EMMEN: 1100 Helfer krampfen fürs Fest

Die Arbeiten für das Schwing- und Älplerfest laufen auf Hochtouren. Möglich machen das Fest die ehrenamtlichen Helfer.

Yves Portmann
Drucken
Teilen
Peter Jurt vom Zivilschutz beim Aufbau der Arenatribüne auf dem Emmer Militärflugplatz. (Bild: Yves Portmann)

Peter Jurt vom Zivilschutz beim Aufbau der Arenatribüne auf dem Emmer Militärflugplatz. (Bild: Yves Portmann)

Es herrscht viel Betrieb auf dem Militärflugplatz Emmen – obwohl kein einziges Flugzeug weit und breit zu sehen ist. Der Grund dafür ist schnell gefunden: Vom 5. bis 7. Juli findet auf dem Flugplatzareal das Innerschweizerische Schwing- und Älplerfest statt. Dafür sind seit Montag die baulichen Vorarbeiten in vollem Gang: Stromleitungen werden verlegt, Wasseranschlüsse installiert und Tausende Eisenstangen zusammengesteckt. Am Westende des Areals, zwischen Kolben- und Rüeggisingerstrasse, entsteht das Herzstück des Festes: eine Arena mit vier Tribünen für insgesamt 10 600 Besucher.

57 Vereine sind dabei

Damit ein Grossanlass dieser Grösse überhaupt stattfinden kann, ist die Arbeit von ehrenamtlichen Helfern unabdingbar. Conny Frey aus Emmen ist die – ehrenamtliche – Personalchefin des Festes und freut sich auf die Unterstützung der helfenden Vereine und Privatpersonen. «57 Vereine aus Emmen und der Agglomerationen unterstützen uns und stellen Arbeitskräfte. Insgesamt sind 1100 Helfer für die Arbeiten eingeteilt. Pro Helferstunde zahlen wir fünf Franken in die Vereinskasse», sagt Frey. Damit der Überblick nicht verloren geht, helfen Computerprogramme und die Erfahrung. «Ich war am kantonalen Musiktag 2009 in Emmen bereits Personalchefin und konnte wertvolle Erfahrungen sammeln», sagt Frey.

Einziger Wermutstropfen aus der Sicht der Personalchefin ist das Datum des Anlasses: «Das Fest findet am Wochenende der beginnenden Schulferien statt. Jugendvereine wie die Pfadi können nicht mithelfen, da sie im Sommerlager sind.» Wegen unfallbedingten Ausfällen ist Frey noch auf der Suche nach Helfern.

Rüstige Rentner packen zu

Zu den Helfern der ersten Stunde gehört Hansruedi Salzmann. Der 69-jährige Emmer betreut das Informationsbüro und ist unter anderem für die Ausleihe von Funkgeräten und Schlüsseln zuständig. Inklusive An- und Abbau dauern die Arbeiten für das Schwing- und Älplerfest drei Wochen. «Ich bin fast täglich im Einsatz. Als Rentner habe ich ja auch Zeit und engagiere mich gerne», sagt der ehemalige Leiter des Betagtenzentrums Herdschwand.

Bereits in Betrieb ist eine Festwirtschaft. Alois Sidler ist Mitglied des Schwingklubs Luzern und Umgebung und führt das Beizli. «Das Schönste ist, dass alle das gleiche Ziel vor Augen haben. Der positive Geist ist das Herzstück», sagt der 70-jährige Krienser.

Neben den Helfern ist auch der Zivilschutz mit 25 Mann im Einsatz. Zusammen mit seinen Unterstellten ist Peter Jurt, stellvertretender Kommandant des Zivilschutzes Emme, mit dem Aufbau der Arenatribünen beschäftigt. Um die 30 Lastwagen mit Anhänger schaffen gegen 500 Tonnen Material für Tribüne und Sitzplätze an. «Es ist schön, wenn man sieht, was man errichtet», so Jurt.

8000 Bratwürste bestellt

Die Vorfreude ist auch bei OK-Präsident und Emmer Gemeindepräsident Rolf Born spürbar. «Jahrelang hat man Sitzungen und arbeitet mit irgendwelchen Dokumenten. Jetzt werden diese Dinge in die Realität umgesetzt und werden endlich fassbar.» Für das Image als Sportstadt sei der Anlass extrem prestigeträchtig. «In der Bevölkerung nehme ich eine gespannte und positive Stimmung wahr», so Born. Die Nachfrage ist entsprechend gross – einzelne Kategorien sind bereits ausverkauft. Born rechnet allein für das Schwingen am Sonntag mit bis zu 15 000 Besuchern. Und die Besucher wollen entsprechend verpflegt werden. So seien 70 000 Getränke, 800 Kilogramm Fleisch, 3500 Sandwiches und 8000 Bratwürste bestellt worden. Das Budget des Anlasses beträgt rund eine Million Franken.

Hinweis

Das Zentralschweizer Fernsehen Tele 1 überträgt das Schwingfest am Sonntag, 7. Juli, live. Weitere Informationen unter www.isv2013.ch