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EMMEN: Beschwerde verzögert Erweiterungsbau der Schulanlage Erlen

Weil Anwohner sich gegen die geplante Gebäudehöhe wehren, kommt die Erweiterung des Schulhauses Erlen bis zu zwei Jahre später. Die Gemeinde muss deshalb nun rasch Übergangslösungen finden.
Roman Hodel
Blick von Süden auf die Schulanlage Erlen in Emmen. Der neue Trakt soll links auf der Wiese zu stehen kommen. (Bild: PD)

Blick von Süden auf die Schulanlage Erlen in Emmen. Der neue Trakt soll links auf der Wiese zu stehen kommen. (Bild: PD)

Roman Hodel

roman.hodel@luzernerzeitung.ch

Herber Dämpfer für den Emmer Gemeinderat bei der geplanten Erweiterung des Schulhauses Erlen: Gegen die Baubewilligung ist eine Beschwerde beim Kantonsgericht eingegangen, wie die Gemeinde am Montag mitteilte. Dadurch verzögert sich die Inbetriebnahme des dringend benötigten vierten Traktes um ein bis zwei Jahre – vorgesehen war diese aufs Schuljahr 2019/20.

Eingereicht wurde die Beschwerde gemeinsam von mehreren Anwohnern: «Wir sind nicht gegen die Schulhaus-Er­weiterung», betont einer der Beschwerdeführer auf Anfrage. «Aber uns stört, dass die Gemeinde mit dem Projekt das Ortsbild verfälscht.» Der geplante vierte Trakt war zwar bereits im ursprünglichen Projekt von 1999 enthalten – «aber drei- und nicht vierstöckig wie jetzt vorgesehen», sagt der Anwohner und spricht von einem «grossflächigen Sperrriegel auf dem expo­nierten Hügelzug».

Die zuständige Gemeinderätin Susanne Truttmann (SP) darf sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht dazu äussern – nur so viel: «Wir haben im Vorfeld niemanden vergessen.» So stehe das Parlament «ungewöhnlich einstimmig» hinter dem Projekt, «weil wir bemüht waren, die Kosten tief zu halten, bei maximalem Nutzen». Der Einwohnerrat hatte den leicht gestutzten Baukredit von 9,38 Millionen Franken am 22. November mit 38 zu 0 Stimmen genehmigt (wir berichteten). Zudem habe man die Quartier­bevölkerung wie auch den Quartierverein von Anfang an mit­eingebunden mittels Infover­anstaltungen. «Natürlich gab es Anwohner, die Fragen stellten, etwa zur Erschliessung der Baustelle», sagt die Direktorin für Bildung und Kultur. «Aber vor allem Eltern schulpflichtiger Kinder betonten, wie wichtig es für sie sei, dass ihr Nachwuchs im Quartier zur Schule gehen könne.»

Räume in bestehendem Gebäude anmieten?

Die bis zu zweijährige Verzögerung bringt die Emmer Volksschule nun in Raumnot. Denn allein in den nächsten zwei Jahren rechnet die Gemeinde mit rund 200 zusätzlichen Schülerinnen und Schülern. Bis in zehn Jahren sollen es insgesamt über 4000 sein – rund 35 Prozent mehr als heute. Die Gründe: Bevölkerungs­wachstum und Geburtenzunahme der ansässigen Bevölkerung. «Selbstverständlich haben wir betreffend Notmassnahmen mehrere Varianten im Hinterkopf», sagt Truttmann. Möglich wäre etwa das Anmieten von Schulzimmern in einem bestehenden Gebäude irgendwo im Gebiet Erlen-Sprengi oder aber das Aufstellen eines Provisoriums auf der grünen Wiese. Schulbetrieblich hingegen sind die Möglichkeiten begrenzt. Erlen, Riffig und Sprengi sind gemäss Truttmann «pumpenvoll». Daher müsste man wohl Klassen ins Schulhaus Rüeggisingen umteilen – «wohlwissend, dass viele Eltern im Erlen-Quartier nicht begeistert wären, wenn wir ihre Kinder so weit weg in die Schule schicken müssten», sagt sie. In diesem Fall würde sich die Gemeinde allenfalls einen Schülertransport überlegen.

Verzögerung kostet die Gemeinde zusätzlich Geld

Der vierte Trakt des Erlen-Schulhauses wird unter anderem aus einem Holz-Modulbau bestehen, der aktuell noch von der Zuger Kantonsschule in Menzingen genutzt wird. «Ich gehe davon aus, dass wir diesen Modulbau trotz der Verzögerung weiterhin übernehmen können», sagt Truttmann. Sie ist auch zuversicht­lich, dass der Erweiterungsbau überhaupt realisiert werden kann: «Der Bedarf an zusätzlichem Schulraum ist unbestritten, die Politik ist sich darüber einig und das öffentliche Interesse daran sehr gross.»

Sicher ist: Egal ob mit bau­lichen oder schulbetrieblichen Massnahmen – die Verzögerung wird die finanziell ohnehin an­geschlagene Gemeinde Emmen zusätzlich Geld kosten. «Wie viel, das kann ich jetzt noch nicht präzis sagen», so Truttmann. Und sicher ist auch: Die Abstimmung über den Baukredit am 4. März findet trotz der Beschwerde statt.

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