EMMEN: Die Milchverschütter werden angezeigt

Bauern schütten aus Protest Milch in die Reuss. Das ist Gewässerverschmutzung, sagt ein Fischer. Milch könne für Fische und Frösche tödlich sein.

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Hat ein juristisches Nachspiel: Die Milchaktion in Emmen. (Bild Nadia Schärli/Neue LZ)

Hat ein juristisches Nachspiel: Die Milchaktion in Emmen. (Bild Nadia Schärli/Neue LZ)

Gegen die drei Bauern, die am Mittwoch Milch in die Reuss geschüttet haben, ist am Donnerstag eine Anzeige wegen Gewässerverschmutzung eingegangen. Sie stammt von Thomas Hofstetter aus Ermensee. «Milch bringt Fische und andere Wassertiere um, denn das Milchfett verklebt deren Kiemen», sagt er. Die Anzeige hat er beim Kanton und bei der Polizei eingereicht. Hofstetter war früher Vizepräsident des Luzerner Fischereiverbandes und im Zentralvorstand des Schweizerischen Fischereiverbandes.

Urs Wigger, Sprecher der Kantonspolizei Luzern, bestätigte den Eingang der Strafanzeige bei der Umweltschutzpolizei. Zum Strafrahmen für den Tatbestand konnte er nichts sagen.

«Hätten Milch besser verschenkt»
Zwar habe die Milch im aktuellen Fall kaum Schaden angerichtet, da die Reuss viel Wasser führt, so Hofstetter. «Wenn Milch in kleine Gewässer gelangt, kann sie aber alle Fische, Frösche, Molche und Kröten umbringen.» Er möchte mit der Anzeige die Landwirte sensibilisieren, nie Milch in Gewässer zu kippen. «Teilweise kommt das vor, wenn die Bauern Kühe mit Antibiotika behandeln. Deren Milch kann nicht weiterverarbeitet werden, weshalb es Fälle gab, in denen Milch in Flüssen ?entsorgt? wurde.»

Zum Ausgiessen der Milch in die Reuss meint Hofstetter: «Stattdessen hätten die Bauern die Milch besser der Bevölkerung gratis verteilt.»

Keine Folgen für Fische
Auch Josef Mugglin, Abteilungsleiter Fischerei und Jagd beim Kanton Luzern, erwartet von der Verschmutzung keine Auswirkungen. Die Reuss führe viel Wasser, so dass den Fischen wegen einer ausgeleerten Milchkanne wohl nichts passiere, sagte er auf Anfrage.

Ähnlich tönt es bei der für den Gewässerschutz zuständigen Stelle beim Kanton. Es sei wohl keine gravierende Verschmutzung, sagte Abteilungsleiter Felix Renner.

Trotzdem handelt es sich um einen Gesetzesverstoss. Das Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer untersagt, Stoffe, die Wasser verunreinigen können, in Gewässer einzubringen. Wegen des Fettes und des Eiweisses in der Milch könnten im Extremfall Fische verenden, sagte Renner.

Karin Winistörfer/Fabian Fellmann/sda

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag im Wirtschaftsteil der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.