EMMEN: Ein Grossanlass kommt in unsere Region

2020 findet in und um Luzern das Eidgenössische Schützenfest statt. Erwartet werden 70 000 Personen. Das Zentrum soll in Emmen sein.

Stefan Dähler
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Das Eröffnungsschiessen des Eidgenössischen im Juni 2015 in Raron VS. 2020 wird in der Region Luzern scharf geschossen. (Bild: Keystone/Dominic Steinmann)

Das Eröffnungsschiessen des Eidgenössischen im Juni 2015 in Raron VS. 2020 wird in der Region Luzern scharf geschossen. (Bild: Keystone/Dominic Steinmann)

In vier Jahren wird in der Region Luzern scharf geschossen. 2020 findet von Mitte Juni bis Mitte Juli an mehreren Standorten das Eidgenössische Schützenfest statt. Das Zentrum soll am Rande des Militärflugplatzes Emmen errichtet werden. Der dortige Stand Hüslenmoos ist als Hauptschiessplatz vorgesehen. Dies bestätigt Adrian Stettler, designierter Vizepräsident des Organisationskomitees, auf Anfrage unserer Zeitung. «Weitere Wettbewerbe sind unter anderem im Schiessstand Stalden in Kriens, in der Indooranlage auf der Luzerner Allmend sowie in Perlen, Ballwil, Inwil, Malters, Rain und Ruswil geplant.»

Bestehende Bauten nutzen

Hinter dem Anlass steht eine Trägerschaft von 27 Luzerner Schützenvereinen. Diese hat sich beim Schweizer Schiesssportverband um die Austragung des Eidgenössischen 2020 beworben und Ende letzten Jahres den Zuschlag erhalten. «Im Gegensatz zu früheren Festen wollen wir bestehende Anlagen nutzen», sagt Stettler. Auch für das Festzentrum in Emmen möchte man möglichst auf bestehende Infrastrukturen zurückgreifen. Zwischen den Schiessständen sollen Shuttlebusse verkehren. Fix ist aber noch nichts. «Die Planung beginnt erst. Es sind noch keine Verträge unterschrieben.»

Die Dimensionen des Anlasses sind enorm. Er dauert einen Monat, erwartet werden etwa 40 000 Teilnehmer und 30 000 Zuschauer. Das Budget wird 15 bis 17 Millionen Franken betragen. Rund 10 Millionen finanzieren die Teilnehmer mit Gebühren. «Dieses Geld geht wieder an die Schützen zurück in Form von Preisen», sagt Stettler. Der Rest werde durch Sponsoren oder Firmen mit einer Umsatzbeteiligung finanziert. Freiwillige Helfer werden rund 7500 Einsatztage leisten. Der nächste Schritt ist die Bildung des Organisationskomitees. Dieses soll bis Ende Jahr stehen. Als Präsident wolle man eine prominente Persönlichkeit aus der Luzerner Politik gewinnen. Mögliche Namen will Stettler noch nicht nennen.

Nur lärmsanierte Anlagen

Wie sieht es mit der Lärmbelastung für die Bevölkerung aus? «Es werden nur lärmsanierte Schiessanlagen genutzt», sagt Stettler. Die Wettkämpfe fänden nur tagsüber statt. «Durch die dezentrale Organisation gibt es keine Konzentration auf einen Ort.» Dies sei beispielsweise beim Eidgenössischen Schützenfest 2010 in Aarau ein Problem gewesen.

Wo die Besucher untergebracht werden, ist ebenfalls noch offen. «Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Teilnehmer vor Ort übernachten. Über die Hälfte organisiert sich aber jeweils selbst», sagt Urs Weibel. Er war Generalsekretär des Organisationskomitees für das letzte Eidgenössische 2015 im Wallis. Damals habe man mit Tourismusorganisationen zusammengearbeitet und Übernachtungsmöglichkeiten auf Campingplätzen, in Hotels, Ferienhäusern, Zivilschutzanlagen oder Lagerhäusern angeboten. In Luzern ist die Planung noch nicht so weit, das Konzept dürfte aber ähnlich aussehen.

«Landesweite Ausstrahlung»

Bei der Gemeinde Emmen steht man dem Grossanlass positiv gegenüber: «Selbstverständlich freuen wir uns, wenn das Eidgenössische in unserer Gemeinde stattfindet. Der Anlass hat eine landesweite Ausstrahlung», sagt Gemeindepräsident Rolf Born (FDP). «Wir finden es auch zweckmässig, dass die Wettkämpfe auf bestehenden Anlagen durchgeführt werden und somit keine neuen gebaut werden müssen.» Für die Nachbarn des Standes im Hüslenmoos werde der Anlass jedoch auch Lärm zur Folge haben. «Das muss man dann in der Detailplanung anschauen.» Born sieht es ebenfalls als Vorteil, dass die Wettkämpfe dezentral organisiert sind, was die Belastung auf mehrere Standorte verteilt.

Dass die Gemeinde das Schützenfest finanziell unterstützt, sei nicht vorgesehen. «Das haben wir auch bei anderen Grossanlässen wie dem Innerschweizer Schwingfest nicht getan.» Möglich sei aber, dass man Infrastruktur vergünstigt zur Verfügung stellt. «Ausserdem werden wir den Organisatoren bei der Planung Unterstützung anbieten.»
 

Stefan Dähler

 

Nur alle fünf Jahre

Schützen std. Das erste Eidgenössische fand 1824 in Aarau statt. Berühmt ist die Ausgabe von 1849. Es handelte sich um das erste Schützenfest nach der Gründung des modernen Bundesstaates. In Gottfried Kellers «Das Fähnlein der sieben Aufrechten» steht dieser Anlass im Zentrum. Luzern war 1832, 1853, 1901, 1939 und 1979 Austragungsort. Das Fest fand in wechselnden Abständen statt – teils jedes vierte, dritte, zweite oder gar jedes Jahr. Zwischen 1939 und 1949 fiel es aus, weil nicht genügend Munition vorhanden war. Seit 1985 findet das Schützenfest alle fünf Jahre statt. Die Ausgabe 2020 wird die 58. sein.