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EMMEN: Bei 7400 Autofahrten pro Tag ist Schluss

Auf dem Seetalplatz entstehen Hunderte neue Wohnungen und Büros. Damit es nicht zum Verkehrskollaps kommt, wird die Zahl der täglichen Autofahrten begrenzt.
Beatrice Vogel
Die Baustelle des neuen Bushubs beim Seetalplatz. (Bild: Archiv / Roger Gruetter / Neue LZ)

Die Baustelle des neuen Bushubs beim Seetalplatz. (Bild: Archiv / Roger Gruetter / Neue LZ)

Beatrice Vogel

Nach den Strassen die Gebäude: Ist das Strassenbauprojekt am Seetalplatz abgeschlossen, können die vier Baufelder mit insgesamt 26 000 Quadratmetern Fläche bebaut werden. Die Bebauungspläne dafür werden am 5. Juli im Einwohnerrat Emmen abschliessend behandelt. Danach braucht es nur noch den Segen des Luzerner Regierungsrats, damit ab Ende 2018 die ersten Gebäude entstehen können.

Bereits im letzten Dezember waren die Bebauungspläne Thema im Einwohnerrat. Neben der Energiefrage wurde damals insbesondere der Verkehr diskutiert (Ausgabe vom 16. Dezember 2015). So fragte etwa Andreas Roos (CVP): «Haben wir den Mehrverkehr mit allen Zu- und Wegfahrten wirklich im Griff?» Und Patrick Graf (Grüne) machte sich für eine gute Erschliessung des Langsamverkehrs stark. Diese funktioniere nur mit genügend eingeplanten Veloparkplätzen, so Graf.

Pförtneranlagen und Schranken

Fest steht, dass die Zahl der Autofahrten am Seetalplatz beschränkt werden soll – ähnlich wie dies in Luzern Süd oder bei der Mall of Switzerland derzeit geplant wird. Wird die Maximalzahl von Fahrten im Tagesdurchschnitt über eine längere Zeit überschritten, braucht es Massnahmen – entweder um den Verkehr zu reduzieren oder um die Strassen­kapazität zu erhöhen. Für die kurzfristige Regulierung des Verkehrs sollen Pförtneranlagen und Schranken installiert werden. Diese dosieren denjenigen Autoverkehr, der aus der Seetalplatz-Überbauung ausfahren will. Gemäss dem Emmer Baudirektor Josef Schmidli (CVP) wird diese Massnahme voraussichtlich nur in Spitzenzeiten angewendet.

Kino darf mehr Verkehr generieren

Beim Baufeld Kantonale Verwaltung sind es maximal 1400 Fahrten pro Tag. In den Abendspitzenstunden dürfen nicht mehr als 70 Fahrzeuge pro Stunde und Richtung gemessen werden. Für das Baufeld Bahnhofplatz beträgt das tägliche Verkehrsaufkommen 1600 Fahrten und 60 Fahrten abends. Beim Baufeld Kino Maxx sind es 3000 respektive 110 Fahrten, beim Baufeld Wohnsiedlung 1400 beziehungsweise 70 Fahrten am Abend. Schmidli: «Die Unterschiede entstehen dadurch, dass in jedem Baufeld andere Nutzungen – Wohnen, Büros, Freizeit – zugelassen werden.» Insgesamt darf die Überbauung Seetalplatz also nicht mehr als 7400 Fahrten pro Tag generieren.

Kontrovers beurteilt wird die Frage des Velo- und des Fussverkehrs. Der Gemeinderat hatte ursprünglich beantragt, die Veloabstellplätze entsprechend jener Norm auszuführen, die vom Verband der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS) empfohlen wird. Laut Josef Schmidli sorgt die VSS-Norm nicht nur dafür, genügend Veloparkplätze zu schaffen, sondern sie auch sinnvoll zu platzieren, damit sie benützt werden. Der Antrag wurde vom Einwohnerrat jedoch abgelehnt.

Seetalplatz wird velofreundlicher

In der überarbeiteten Fassung sind nun aber doch einige Massnahmen hinzugekommen, welche die Überbauung velo- und fussgängerfreundlicher machen. Diese sind auf eine Einsprache des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS) zurückzuführen. So sollen die Zufahrten für Velos sowie die Fussgängerführung «kurz, direkt und sicher sein». Innerhalb der Überbauung sei das Wegnetz für Velofahrer und Fussgänger attraktiv mit breiten Wegen und guter Beleuchtung zu gestalten und ins übergeordnete Wegnetz einzubinden, steht in der neuen Fassung. Hinzu kommt, dass nicht nur genügend Abstellfelder für Velos zu gewährleisten seien; es «müssen auch Cargovelos, Velos mit Anhängern und Behindertenvelos abgestellt werden können». Ebenso sei eine «angemessene Anzahl von Car-Sharing-Parkplätzen nachzuweisen».

Die Bewohner und die Arbeitnehmer am neuen Seetalplatz sollen sich also möglichst mit dem Velo, zu Fuss oder mit dem ÖV bewegen. Dies ist naheliegend, da diverse neue Velowege gebaut wurden. Mit dem Bushub am Bahnhofplatz, der Ende Jahr eröffnet wird, sollte sich zudem die ÖV-Anbindung des Seetalplatzes verbessern. Gemeinderat Schmidli sagt dazu: «Für Emmen gehört das Thema velo- und fussgängerfreundliche Gestaltung für ein neues Stadtquartier zum Standard.»

Unsere Infografik.

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