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EMMEN: Das Gesicht des Baubooms

19 Jahre lang hat Hans Gantenbein die rege Bautätigkeit mitgeprägt. Nun geht er mit Stolz in Pension: Emmen habe weniger Bau­sünden als andere Gemeinden.
Sandra Monika Ziegler
Hans Gantenbein (64) vor dem Gemeindehaus in Emmen. Kurz vor Weih­nachten hatte er seinen letzten Arbeitstag als Leiter des Baudepartements.

Hans Gantenbein (64) vor dem Gemeindehaus in Emmen. Kurz vor Weih­nachten hatte er seinen letzten Arbeitstag als Leiter des Baudepartements.

«Neunzehn Jahre sind genug. Jetzt steht ein Generationenwechsel an», sagt Hans Gantenbein (64). Sein Nachfolger wird der Raumplaner Mirco Derrer. Gantenbeins letzter Arbeitstag war am 19. Dezember. In den 234 Monaten, die Gantenbein im Emmer Bauamt tätig war, habe sich viel geändert. Doch es sei eine spannende Zeit gewesen. «Zu Beginn war ich als Leiter Tiefbau und Wasserversorgung zuständig, später kam noch der Hochbau und die Planung dazu», erklärt er den Wandel seiner Funktion. Doch bald war ersichtlich, dass so zu viele Aufgaben zusammenkommen. Am Ende durfte er den Titel «Leiter Departement Bau und Umwelt» tragen.

«Wir haben politischen Rückhalt»

Gantenbeins Abschied löst nächstes Jahr eine grundsätzliche Neuorganisation im Bauwesen aus. So soll in Emmen das Stadtingenieur-Stadtarchitekt-Modell zum Zug kommen. Schon seit Jahren funktionstüchtig und etabliert ist in diesem Zusammenhang die Stadtbildkommission (SBK). Sie besteht aus vier Architekten und einem Landschaftsarchitekten. Die erste Sitzung fand 2003 statt. Elf Jahre später blickt Gantenbein, der auch den Vorsitz der SBK innehatte, mit Stolz zurück. «Es war ein langer Prozess, der jetzt anfängt zu greifen. Eine solche Kommission funktioniert aber nur, wenn sie politischen Rückhalt und Anerkennung hat. Beides haben wir.» Die Stadtbildkommission ist ein beratendes Organ für den Gemeinderat. Sie hat den Auftrag, die Qualität im Städtebau zu steigern und die Baukunst zu fördern.

Negativbeispiel Zug

Gantenbein hatte als Bauingenieur, Raumplaner und einem begonnenen Architekturstudium das optimale Rüstzeug für seine Arbeit. Und da er stets in Zug wohnhaft blieb, konnte er sich einen distanzierten und unaufgeregten Blick auf anstehende Bauprojekte in Emmen bewahren. Für ihn ist klar: Grössere Städte ohne Stadtbildkommission sind der architektonischen Willkür ausgesetzt. Als Negativbeispiel nennt er eine Überbauung in seiner Wohnstadt Zug: «So wie die Mehrfamilienhaussiedlung daherkommt, wäre sie in Emmen niemals durchgekommen, die Architektur ist zu trivial.» In Zug fehle der SBK oft der Rückhalt in der Politik. Der politische Rückhalt, den die Emmer SBK hat, gehe aber über die Gemeindegrenze hinaus. So sei die Zusammenarbeit mit der Stadt Luzern auch äusserst positiv gewesen: «Da wurde zusammen gearbeitet und geplant, als gäbe es keine Grenzen.» Für das architektonische Gesamtbild ein Gewinn.

«Guter Dialog»

Als Beispiel kreativer Zusammenarbeit der SBK, Politik und Bauunternehmen nennt er die Neubauten Sprengitor und das Zentrum Papa Giovanni. «Mit den jeweiligen Architekten standen wir immer in einem guten Dialog. So war es auch möglich, Verbesserungen zu realisieren. Sie wussten, was unsere Intention war und haben darauf angesprochen», schildert er die Zusammenarbeit.

Emmens Bauzukunft ist aufregend

Doch nicht immer gelang dies, denn auch Emmen hat seine Bausünden. Gantenbein kennt sie, eine davon sei ihm besonders aufgestossen, die stehe in einem Wohnquartier. Näher benennen wolle er sie trotzdem nicht. Für ihn sind Bausünden Bauten, die sich nicht in die Umgebung integrieren und ewig ein Fremdkörper bleiben. Trotzdem, das Positive in seinen knapp 20 Jahren habe überwogen, er habe sich wohlgefühlt im Bauamt, da habe ein guter Teamgeist geherrscht und einiges sei bewegt worden. Emmen ist trotz reger Bautätigkeit in den letzten Jahren noch lange nicht ausgebaut. In den nächsten Jahren geht es erst richtig los. «Man denke nur einmal an den Seetalplatz, dort sind erst die Strassen im Bau, von Gebäuden noch keine Spur. Oder die Viscosi-Stadt und das Bahnhofareal», so Gantenbein. Auch seinen Nachfolger werden spannende Projekte auf Trab halten, das steht für ihn fest.

Hans Gantenbein selber geht ebenfalls nicht in den wörtlichen Ruhestand und taucht ganz ins Private ab. Da gebe es einige Beziehungen, die er auch als Pensionierter pflegen werde. Und, so Gantenbein: «Ich denke, dass meine Erfahrung da und dort noch gefragt ist und ich so in Teilbereichen noch aktiv sein werde.»

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