer lachten mit ihm. Manche bestraften seine komischen Einlagen mit Nachsitzen.

Postbeamter und Grafiker

«Dann kam der verrückte Entscheid Postbeamter zu werden», schreibt er über seine Berufswahl. Nach neun Jahren am Postschalter besuchte die Schule für Gestaltung in Luzern. Danach eröffnete er sein eigenes Grafikatelier. Seine Vorliebe für die Bühne entwickelte sich während der Postzeit.

Steinberger spielte in einer Theatergruppe, später in Amateur-Cabarets-Ensembles. Als diese sich auflösten, entschied er für ein Soloprogramm. 1964 startete er mit «Emil und die 40 Räuber.» Steinberger eröffnete 1967 mit seiner ersten Frau Maya das Luzerner Kleintheater.

Den wirklichen Durchbruch schaffte er 1970 mit «Geschichten, die das Leben schreib» und «E wie Emil». Mit Franz Hohler drehte Steinberger 1972 «Emil auf der Post». 1978 erschien der Film «Die Schweizermacher». Weitere Filmprojekte folgten, auch wenn er sich bei der Filmarbeit nie so richtig wohl gefühlt hatte. Einzige Ausnahme: «Die Schweizermacher». Dort habe er «sich selbst» spielen können, sagte er.

Bühnen-Comeback 1999

«Emil» in Deutschland. «Emil» im Zirkus Knie. «Emil» am Radio. «Emil» am Fernsehen: Der Kabarettist erntete Lacher, wo immer er auftrat. Er wurde aber auch müde. Nach fast 30 Jahren Non-Stop-Bühnenprogramm beendete er 1987 seine Karriere im Theater von Mézière (VD).

Niemand wusste, dass dies seine letzte Vorstellung war. Es gab keine Abschiedstournee, keine Tränen. Er hörte einfach auf. Er war gerade mal 54 Jahre alt. Steinberger erhielt zahlreiche Preise: 1986 den Karl Valentin- Orden in München; 1988 den Hans-Reinhardt-Ring, die höchste Schweizer Theater-Auszeichnung; 1996 die Ehrennadel der Stadt Luzern; 2003 die Ehrenrose der Rose d'Or von Montreux.

1993, Steinberger wurde 60, da wollte er sich ein Jahr «der vollen Freiheit» gönnen. Doch er kam nicht zur gewünschten Ruh, floh nach New York und blieb sechs Jahre dort. Im «Big Apple» traf er auf Niccel Kristuf, die er 1999 in New York heiratete. Mit ihr zog er bald darauf zurück in die Schweiz an den Genfersee. Im Jahr seiner zweiten Hochzeit gab Emil Steinberger sein Bühnen-Comeback. Es begann mit einer Lesung, die immer mehr zu einem neuen Bühnenprogramm wuchs.

«Emil» nochmals im TV

Mit 80 Jahren nun steht Steinberger noch immer - immer wieder - auf der Bühne. Unter anderem mit dem Programm «Drei Engel!». Am Tag vor seinem runden Geburtstag wird er unter dem Motto «Was wäre, wenn Emil ... geworden wäre?» für TV-Publikum in neue Rollen schlüpfen.

Es war Steinbergers klarer Wunsch, keine grosse Geburtstagsgala zu veranstalten. «Im Januar, im Januar, ist alles steif und starr», sang Emil in seiner bekannten Bauernregeln-Nummer. Im Januar wird Emil Steinberger seinen 80. Geburtstag feiern; eine Riesensause mag es nicht geben - aber wohl ein fröhliches, lockeres Fest.

sda

HINWEIS
SRF 1 ehrt mit einer exklusiven Samstagabend-Sendung, am 5. Januar 20.10 Uhr, den Luzerner Komiker einen Tag vor seinem 80. Geburtstag. «Emil lacht» ist eine Sendung mit unvergesslichen Sketchen, Filmen, vielen Gästen und Überraschungen. Zu Emils Gästen gehören u. a. Franz Hohler, Viktor Giacobbo, Mike Müller. Die Sendung bietet zwei Stunden lang 100 Prozent Emil, gezeigt werden auch neugedrehte Sketche.