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EMMEN: Der «Schoggiturm» verlottert

Seit 45 Jahren wurde das Zentrum Gersag nie umfassend saniert. Doch an eine Renovation ist aufgrund der Finanzen nicht zu denken. Ein von der CVP vorgeschlagener Ausweg hat sich nun ebenfalls zerschlagen.
Robert Knobel
Am 1972 erbauten Gersag-Hochhaus nagt der Zahn der Zeit. (Bild: Pius Amrein (Emmen, 16. November 2017))

Am 1972 erbauten Gersag-Hochhaus nagt der Zahn der Zeit. (Bild: Pius Amrein (Emmen, 16. November 2017))

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

Die Emmer Gemeindeverwaltung ist zumindest optisch schon lange kein Aushängeschild mehr. Das Gersag-Hochhaus, im Volksmund auch «Schoggiturm» genannt, ist dringend sanierungsbedürftig. Seit dem Bau 1972 wurden lediglich kleinere Renovationsarbeiten vorgenommen. Dazu gehören die Erneuerung der elektrischen Anlagen, der Lifte sowie diverse Notsanierungen, etwa gegen eindringendes Wasser. Die rund 150 Angestellten müssen mit undichten Fenstern, Durchzug und grossen Temperaturschwankungen leben.

Daran wird sich in absehbarer Zeit auch wenig ändern. Die Gemeindefinanzen sind derart klamm, dass Investitionen ins Verwaltungsgebäude nicht drinliegen (Artikel vom 15. November). Dennoch muss früher oder später eine Lösung her. Einen Ausweg aus der unbefriedigenden Situation hatte die CVP parat: Die Gemeindeverwaltung soll ins geplante neue Kantons-Verwaltungsgebäude am Seetalplatz einziehen. Das forderte die Partei in einem Postulat.

Der Kanton will seine Büros nicht hergeben

Doch daraus wird wohl nichts, wie der Gemeinderat in seiner Stellungnahme auf das Postulat schreibt. Beim Kanton will man offenbar nichts wissen von einem gemeinsamen Verwaltungssitz am Seetalplatz. Das hat vor allem zwei Gründe: Erstens gibt es gemäss Kanton nicht genügend Platz für beide. Zwar sind nach aktuellem Stand rund 9000 Quadratmeter Reserveflächen eingeplant. Doch diese brauche man für allfällige spätere Ausbauten der Kantonsverwaltung. Zweitens wäre es auch aus politischen Überlegungen unklug, wenn sich die Verwaltungen von Kanton Luzern und Gemeinde Emmen unter einem Dach befänden. Diese Nähe könnte von anderen Gemeinden als störend empfunden werden.

Beim Kanton ist man auch vorsichtig, weil der neue Verwaltungsstandort Seetalplatz noch eine Volksabstimmung überstehen muss. Kommt hinzu, dass das Grossprojekt beim Kanton selber noch nicht in Stein gemeisselt ist. Wegen der desolaten finanziellen Situation wurde es zeitlich nach hinten verschoben. Aktuell geht man davon aus, dass das neue zentrale Verwaltungsgebäude frühestens im Jahr 2025 bezogen werden kann.

Mit der Absage des Kantons bleibt der Gemeinde Emmen also nichts anderes übrig, als weiterhin auf den Standort Gersag zu setzen – und auf bessere Zeiten zu hoffen. In der Antwort des Gemeinderats auf das CVP-Postulat tönt dies so: «Der Gemeinderat hat entschieden, die Entwicklung der Finanzen als Grundlage für die weitere Entwicklung bezüglich Verwaltungsräumlichkeiten zu nehmen.»

Allein die Planung kostet 1,1 Millionen

In der langfristigen Planung ist zwar für 2021 ein Projektierungskredit von 1,1 Millionen Franken für die Sanierung des Zentrums Gersag eingeplant. Ob dieser Kredit dann auch tatsächlich gesprochen wird, hängt vom künftigen Zustand der Finanzen ab. Fest steht hingegen, dass sich der Zustand des Gersag-Gebäudes bis dahin weiter verschlechtern wird. Will die Gemeinde den Verwaltungsbetrieb dort auch mittelfristig aufrechterhalten, kommt sie um eine Sanierung nicht herum. Es sei denn, sie verkauft das ganze Gebäude an einen sanierungswilligen Investor.

Einen Deal bereits abgeschlossen hat die Gemeinde zumindest für den öffentlichen Teil des Zentrums Gersag. Bekanntlich wird der grosse Saal neuerdings vom Musical-Theater Le Théâtre genutzt. Um den Saal aufzufrischen, mussten 4 Millionen Franken investiert werden. 1,2 Millionen davon zahlte die Gemeinde.

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