EMMEN: Ein Romand kommandiert neu den Flugplatz

Frédéric Ryff hat einst in Emmen seine ersten Flugversuche gemacht. Gestern übernahm er das Kommando des Flugplatzes.

Sandra Monika Ziegler
Drucken
Teilen
Der abtretende Kommandant Oberst Peter Rohrer (rechts) übergab gestern das Kommando des Militärflugplatzes Emmen an seinen Nachfolger Oberst Frédéric Ryff. (Bild: Roger Grütter)

Der abtretende Kommandant Oberst Peter Rohrer (rechts) übergab gestern das Kommando des Militärflugplatzes Emmen an seinen Nachfolger Oberst Frédéric Ryff. (Bild: Roger Grütter)

«Ich freue mich auf die verantwortungsvolle Aufgabe», sagt Frédéric Ryff (45), der neue Kommandant des Flugplatzes Emmen. Ryff ist Oberst im Generalstab und war beruflich immer im Militär tätig. Seine Pilotenausbildung genoss er übrigens hier in Emmen, er war später Jet-Fluglehrer und liess sich 1989 auf die F/A-18 umschulen.

Seine Familie ist bilingue

Der Westschweizer Ryff ist mit seiner Frau und den drei schulpflichtigen Kindern im Herbst nach Horw gezogen. «Die Region ist mir nicht unbekannt, einige Familienmitglieder wohnen bereits in der Gegend», so Ryff. Den Rösti­graben hätten sie zumindest sprachlich die Familie ist bilingue – schon vorher problemlos überwunden. Zudem seien sie auch sportlich aktiv, und damit knüpfe man immer gute Kontakte. So könnte es durchaus sein, dass man Ryff künftig auf einem Golfplatz antrifft. «Zusammen mit meinem Sohn werde ich die Golfplätze der Umgebung als Gast testen.» Ryff hat übrigens Handicap 32 und spielt seit 18 Monaten Golf.

Sein Wunsch: Wiesen öfter mähen

Der Flugplatz Emmen stösst bei Anwohnern immer wieder auf Kritik, vor allem wegen der Lärmbelastung. Frédéric Ryff verspricht, er wolle mit den Anrainern und den Flugplatzkritikern in regem Austausch bleiben das habe indes auch schon sein Vorgänger gemacht. «Das ist wichtig für die Vertrauensbildung.» Bereits Anfang Jahr steht ein erstes Treffen an – mit den Landpächtern im Umfeld des Flugplatzes, mit denen er künftig regelmässige Treffen abhalten will. «Das ist wichtig, um den Flugplatz als sicheren Platz betreiben zu können», sagt Ryff. Eines der Anliegen des Flugplatzes sei es zum Beispiel, dass die Landstreifen in Pisten­nähe früher und öfter gemäht werden, damit nicht zu viele Vögel in Jetnähe sind. Denn das sei eine Gefahr für den Flugbetrieb.

Und wie schätzt der neue Kommandant die Zukunft für den Standort Emmen ein? Ryff sagt dazu lediglich: «Mit der Neuausrichtung der Armee wird auch Emmen neue Aufgaben akquirieren können.» Was dies genau bedeutet, ist allerdings unklar. Ebenso unklar bleibt, wie sich allfällige Schliessungen anderer Flugplätze auf den Betrieb in Emmen auswirken würden. Der Flugplatz Emmen hat 300 Arbeitsplätze. Zusammen mit Ruag, Armasuisse und Skyguide sind es 1450 Stellen, davon 95 für Lehrlinge.

«Einer musste am Boden bleiben»

Für den bisherigen Flugplatzkommandanten Peter Rohrer fängt nun ein neuer Lebensabschnitt an. Er geht mit 63 Jahren in Pension. Und er freut sich darüber: «Das habe ich schon länger so geplant. Schliesslich will ich in Rente gehen, solange ich noch fit bin.» Dass es ihm nicht langweilig wird, dafür habe seine Frau bereits vorgesorgt. «Sie wird mich unter ihre Fittiche nehmen und mich in die Technik der effizienten Haushaltführung einführen.» Im Gegensatz zu seinem Nachfolger hat Rohrer übrigens keine Fliegerkarriere hinter sich. Peter Rohrer wollte als junger Mann zwar zu den Fliegertruppen, wurde aber bei den Gebirgsinfanteristen eingeteilt. Was ihn damals noch wurmte, nimmt er heute eher sportlich und meint lachend: «Einer musste ja am Boden bleiben.»

Sandra Monika Ziegler