EMMEN: Armee soll Pläne offenlegen

Welche Auswirkungen die geplante Schliessung des Militärflugplatzes Sitten auf Emmen hat, ist unklar. Nun verlangt der Schutzverband Antworten.

Olivia Steiner
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Die Kunstflugstaffel Patrouille Suisse ist seit 1994 auf dem Militärflugplatz Emmen stationiert. (Archivbild Pius Amrein)

Die Kunstflugstaffel Patrouille Suisse ist seit 1994 auf dem Militärflugplatz Emmen stationiert. (Archivbild Pius Amrein)

«Es geht nicht an, dass das VBS ein Konzept absegnen lässt, dessen Auswirkungen auch nicht im Ansatz bekannt gemacht werden.» Das schreibt Luzius Hafen, Präsident des Schutzverbandes der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen (SFE), im Rahmen der Vernehmlassung zum neuen Stationierungskonzept der Schweizer Armee. Gestern hat der Verband seine Stellungnahme dazu veröffentlicht. Auf Basis dieser Antwort und der Eingaben der betroffenen Gemeinden wird der Kanton Luzern bis Ende Januar seine Vernehmlassungsantwort zuhanden des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) ausarbeiten. Das Konzept wurde Ende November vorgestellt und sieht unter anderem die Schliessung des Militärflugplatzes Sitten vor. In Kraft treten soll es 2017 (Ausgaben vom 27. November und 11. Dezember).

Der Schutzverband sorgt sich, dass in Emmen die Fluglärmbelastung zunehmen könnte. Denn theoretisch müssen die 3850 Jet-Bewegungen, die 2012 in Sitten durchgeführt wurden, künftig auf die verbleibenden Flugplätze Emmen, Payerne und Meiringen umverteilt werden. Dazu hat sich das VBS jedoch noch nicht geäussert. Die Armee plane von Jahr zu Jahr, eine Prognose sei verfrüht. Hinzu kommt, dass künftig auch Gripen-Kampfjets in Emmen stationiert werden könnten. Diese sind wesentlich lauter als die heutigen Tiger, die ausgemustert werden sollen.

Schutzverband lehnt Schliessung ab

Luzius Hafen ist überzeugt: «Es gibt mit Sicherheit Pläne, wie die Kampfjetbewegungen auf die drei verbleibenden Flugplätze verteilt werden.» Diese sollen offengelegt werden. Die Vernehmlassungsunterlagen seien «so dürftig, dass man meinen könnte, die Vernehmlassung interessiere nicht wirklich oder spiele keine Rolle mehr, weil alle Entscheide schon gefallen sind». Konkret soll das VBS offenlegen, wie hoch die zu erwartende Anzahl der Kampfjetbewegungen in Emmen in Folge der Schliessung des Flugplatzes Sitten ist und mit welchen Jet-Typen diese Flüge durchgeführt werden sollen. Weiter will der Schutzverband wissen, ob und mit welchem Jet der Betrieb der Patrouille Suisse auf dem Flugplatz Emmen weitergeführt wird. Zudem soll geklärt werden, wie viele Arbeitsplätze durch die Stationierung einer Gripen-Staffel zusätzlich geschaffen würden. Aktuell beschert der Flugplatz Emmen rund 1000 Arbeitsplätze.

Hafens Fazit: «Eine Stellungnahme zum Stationierungskonzept ist nicht möglich, wenn die Auswirkungen der Massnahmen nicht bekannt sind.» Bis die entsprechenden Antworten auf dem Tisch sind, lehnt der Schutzverband die Schliessung des Flugplatzes Sitten ab.

Rolf Born, Gemeindepräsident von Emmen, kann sich zur Stellungnahme der Gemeinde Emmen noch nicht äussern. Dies, weil der Gemeinderat diese erst an seiner heutigen Sitzung absegnet. In der Vergangenheit hat die Gemeinde jeweils betont, den Ansprüchen der Bevölkerung wie auch der Wirtschaft gerecht werden zu wollen.

Auch Kanton will Zahlen kennen

In der Antwort auf einen Vorstoss aus dem Kantonsrat wie auch auf Nachfrage gestern hat auch der Luzerner Regierungsrat festgehalten, dass die Anzahl Flugbewegungen und die Lärmbelastung nicht steigen dürfen. «Im Rahmen der Vernehmlassung werden wir Klärung in Bezug auf den Typ des Flugzeuges und die Anzahl der jeweiligen Flugbewegungen fordern», heisst es in der Antwort weiter.

Genau wie der Schutzverband fordert auch der Kanton, dass der Bund die Planzahlen bekannt gibt, wie Yvonne Schärli anlässlich der Beantwortung des Vorstosses im Kantonsrat deutlich ­machte.