Emmen
Baubewilligung für erste Etappe der Grossüberbauung Grünmatt

170 Wohnungen werden in den nächsten Jahren direkt an der Reuss auf grüner Wiese gebaut, 71 davon wurden kürzlich bewilligt. Das Bauprojekt hat einen langen Weg hinter sich.

Beatrice Vogel
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Eine grosszügige Wohnung im Grünen, direkt an der Reuss und doch nah am Stadtgebiet: Das wird in rund zwei Jahren für Umzugswillige möglich. Denn die Überbauung Grünmatt in Emmen hat kürzlich die Bewilligung für die erste Bauetappe erhalten. Dies teilt die Bauherrin, die Schmid Immobilien AG mit Sitz in Ebikon, mit.

Das 38'000 Quadratmeter grosse Grünmatt-Areal in Emmen Dorf liegt direkt an der Reuss gegenüber den CKW Rathausen. Es handelt sich um eines der letzten grossen Baufelder auf grüner Wiese in der Gemeinde Emmen. Wie Markus Schmid, Inhaber und Geschäftsführer der Schmid Immobilien AG, auf Anfrage sagt, wird die grüne Wiese auch nach der Bebauung weiter existieren: «Die Gebäude stehen in einer parkähnlichen Umgebung mit vielen Freiflächen, Wiesen, Gärten und Sportplätzen.»

Visualisierungen: PD

So werde nur rund ein Drittel der Gesamtfläche – 11'000 Quadratmeter – bebaut. Die einzelnen Gebäude sind jeweils 50 Meter voneinander entfernt. «Die länglichen Baukörper haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie die Innenhöfe gegen allfälligen Schall abriegeln, der vom dahinter liegenden Gewerbegebiet herüber dringen kann», führt Markus Schmid aus. Dank grosszügiger Durchgänge sei zudem die Durchlässigkeit des Quartiers gewährleistet.

Überdurchschnittlich grosse Wohnungen

Was die Neubauten sonst noch bieten: Auf dem Dach entsteht eine Fotovoltaikanlage, geheizt wird mit Fernwärme. Es gibt Car-Sharing-Angebote, alle Parkplätze sind unterirdisch und für Elektromobilität vorgerüstet. Die Siedlung selbst ist autofrei. Ausserdem wird es einen Gemeinschaftspavillon mit Saal, Disporäumen, Garderoben und Küche geben. Der Pavillon wird den Bewohnern für Versammlungen, Freizeitangebote, Kurse und private Anlässe zur Verfügung stehen.

Die meisten Wohnungen werden im Stockwerkeigentum veräussert, der Verkauf beginnt um Ostern; einzelne Wohnungen sollen aber vermietet werden. Angeboten werden 2,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen im mittleren Preissegment. «Sie sind überdurchschnittlich gross», so Schmid. Eine 4,5-Zimmer-Wohnung etwa verfüge über 120 bis 130 Quadratmeter Fläche. «Deshalb eignen sie sich besonders gut für Familien.»

Familienfreundlich: Viele Spielflächen für Kinder sind vorgesehen.

Familienfreundlich: Viele Spielflächen für Kinder sind vorgesehen.

Baustart ist im kommenden Herbst. «Ab Oktober sinkt in der Regel der Grundwasserspiegel. Dann ist er tief genug, um die unterirdische Gebäudeinfrastruktur wie die Einstellhalle zu erstellen», erklärt Schmid. Der Erstbezug dürfte ab Frühjahr 2023 möglich sein. In der nun bewilligten ersten Etappe werden auf den südlichen Baufeldern A und B zwei fünfstöckige Häuser mit total 71 Wohnungen erstellt, mit Anlagekosten von rund 57 Millionen Franken. Die gesamte Überbauung wird am Ende vier Gebäude und 170 Wohnungen umfassen, total investiert die Schmid AG rund 135 Millionen Franken.

Einwohnerrat verlangte Etappierung

Die Baufelder C und D dürfen aber erst bebauten werden, wenn die erste Etappe fertiggestellt ist. Dies war eine Auflage des Einwohnerrats Emmen bei der Genehmigung des Bebauungsplans. Das Parlament verlangte die Etappierung, damit die Bevölkerung der Gemeinde nicht zu schnell wächst. «Die Etappierung ist für uns kein Problem, da der Markt ohnehin nicht so viele Wohnungen auf einmal aufnimmt», sagt Markus Schmid dazu. Bei der zweiten Etappe wird die Schmid AG auch einen zusätzlichen Fussweg erstellen und finanzieren müssen – eine weitere Auflage, die das Parlament im Bebauungsplan verankert hat.

Die Grünmatt hat einen steinigen Weg hinter sich. Zum einen kam der Bebauungsplan just in jenem Moment in den Einwohnerrat, als das starke Bevölkerungswachstum der Gemeinde Emmen wegen der klammen Finanzen in der Kritik stand. Mit den erwähnten Auflagen genehmigte das Parlament den Bebauungsplan im zweiten Anlauf im Mai 2018. Laut Markus Schmid hagelte es danach Einsprachen, unter anderem wegen der Erschliessung, die jedoch vom Luzerner Regierungsrat abgewiesen wurden. «Der anschliessende Bewilligungsprozess war ebenfalls aufwendig. Umso grösser ist die Freude, dass wir nun die Baubewilligung erhalten haben und ein tolles Projekt mit hoher Qualität realisieren können», sagt Schmid.