Emmen entscheidet über Zukunft der Stadt

Die Gemeinde Emmen stimmt am Sonntag darüber ab, ob sie Fusionsverhandlungen mit Luzern aufnehmen will. Sagt sie Nein, muss die Stadt ihre Wachstumsstrategie ganz aufgeben.

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Kommt es zu Fusionsverhandlungen zwischen Emmen und Luzern? Darüber wird das Emmer Stimmvolk an der Urne entscheiden.

Kommt es zu Fusionsverhandlungen zwischen Emmen und Luzern? Darüber wird das Emmer Stimmvolk an der Urne entscheiden.

Luzern fusionierte auf 2010 mit der Vorortsgemeinde Littau. Für die Behörden war schon damals klar, dass die Stadt sich mit weiteren Gemeinden zusammenschliessen muss, um wirtschaftlich wachsen und sich im Standortwettbewerb behaupten zu können.

Die Stadtluzerner stützen diese Wachstumsstrategie und sprachen sich im November 2011 für Fusionsverhandlungen mit Nachbargemeinden aus. Doch drei der vier möglichen Partner - Adligenswil, Kriens und Ebikon - erteilten der Stadt eine klare Abfuhr.

Die Hoffnungen der Stadt ruhen somit ganz auf dem Vorort Emmen. Dort hatte sich wegen eines umstrittenen Parlamentsentscheides die Abstimmung über die Aufnahme von Fusionsverhandlungen verzögert.

Nur eine kleine Grossstadt

Klar ist, dass die Stadt das Ziel, ihre Einwohnerzahl von heute 77'000 durch Fusionen fast zu verdoppeln, nicht mehr schaffen kann. Immerhin könnte Luzern mit einem neuen Stadtteil Emmen (28'000 Einwohner) den Wert von 100'000 Einwohnern übertreffen.

Auch die Absicht, aus der auf ein halbes Dutzend Gemeinden aufgeteilten Stadtregion eine politische Einheit zu formen, kann nur noch teilweise erreicht werden. Trotzdem halten die Regierungen von Luzern und Emmen am Fusionskurs fest.

Emmen ist als zweitgrösste Gemeinde des Kantons keine vernachlässigbare Grösse und würde sich geografisch in Luzern und dessen neuen Stadtteil Littau einfügen. Und genau dort, im Luzerner und Emmer Grenzgebiet, ist bereits ein neuer Stadtteil in Planung.

Unterschiedliche Rezepte

Emmen winken aber auch handfeste Vorteile. Die einst starke Industriegemeinde hat finanzielle Probleme. Mit einer Fusion würde die hohe Steuerbelastung auf das tiefe Niveau der Stadt sinken. Die Fusionsbefürworter erklären zudem, dass Emmen allein zu schwach sei, um sein Wachstumspotenzial zu nutzen.

Die Gegner sehen dies anders. Sie warnen davor, dieses Potenzial an die Stadt zu verscherbeln, die selbst vor grossen finanziellen Problemen stehe. Ihr Rezept für eine erfolgreiche Zukunft lautet Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit.

Wie sich das Nein von Adligenswil, Kriens und Ebikon auf das Abstimmungsverhalten Emmens auswirkt, ist offen. Die Stadt weist darauf hin, dass Fusionsverhandlungen mit nur zwei Gemeinden einfacher seien als mit fünf.

Arbeiten Luzern und Emmen einen Fusionsvertrag aus, dürfte dieser Mitte 2014 den Stimmberechtigten vorgelegt werden.

sda