EMMEN: Flugplatz: Kanton Luzern will mehr Arbeitsplätze

Die geplante Schliessung des Militärflugplatzes in Sion soll keine höhere Lärmbelastung zur Folge haben, fordert die Luzerner Regierung vom Bund. Dieser soll im Tausch zu mehr Jet-Bewegungen auch mehr Jobs schaffen.

Martina Odermatt
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Eine F/A-18 im Hangar auf dem Flugplatz Emmen. Wird der Flugplatz Sion umgenutzt, dürfte der Druck auf mehr Emmer Flüge steigen. (Bild: Pius Amrein (5. August 2014))

Eine F/A-18 im Hangar auf dem Flugplatz Emmen. Wird der Flugplatz Sion umgenutzt, dürfte der Druck auf mehr Emmer Flüge steigen. (Bild: Pius Amrein (5. August 2014))

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Am letzten Tag der Vernehmlassungsfrist hat der Kanton Luzern doch noch Stellung zum Programmteil des Sachplans Militär genommen. Er äussert sich kritisch zur geplanten Schliessung des Militärflugplatzes Sion. Seit Dezember ist klar, dass dieser Militärflugplatz ab 2021 zivil genutzt wird. Durch die Umnutzung dürften sich die lärmintensiven Jet-Flugbewegungen künftig auf die drei verbleibenden Militärflugplätze – Payerne, Meiringen und Emmen – verteilen. Grundsätzlich befürwortet der Luzerner Regierungsrat, dass das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am Flugplatz Emmen festhält. Der Regierungsrat beantragt vom Bund jedoch, dass die Lärmbelastung in Emmen und den umliegenden Gemeinden nicht zunimmt. Hier die konkreten Forderungen:

  • Die Lärmbelastung durch den Flugplatz Emmen übersteigt das heutige Mass nicht.
  • Die Verlegung von Flugbewegungen von anderen Flugplätzen nach Emmen geht mit einem Ausbau der Ausbildungs- und Arbeitsplätze einher.
  • Eine minimale Pistensperre von vier Wochen im Sommer, teilweise während der Sommerschulferien, wird eingehalten;zusätzlich soll der Flugbetrieb während mindestens zwei Wochen reduziert werden.
  • Das Objektblatt für den Flugplatz Emmen wird gleichzeitig mit den Objektblättern für Meiringen und Payerne festgesetzt. Heisst: Die Planung der Flüge soll koordiniert werden.
  • Der heutige Status Emmens als Ausweichflugplatz bleibt erhalten.
  • Die bestehenden Flugbetriebszeiten bleiben erhalten; der Kanton erwartet eine zurückhaltende Bewilligungspraxis für Jet-Flüge ausserhalb dieser Zeiten.

Regierungsrat Paul Winiker (SVP) ist zuversichtlich, dass die Forderungen beim VBS Gehör finden und sagt auf Anfrage: «Wir pflegen seit Jahren einen guten und konstruktiven Austausch mit der Armee und insbesondere auch mit der Luftwaffe. Dies wollen wir weiterhin tun.» Winiker ist es aber auch wichtig, dass vor allem die Haltung der betroffenen Gemeinden in diesen Austausch einfliesst. «Rückblickend betrachtet haben wir – Kanton und Gemeinden – bereits einiges erreichen können, zum Beispiel die Flugpause im Sommer.»

Luzius Hafen, Präsident des Schutzverbands der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen (SFE), ist erfreut über die Stellungnahme. Gefährlich findet er die Verknüpfung von Arbeitsplätzen und Flugbewegungen. Seiner Meinung nach führen mehr Arbeitsplätze zwangsläufig zu einer höheren Lärmbelastung: «Emmen hat heute schon doppelt so viele Arbeitsplätze wie die zum Vergleich stehenden Flugplätze Payerne und Meiringen. Ein Ausbau von wenigen Arbeitsplätzen wäre nach unserer Einschätzung nur um den Preis einer unverhältnismässigen Zunahme der Lärmbelastung zu gewinnen.» Seines Erachtens müsse die Stossrichtung der Politik dahingehen, dass die Nischenproduktion des Rüstungskonzerns Ruag ausgebaut werde. «Das ergibt viele Arbeitsplätze auf wenige und leise Transportflugbewegungen.»

Die geplante Schliessung des Flughafens in Sion ist für den Kanton Luzern von Bedeutung, weil sich die jährlich rund 3600 lärmintensiven Jet-Bewegungen auf die restlichen drei Militärflugplätze aufteilen werden. Nach welchem Schlüssel die Flüge verteilt werden, steht noch nicht fest. Doch auch in Bern formiert sich Widerstand. In seiner Stellungnahme wies der Kanton Bern auf die touristisch wichtige Region Meiringen und Brienz hin und darauf, dass eine Zunahme der Flugbewegungen nicht die Folge der Schliessung in Sion sein dürfe.

Die Verteilung der Flugbewegungen wird jedoch erst in einem zweiten Schritt bekannt gegeben. Dann nämlich, wenn der zweite Teil des Sachplans, der Objektteil, in die Vernehmlassung geht. Darin ist definiert, wer was wann wie oft nutzt. Spätestens dann muss das VBS Zahlen liefern zu den geplanten Flugbewegungen in Emmen.

Hinweis

Am Mittwoch und Donnerstag finden in Emmen ausserordentliche Flüge statt, und zwar jeweils zwischen 18 und 22 Uhr, wie das VBS mitteilt.