EMMEN: Autobahnrampe bleibt in Betrieb

Die Sperrung der Einfahrt Grüeblischachen hat nichts gebracht. Deshalb bleibt sie jetzt offen – zur Freude des Gemeinderats.

Olivia Steiner
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Über die Rampe Grüeblischachen gelangen Autofahrer auf die Autobahn Richtung Luzern. (Bild: Neue LZ)

Über die Rampe Grüeblischachen gelangen Autofahrer auf die Autobahn Richtung Luzern. (Bild: Neue LZ)

«Der Verkehrsfluss auf der A 14 wird durch die Rampe Grüeblischachen nur geringfügig beeinflusst. Während der temporären Sperrung der Rampe konnten keine deutlichen Verbesserungen im Verkehrsablauf festgestellt werden.» Das sagt Esther Widmer, Mediensprecherin des Bundesamtes für Strassen (Astra) zu den Resultaten des Verkehrsmonitorings vom November.

Zur Erinnerung: Ende November hatte das Astra die Rampe Grüeblischachen, die Autofahrer von der Einfahrt Emmen Süd her auf die A 14 Richtung Luzern/Sonnenbergtunnel führt (siehe Grafik), während einer Woche gesperrt. So wollte man herausfinden, was die Rampe eigentlich bringt.

250 bis 330 Autos pro Stunde

Nun liegen die Resultate im Entwurf vor, wie Widmer auf Anfrage unserer Zeitung sagt. Die wichtigste Erkenntnis: Die Stausituation im Feierabendverkehr von der A 14 Richtung Verzweigung Rotsee wird nur unwesentlich durch die Rampe Grüeblischachen beeinflusst. Wie Messungen bei offener Rampe gezeigt haben, befahren zwischen 17 und 18 Uhr rund 250 bis 330 Autos die Rampe. Diese Autos verursachen keinen zusätzlichen Rückstau. «Die Situation dort ist übersichtlich und das Geschwindigkeitsniveau mit Tempo 80 gering», erklärt Widmer. Deshalb soll die Einfahrt auch künftig in Betrieb bleiben. «Insbesondere während der inzwischen angelaufenen Bauarbeiten am Seetalplatz ist die Rampe als zusätzliche Verbindung für die betriebliche Flexibilität von Nutzen», so Widmer.

Rampe dient kaum als Schleichweg

Weiter hat das Astra festgestellt, dass kein Ausweichverkehr von der A 14 über die Rampe Grüeblischachen zurück zur A 14 fliesst; der Verkehr auf der Rampe kommt fast ausschliesslich von der Einfahrt Emmen Süd. Der Rückstau auf der A 14 entsteht im Bereich der Einfahrt Emmen Süd. Denn diese ist stark befahren (zwischen 17 und 18 Uhr 1000 bis 1200 Fahrzeuge), weist in Richtung A 2 nach Basel aber einen sehr engen Radius auf, weshalb Tempo 40 gilt.

Zukunft hängt vom Bypass ab

Ursprünglich hatte das Astra die 2008 als provisorische Einfahrt eröffnete Rampe im letzten Frühling schliessen wollen. Denn diese sollte nur im Zuge der Autobahnsanierung Cityring, in deren Verlauf die Ibachbrücke bei der Verbrennungsanlage saniert wurde, den Verkehrskollaps verhindern. Nach Ende der Sanierungsarbeiten hätte die Rampe Grüeblischachen wieder verschwinden sollen.

Was langfristig mit der Rampe geschieht, ist aber noch offen und hängt auch davon ab, ob sie ins Umfahrungsprojekt Bypass Luzern passt. Mit deren Bau wird aber frühestens 2025 begonnen. Die Erkenntnisse aus dem Monitoring sollen als Grundlage für die laufenden Planungen des Bypasses dienen.

Gemeinde zufrieden mit Resultat

Die Gemeinde Emmen hat sich stets für die Beibehaltung der Einfahrt Grüeb­lischachen ausgesprochen. Nun sagt der Emmer Baudirektor Josef Schmidli: «Ich bin froh, dass das Astra bestätigt, was ich selbst wahrgenommen habe, und diese gute zusätzliche Einfahrtsmöglichkeit weiterhin erhalten bleibt.» Welche Auswirkungen die Sperrung der Rampe auf die Kantons- und Gemeindestrassen in Emmen hatte, wurde vom Astra zwar nicht erhoben. Dennoch ist Schmidli überzeugt: «Die Einfahrt bringt eine wichtige Entlastung in den Bereichen Ibach, Sedel und Emmen Dorf.»