EMMEN: Die Chatze wagen sich aus der Stadt

Der 32. Emmer Fasnachtsumzug sorgte bei den 15'000 Zuschauern für Aufse­hen. Mit vielen runden Jubiläen und einem Achsenbruch.

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Wo gehts hier nach Russland? - Einzelsujet zwischen den Nummern. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Wo gehts hier nach Russland? - Einzelsujet zwischen den Nummern. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Orangen fliegen vom Umzugswagen des Gewerbevereins Emmen ins Publikum. Und es folgen: Bananen. «Die sind für die Huerenaffen», ertönt der Kommentar aus dem Lautsprecher.

Erstmals ausserhalb der Stadt
15 000 Besucher sind am Sonntag beim 32. Emmer Fasnachtsumzug dabei. Doch nicht alle der 38 Nummern kommen wie gewünscht zur Geltung. Die Kutsche der Zunft zur Emme konnte aufgrund eines Achsenbruchs nicht wie geplant mit Pferden auffahren und wird deshalb mit einem Pannenfahrzeug transportiert. Einer der Höhepunkte ist der Auftritt der 60-jährigen Chatzemusig, die erstmals bei einem Umzug ausserhalb der Stadt Luzern mitläuft.

Eichhof und Cervelat
Im gesamten Umzug sind die politischen Sujets in der Minderheit. Sie thematisieren unter anderem die Bedrohung des Cervelats durch die Importschwierigkeiten bei Rinderdärmen. Der Eichhof-Verkauf an Heineken wird sogar von zwei Gruppierungen parodiert. Bei den Guuggenmusigen überwiegen Fantasie-Themen.

Auffallend ist die Häufung an Guuggenmusigen mit runden Jubiläen am Umzug. Sieben Gruppen feiern Bestehen von 10 bis 60 Jahren.

Ein Sack voller Süssigkeiten
«Es war ein toller, farbenfroher Umzug, und die Zuschauer haben gut mitgemacht», sagt Lydia Flaviano (40) aus Emmenbrücke. Sie besuchte den Umzug mit ihren Töchtern Flavia und Lorenza (beide 6), die sich besonders über die grosszügigen Gruppen freuten: «Wir haben einen ganzen Sack voller Süssigkeiten und Orangen gesammelt.»

Sasa Rasic