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EMMEN: Bis Ende Monat bleibt es laut

Derzeit herrscht auf dem Flugplatz Hochbetrieb. Für Ärger sorgen besonders die Flüge an den Wochenenden.
Stefan Dähler
Archivbild: Der F/A-18 fliegt momentan in Emmen. (Bild: Keystone)

Archivbild: Der F/A-18 fliegt momentan in Emmen. (Bild: Keystone)

Stefan Dähler

Es ist nicht zu überhören: Die Sommerpause auf dem Flugplatz Emmen ist vorbei. Neben den Flügen unter der Woche kommen samstags ausserordentliche Starts und Landungen der Patrouille Suisse hinzu. Weiter sind im Rahmen einer Ausbildung vom 17. bis 19. August und vom 22. bis 24. August Nachtflüge mit Propellerflugzeugen geplant. Das sorgt in der Bevölkerung für Ärger, wie Leserbriefe in unserer Zeitung zeigen (Ausgabe von gestern). «Für uns ist es schlimm», sagt auch Jose Santana, Leiter des Restaurants im Freibad Mooshüsli. «Die Flugzeuge fliegen hier tief, daher ist es besonders laut.»

Kampfjets in Emmen

«Wir haben in den letzten Tagen sehr viele Rückmeldungen erhalten», sagt Luzius Hafen, Präsident des Schutzverbands für die Bevölkerung um den Flugplatz Emmen. «Weil die Militärflugplätze Meiringen und Payerne derzeit Pause haben, fliegen alle Kampfjets ab Emmen.» Unter dem Jahr sei Emmen ein Ausweichflugplatz, die Belastung kleiner als bei anderen Militärflugplätzen. «Die F/A-18 fliegt nur hier, wenn sie gewartet wird.» Dies bestätigt Jürg Nussbaum, Chef Kommunikation der Luftwaffe. Nach der Pause im Juli komme es diesen Monat zu rund 800 Jet-Flugbewegungen in Emmen. Von September bis Dezember seien noch 250 bis 300 Flugbewegungen zu erwarten.

Dass andere Flugplätze auch eine Sommerpause haben wollen, sei daher verständlich, so Luzius Hafen. «Ich verstehe aber nicht, dass man im Sommer derart intensiv über dicht besiedeltem Gebiet fliegt. Man könnte ja auch im Ausland über unbewohntem Gebiet trainieren.» Ebenfalls ärgerlich seien die Samstagsflüge der Patrouille Suisse.

Auch bei der Gemeinde hat man «keine Freude an den ausserordentlichen Flugbewegungen», sagt der Emmer Gemeindepräsident Rolf Born (FDP). «Unsere Forderungen sind seit langem klar: vier Wochen Sommerpause und dass die Flüge nur zu Bürozeiten und nicht am Wochenende stattfinden. Letztendlich entscheidet aber der Bundesrat über die Einsätze der Patrouille Suisse.»

«Flüge werden angekündigt»

Born hat Verständnis für jene, die sich am Fluglärm stören. «Nach der Sommerpause wird er wohl noch intensiver wahrgenommen.» Er nimmt den Bund aber auch in Schutz. «Die Flüge werden jeweils angekündigt. Es gibt zudem auch zahlreiche Freunde der Luftwaffe. Unsere Aufgabe als Gemeinde ist, zwischen den verschiedenen Interessen zu vermitteln.» Mit der Luftwaffe befinde man sich in ständigem Austausch. «Zudem wird während Beerdigungen oder anderer spezieller Anlässe nach Möglichkeit nicht geflogen.»

Die Samstagsflüge hängen mit Anlässen zusammen, an denen die Patrouille Suisse auftritt, sagt Jürg Nussbaum. Am 6. August war dies die Flugshow Zigermeet im Glarnerland, heute ist es das Oldtimer-Treffen Convoy to Remember in Birmenstorf, am 27. August in Payerne wird es das Eidgenössische Schwingfest sein. Dieses ist übrigens auch der Grund für die Pause auf dem Flugplatz Payerne.

Wie von Luzius Hafen vorgeschlagen vermehrt im Ausland zu trainieren, sei nur begrenzt möglich. Die Luftwaffe sei laut Nussbaum «ständig auf der Suche nach geeigneten, menschenarmen Trainingsgebieten im Ausland». So würden beispielsweise jedes Jahr in Norwegen über dem Meer Überschallflüge trainiert. «Allerdings sind diese Möglichkeiten beschränkt. Wie in der Schweiz wird der Fluglärm auch im Ausland als störend empfunden.» Flüge ausserhalb der Landesgrenze hätten zudem in der Regel «ein ‹Gegengeschäft› in der Schweiz» zur Folge.

Simulatoren kein echter Ersatz

Eine Reduktion der Flüge komme nicht in Frage. Sonst könne die Luftwaffe ihre Aufgaben – Schutz des Luftraums, Transporte und Beschaffung von Informationen für politische und militärische Instanzen – nicht erfüllen. Man sei sich des Lärms bewusst und bemüht, die Emissionen möglichst gering zu halten und diese möglichst gerecht auf verschiedene Standorte zu verteilen, so Nussbaum. So würden Flugsimulatoren eingesetzt. Diese «können aber reales Fliegen nicht vollständig ersetzen».

Eine andere Flugroute, die das Mooshüsli verschont, sei nicht möglich. Dies hänge unter anderem mit der Pistenachse zusammen. Zudem würden auch neue Routen wieder über besiedelte Gebiete führen.

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