EMMEN: 39 Rekruten liegen mit Durchfall flach

Rekruten der Flab-Rekrutenschule sind an Brechdurchfall erkrankt. Sie werden in der Krankenabteilung auf dem Waffenplatz Emmen derzeit isoliert.

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Rekruten der Flab-RS auf dem Waffenplatz in Emmen im Einsatz. (Archivbild Boris Bürgisser / Neue LZ)

Rekruten der Flab-RS auf dem Waffenplatz in Emmen im Einsatz. (Archivbild Boris Bürgisser / Neue LZ)

Auf dem Waffenplatz Emmen sind 39 Rekruten der Flab-Rekrutenschule 90-1 an Brechdurchfall erkrankt. Schuld sind vermutlich Rotaviren, wie das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am Dienstag mitteilt.

Sie sind in der Krankenabteilung auf dem Waffenplatz Emmen isoliert. Die betroffenen Rekruten, die sich zu Fliegerabwehrsoldaten ausbilden lassen, werden medizinisch betreut und regelmässig kontrolliert.

Bei einem normalen Verlauf ist davon auszugehen, dass die Betroffenen in wenigen Tagen wieder gesund sind. Zehn Rekruten werden die Krankenabteilung bereits am Dienstag wieder verlassen können.

Einige der betroffenen Rekruten berichten laut VBS von leichten Magendarmproblemen, welche am Freitagabend begannen und sich über das Wochenende verschlechterten. Andere hatten erst Symptome, nachdem sie am Wochenende im zivilen Umfeld mit erkrankten Personen in Kontakt waren. Beim Einrücken am Sonntagabend zeigten sich noch keine eindeutigen Symptome.

Am (gestrigen) Montag breitete sich die Krankheit dann auf 39 Rekruten aus. Schwere Erkrankungen sind jedoch keine zu verzeichnen. Die Resultate der Laboruntersuchungen zur Klärung der Diagnose stehen noch aus.

rem

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Rotaviren

1. Wie steckt man sich mit Rotaviren an?

Rotaviren werden von Erkrankten in grosser Zahl mit dem Stuhl ausgeschieden. Die Übertragung auf Gesunde erfolgt in erster Linie durch fakäle Verunreinigungen, die über ungewaschene Hände in den Mund gelangen.

2. Wie läuft eine Rotaviruserkrankung ab?

Die Erkrankung beginnt typischerweise mit Fieber und Erbrechen, gefolgt von starken wässrigen Durchfällen. Nach etwa einer Woche ist die Krankheit überstanden. Starke durchfallbedingte Flüssigkeitsverluste können eine Spitaleinweisung erforderlich machen. Langzeitkomplikationen und Todesfälle sind in der Schweiz nicht zu verzeichnen.

3. Wie wird eine Rotaviruserkrankung behandelt?

Eine Rotaviruserkrankung lässt sich durch oralen oder intravenösen Ausgleich der Flüssigkeitsverluste gut behandeln.

4. Wie unterscheiden sich Rotavirusinfektionen von anderen Durchfallerkrankungen?

Rotaviren sind weltweit die häufigste Ursache hospitalisierungspflichtiger Durchfälle bei Kindern. Praktisch jedes Kind infiziert sich erstmals im Laufe seiner ersten zwei bis drei Lebensjahre. Erneute Ansteckung mit Rotaviren führt zu milderen, bei Erwachsenen meist asymptomatischen Verläufen.

5. Wie viele Rotaviruserkrankungen gibt es jedes Jahr in der Schweiz?

Bei Kindern unter 5 Jahren kommt es jährlich zu etwa 6000 Erkrankungen mit Arztbesuch, 600 Spitaleinweisungen nach ausserhalb des Spitals erworbener Infektion und 400 im Spital erworbenen Infektionen.

6. Wieso wurden Impfstoffe gegen eine so vergleichsweise harmlose Durchfallerkrankung entwickelt?

Rotaviruserkrankungen verlaufen in der Schweiz in aller Regel unkompliziert und kosten keine Menschenleben. In Entwicklungsländern ohne ausreichende Ernährung und medizinische Infrastruktur sterben jedes Jahr mehrere 100'000 Kleinkinder an rotavirusbedingten Durchfällen. Sie sind es, die in erster Linie von diesen Impfstoffen profitieren.

Quelle: Bundesamt für Gesundheit