EMMEN: Ein exotischer Vogel in gefährlicher Freiheit

Silvia Haefeli aus Emmenbrücke bekommt täglich Besuch von einem Sittich, der eigentlich in Australien zu Hause ist.

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Der Rosellasittich von Emmenbrücke. (Leserbild Silvia Haefeli)

Der Rosellasittich von Emmenbrücke. (Leserbild Silvia Haefeli)

Die erste Begegnung vergisst Silvia Haefeli nicht mehr. Mitte Mai hörte sie plötzlich seltsames Vogelgezwitscher von ihrem Gartensitzplatz. Sie schaute nach – und staunte nicht schlecht: Ein Vogel mit rotem Kopf und leuchtend buntem Gefieder verpflegte sich gerade in einem wilden Birnen-Zierbäumchen.

Seither kommt er täglich, nimmt ein Bad im Solarbrunnen und sucht nach Essbarem. Das scheint ihm gut zu bekommen. «Am Anfang war er ganz verstrubbelt», sagt Haefeli. «Doch jetzt sieht er immer schöner aus, schon fast gepflegt.»

Nach zwei Monaten darf der Finder den Vogel behalten
Beim Vogel handelt es sich um einen Rosellasittich. Er gehört zur Familie der Papageien. Wildlebend kommt er in Südostaustralien und Tasmanien, teilweise auch in Neuseeland vor. «Im Sommer hat der Vogel in der Schweiz eine gute Überlebenschance», sagt Matthias Kestenholz von der Vogelwarte Sempach. Der Rosellasittich finde hier zwar nicht seine angestammte Nahrung, könne sich aber von Früchten und Sämereien ernähren. «Den Winter in der Schweiz wird er aber nicht überleben», sagt er.

Kestenholz vermutet, dass der Vogel aus einer Voliere entflogen ist. «Die Rosellasittiche sind gute Flieger, der gefundene Vogel muss also nicht aus Emmen sein», sagt der Experte.

Wer einen exotischen Vogel entdeckt, kann versuchen, diesen einzufangen. Dies geht am besten mit Futter, Fallen und/oder Netzen. Den Fund sollte man der Polizei melden. Unter Umständen fängt diese den Vogel auch selber ein. Wenn sich der Besitzer zwei Monate lang nicht meldet, darf man den Vogel behalten.

Barbara Inglin

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Luzerner Zeitung.