EMMEN: «Gersag»: Mit veganer Küche zum Erfolg

Das Zentrum Gersag schrieb in den letzten Jahren immer wieder rote Zahlen. Die neue vegane Küche scheint dies zu ändern.

Mirjam Weiss
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«Gersag»-Geschäftsführer Rolf Kälin setzt in seinem Restaurant auf vegane Küche. (Bild Pius Amrein)

«Gersag»-Geschäftsführer Rolf Kälin setzt in seinem Restaurant auf vegane Küche. (Bild Pius Amrein)

«Wir haben das Restaurant komplett umgestellt», sagt «Gersag»-Geschäftsführer Rolf Kälin. Nicht nur optisch, mit Eichenholz- statt Plastiktischen oder Steinverkleidungen an den Wänden, sondern auch inhaltlich: Ab Mitte April wird das Restaurant Gersag vegan. Veganismus ist eine Lebensweise, welche die Nutzung von Tieren und tierischen Produkten wie Fleisch, Milch, Eier oder Honig ablehnt.

Biogarten neben dem Restaurant

Schon seit dem letzten Sommer findet man auf der Speisekarte des Restaurants neben Fleisch- und vegetarischen Gerichten auch vegane Tagesmenüs. «Die veganen Menüs haben sich doppelt so gut verkauft wie die übrigen Menüs», sagt Kälin. «Diese Ernährungsweise ist immer mehr im Kommen», so der diplomierte Hotelier, der sich selber seit einem halben Jahr vegan ernährt. Er führt dies unter anderem auf das gestiegene Gesundheitsbewusstsein vieler Leute zurück. «Ausserdem ist die vegane Küche reich an unterschiedlichen Geschmäcken.» Viele der verwendeten Produkte stammen aus dem betriebseigenen Biogarten direkt neben dem Restaurant.

Die Neu-Ausrichtung des Restaurants Gersag scheint Früchte zu tragen: «2013 haben wir auch finanziell ein sehr gutes Jahr gehabt», sagt Kälin. Der Umsatz sei im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2012 um fast 10 Prozent gestiegen. Demgegenüber stiegen die Kosten nur um 0,1 Prozent.

Auch was die Vermietung der neun Säle und Gruppenräume angeht, die neben dem Restaurant zum Seminar- und Kulturzentrum Gersag gehören, kann Kälin Erfolge verzeichnen: «Die Säle sind jetzt besser ausgelastet», sagt der Geschäftsführer. «Viele Firmen aus der Region nutzen die Räume vermehrt für Anlässe, wie Weihnachtsfeiern.» Bei Banketten im Gersag-Zentrum würden übrigens auch künftig Gerichte mit Fleisch und Fisch angeboten, verspricht Kälin.

«Bedürfnis ist da»

In den vergangenen Jahren schrieb das gemeindeeigene Seminar- und Kulturzentrum Gersag immer wieder rote Zahlen. In der Emmer Gemeinderechnung 2012 etwa stand zu lesen: «Die finanziellen Vorgaben konnten trotz gesteigertem Umsatz nicht erfüllt werden.» Zur aktuellen finanziellen Situation des Gersag-Zentrums will der Emmer Gemeindepräsident Rolf Born erst nach der Publikation der Gemeinderechnung 2013 im April Stellung nehmen. Im letzten Jahr seien aber verschiedene bauliche und personelle Massnahmen getroffen worden, um die Wirtschaftlichkeit des Gersag-Zentrums zu verbessern, verrät Born trotzdem. Er ist überzeugt, dass damit neue Trends aufgenommen und Kundenbedürfnisse befriedigt werden können.

Hinweis:

Mehr Informationen zum Seminar- und Kulturzentrum Gersag gibt es unter www.gersag.ch