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Luzerner Theater: Emil Steinberger vermischt auf der Bühne Altbekanntes mit Neuem

Mit seinem Programm «Alles Emil, oder?!» feierte Emil Steinberger am Samstag im Luzerner Theater Premiere.
Sabina South
Auch mit 85 Jahren eine bestechende Bühnenpräsenz: Emil Steinberger im Luzerner Theater. (Bild: Roger Grütter, Luzern, 9. November 2019)

Auch mit 85 Jahren eine bestechende Bühnenpräsenz: Emil Steinberger im Luzerner Theater. (Bild: Roger Grütter, Luzern, 9. November 2019)

«Ja, bist du noch Generation Emil?», fragt ein gut 60-Jähriger im Foyer des Luzerner Theaters. «Klar, volle Kanne», gibt der junge Mann mit Hypster-Bart zurück. Emil Steinberger scheint zeitlos, auch nach 50 Jahren Kabarett. Die Frage seines gleichnamigen Programms «Alles Emil, oder?!» blieb auch am Samstagabend rein rhetorisch. Zur Premiere seiner zweistündigen Show mutierte der vollbesetzte Saal zu einem Konglomerat der Generationen. Von Kindern bis Rentner waren alle vertreten.

Kaum lugte das unverkennbare Gesicht des 85-Jährigen aus dem dunkelroten Vorhang hervor, brach das Publikum auch schon in Gelächter aus. Emil gelingt es auch mit schneeweissem Haar die mannigfache Mimik des übelgelaunten Beamten, jovialen Angebers oder leichtverwirrten Kioskbesitzers zum Besten zu geben. Seine bestechende Bühnenpräsenz kennt kein Alter.

Rennfahrer Hugi fährt ein Elektroauto

Wie in seinem letzten Programm, «Emil – no einisch!» vermischte der in Basel lebende «Ehren Rüüdige» Luzerner altbekannte Nummern mit Neuen. Er erweiterte, kürzte und passte frühere Nummern der modernen Technologie an. Beispielsweise strebte Velo-Rennfahrer Hugi am Samstagabend nach höheren Gefilden und versuchte, mit einem Elektroauto um die Wette zu fahren.

Die Verkörperung seiner Figuren-Klassiker liessen das Publikum immer wieder in hysterisches Gelächter ausbrechen. Mal füllt Emil gewissenhaft seine Steuererklärung aus, dann verheddert er sich als schlafsuchender Mann immer wieder in seiner eigener Bettdecke und wirft als Vater des 14-jährigen Hardy, der die Familienwohnung zur Töffliwerkstatt umfunktioniert, bis die Eltern im Keller übernachten müssen, Erziehungsfragen auf.

Beobachter des Kleinbürgertums

Emil überzeugt nicht nur als der ikonische Schweizer Biedermann. Er hat eine genaue Beobachtungsgabe, die dem Mikrokosmos des Kleinbürgers auf die Schliche kommt.

Immer wieder wird es bei Emil auch politisch. In einem Traum befindet er sich im Bundeshaus und beobachtet, wie Toni Brunner dem «Grind von Trömp» über die Haare streicht, während Blocher auf dem Boden «herumblocht», um nach fehlenden Wahlzetteln zu suchen.

Auch bezieht Emil das Publikum regelmässig ein. Zum Encore darf ein Zuschauer nach dem Zufallsprinzip einen von Emils 300 Improvisationssketches auswählen. Schliesslich wird Emil Steinberger als Programmzugabe zum Bienenzüchter und erntet damit zwar keinen Honig aber eine Standing Ovations.

Hinweis: Das neue Programm «Alles Emil, oder?!» ist noch an folgenden Orten zu sehen: Burgdorf (11./12. November), Sursee (16./17. November, ausverkauft), Cham (18./19. November), Zürich und Basel (Frühling 2020). Mehr Informationen sind zu finden auf www.emil.ch

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