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EMMEN: Die Grüenmatt verliert etwas von ihrem Grün

Wo sich heute noch eine Wiese befindet, sollen vier Gebäude mit 170 Wohnungen entstehen. Dafür ist allerdings eine Umzonung nötig.
Stefan Dähler
Viel Platz zwischen den Gebäuden: So soll die Siedlung auf dem Grüenmatt-Areal in Emmen dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

Viel Platz zwischen den Gebäuden: So soll die Siedlung auf dem Grüenmatt-Areal in Emmen dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Die Lage lässt sich sehen. Auf dem rund 38 000 Quadratmeter grossen Emmer Grüenmatt-Areal an der Reuss gegenüber den CKW Rathausen soll eine neue Wohnüberbauung mit vier Gebäuden und einem kleineren Gemeinschaftsraum für Anlässe entstehen. Der Bebauungsplan liegt derzeit bei der Gemeinde öffentlich auf.

Vorgesehen sind 170 Wohnungen im mittleren Preissegment, der Grossteil davon Eigentumswohnungen. Eine Gewerbenutzung ist nicht geplant. Grundeigentümerin des Areals ist die Schmid Immobilien AG mit Sitz in Ebikon. Zu den Baukosten macht sie noch keine Angaben. «Das Ziel ist, im Herbst 2018 mit den Bauarbeiten zu beginnen», sagt Reto Hönger, Bauherrenvertreter bei der Schmid Immobilien AG. «Das hängt aber vom politischen Prozess und allfälligen Einsprachen ab.» Der Gemeinderat rechnet damit, dass der Bebauungsplan im Dezember im Einwohnerrat behandelt wird, danach erfolgt die Prüfung durch den Kanton.

Realisierung hängt von der Nachfrage ab

Die Gebäude sollen in L-Form gebaut werden. Dies ermögliche «die maximale Fassadenlänge an den attraktivsten Lagen, ohne die Blickbeziehungen nach Süden und zur Reuss aufzugeben», schreibt die Gemeinde im Planungsbericht. Die Bauherrin will die Überbauung in drei Etappen realisieren. Der jeweilige Baubeginn hängt vom Verkaufserfolg ab, so Hönger. Derzeit ist die Nachfrage nach Eigentumswohnungen allerdings rückläufig (Ausgabe von gestern). «Jedoch gehen wir von einer guten Nachfrage aus, da das Projekt über viel Qualität verfügt und direkt an der Reuss liegt.» In die Wohnungen sollen vor allem Familien ziehen. «Durch die kompakte Bauweise gibt es zwischen den Gebäuden sehr viel Raum für Grünflächen, Spielplätze oder Sportfelder», sagt Hönger. Im Rahmen des kantonalen Hochwasserprojekts soll zudem das Reussufer attraktiver gestaltet werden.

Um die vorgesehene kompakte Bauweise zu realisieren, ist eine Umzonung vorgesehen. Das Grüenmatt-Areal befindet sich derzeit in einer dreigeschossigen Wohnzone. Diese erfüllt wegen zu geringer Dichte jedoch die Kriterien des revidierten kantonalen Planungs- und Baugesetzes nicht mehr. Künftig sollen fünf Geschosse möglich sein. Wieso lässt man die Wiese nicht ganz stehen? Die Weichen für eine Überbauung wurden bereits früh gestellt. Die Einzonung erfolgte vor der Inkraftsetzung des eidgenössischen Umweltschutzgesetzes 1985, wie die Gemeinde Emmen im Planungsbericht schreibt. Im Siedlungsleitbild 2014 ist das Gebiet Grüenmatt als Schlüsselareal gekennzeichnet. Vorgesehen ist dort eine «qualitativ hochwertige» Wohnüberbauung.

Der Bebauungsplan sieht einen Parkplatz pro Wohnung vor. Zudem sind weitere Parkplätze für Carsharing und Elektroautos geplant. Mit dem Velo gelangt man entlang der Reuss in rund einer Viertelstunde an den Bahnhof Luzern. Die Bushaltestelle «Allmendli» ist rund 200 Meter entfernt und jene der «Flugzeugwerke» zirka 400 Meter.

Siedlung wird autofrei

Die Siedlung Grüenmatt selbst wird autofrei sein. Geplant ist eine Tiefgarage, die über den Hasliring und die Buholzstrasse erschlossen wird. Ursprünglich sollte die Erschliessung über die Grünmattstrasse erfolgen, diese Pläne wurden von den ansässigen Gewerbebetrieben jedoch bekämpft.

Weiter sieht der Bebauungsplan vor, dass die Überbauung Grüenmatt dem Emmer Fernwärmenetz anzuschliessen sei, sofern die «Energieversorgung wirtschaftlich betrieben werden kann», heisst es im Planungsbericht. Andernfalls müssten die Gebäude im Minergiestandard erbaut werden, oder es seien für den Unterhalt mindestens 75 Prozent erneuerbare Energieträger zu verwenden.

Hinweis: Die öffentliche Auflage läuft noch bis am 11. Juli. Die Unterlagen sind unterwww.emmen.cheinsehbar.

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