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EMMEN: Exekutivpolitikerinnen setzen zum Höhenflug an

Bei ihrem jährlichen Treffen tauchten die Rätinnen des Kantons Luzern in eine Männerdomäne ein. Auch ihre tägliche Arbeit nehmen einige noch immer so wahr.
Luzerner Gemeinderätinnen lassen sich von Erich Rohner, stellvertretender Chef des Trainings-Centers, den Flugsimulator auf dem Flugplatz Emmen erklären. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Luzerner Gemeinderätinnen lassen sich von Erich Rohner, stellvertretender Chef des Trainings-Centers, den Flugsimulator auf dem Flugplatz Emmen erklären. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Pünktlich um 9 Uhr fanden sich am Samstagmorgen 32 Frauen im Kongresssaal des Gersags in Emmenbrücke ein. Zum Treffen geladen hatte Susanne Truttmann (SP), erste und bis anhin einzige Gemeinderätin von Emmen. Anlass war das alljährliche Rätinnentreffen, zu welchem alle Frauen, die im Kanton Luzern ein Exekutivmandat innehaben, eingeladen waren. Seit über 20 Jahren findet dieses Treffen der Gemeinde- und Stadträtinnen einmal jährlich statt, die Gemeinden des Kantons Luzern wechseln sich in der Ausrichtung ab.

Nur 109 von 394 Sitzen

Auch wenn die Örtlichkeit jedes Jahr ändert, die Grundidee der Treffen bleibt die gleiche: «Das Rätinnentreffen dient den Frauen im Kanton Luzern mit Exekutivmandat zur Vernetzung und zum Austausch von Erfahrungen», so Truttmann. Es sei ausgesprochen wichtig, dass sich die Frauen gegenseitig stärken und fördern würden, so die 56-Jährige. Auch, um dem Trend entgegenzuwirken, der sich bei den Kommunalwahlen 2012 abgezeichnet hatte: Von 394 zur Verfügung stehenden Sitzen in den Stadt- und Gemeindeexekutiven sicherten sich die Frauen lediglich 109. So schloss auch Truttmann ihre kurze Willkommensrede mit der Bitte, ihre Kolleginnen mögen doch anderen Frauen Mut machen, sich politisch zu engagieren.

Zuerst Militär, dann Kunst

Allen Bemühungen zum Trotz, nicht zuletzt soll das alljährliche Rätinnentreffen auch eine Möglichkeit sein, eine Gemeinde näher kennen zu lernen. Und so machte sich die Gruppe Richtung Militärflugplatz auf, wo sie vom Oberst im Generalstab, Frédéric Ryff, erwartet wurde. Mit einer kurzen Präsentation informierte Ryff über den Flugplatz und seine Aufgaben, bevor es dann auf einen Rundflug mit dem Flugsimulator ging. Nebst einzelnen Fragen zur Geografie und zur Ausbildung der Piloten gaben vor allem die Flugkünste von Erich Rohner, dem stellvertretenden Chef des Training-Centers, zu reden, der die Frauen mit seinen Rollen und Loopings auf einem fiktiven PC-21-Flug beeindruckte.

Für den zweiten Teil des Anlasses entschied sich Truttmann für einen «kreativen Kontrast» – und lud zur Ausstellung der Stiftung Akku auf dem Areal der Monosuisse. «Die Viscosistadt, wie das Areal auch genannt wird, hat wie der Militärflugplatz eine wichtige Bedeutung für Emmen und prägt die Entwicklung der Gemeinde», so Truttmann.

Es braucht «einen breiten Rücken»

Bei der Ausstellung der Beromünster Künstlerin Pia Fries hatten die Frauen Gelegenheit, sich über ihre politischen Erfahrungen und die Herausforderungen ihrer Mandate auszutauschen. Gemäss Erika Oberli (CVP) sei es manchmal schwierig, unter dem Kostendruck allen Bedürfnissen gerecht zu werden. «Dort steht das Wünschenswerte immer wieder im Konflikt mit dem Machbaren», so die Gemeindepräsidentin von Alberswil. Lotti Stadelmann (SP) sieht das ähnlich. Als eine der wenigen anwesenden Frauen steht sie nicht dem Sozial-, Bildungs- oder Kulturressort vor, sondern wacht über die kommunalen Finanzen von Ruswil: «Man sollte schon einen breiten Rücken haben und lernen, aushalten zu können, dass man es nicht immer allen recht machen kann», sagt sie.

Dies sei nicht immer einfach und könne mitunter ein Grund sein, weswegen die Frauen entsprechend ihrem Anteil in der Bevölkerung in der Politik untervertreten seien, sagt Margrit Künzler (CVP). «Durch ein Mandat in der Gemeindeexekutive ist man exponiert und macht sich dadurch auch angreifbar», so die Sozialvorsteherin der Gemeinde Root. Dies beeinflusse Frauen bestimmt in ihren Überlegungen, sich politisch zu engagieren.

Doch Künzler sieht eine Frauenquote nicht als Lösung für die Erhöhung des Frauenanteils in der Politik. In der Exekutive handle es sich vor allem um eine Personenwahl, welche nicht einfach durch eine Quotenregelung zu lösen sei. Es könne zwar durchaus sein, dass diese den Start und die Rekrutierung der Frauen in die Politik erleichtern könne. «Aber es muss auch ein Umdenkprozess in der Gesellschaft stattfinden.»

Dem stimmt Beatrix Küttel (CVP), Sozialvorsteherin der Gemeinde Weggis, zu, und sie ergänzt: «Es muss vor allem das Interesse für die Politik und das Amt vorhanden sein.»

Alexandra Hirsiger

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