Emmen
Gespart wurde seit zehn Jahren: Nun hat die Freie Evangelische Kirche Emmen ein neues Zuhause gefunden

Am Wochenende hat die Freikirche offiziell ihre neuen Räumlichkeiten eingeweiht. Der Umbau wurde vollumfänglich aus Mitglieder- und Spendengeldern berappt. Kostenpunkt: eine halbe Million Franken.

Chiara Z'Graggen Jetzt kommentieren
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Der neue Saal bietet Platz für bis zu 200 Personen.

Der neue Saal bietet Platz für bis zu 200 Personen.

Bild: Patrick Hürlimann (Emmen, 23. Oktober 2021)
Klaus Aeschlimann ist Pastor in der Freien Evangelischen Kirche Emmen.

Klaus Aeschlimann ist Pastor in der Freien Evangelischen Kirche Emmen.

Bild: Patrick Hürlimann (Emmen, 23. Oktober 2021)

Die Freie Evangelische Kirche Emmen hat am Wochenende an der Mooshüslistrasse 32 in Emmen ihre neuen Räume eingeweiht. Sie liegen in den beiden oberen Stockwerken einer Garage und bieten im Gottesdienstsaal Platz für maximal 200 Personen. Darüber hinaus gibt es weitere Räume, genauer eine Cafeteria, mehrere Zimmer für den Unterricht von Kindern und Jugendlichen sowie Büros. «Mit wenigen Ausnahmen haben wir als Gemeinde hier alles selbst ausgebaut», sagt Pastor Klaus Aeschlimann. Dabei habe die Freikirche auf die Unterstützung der Mitglieder zählen können.

Emmen bildet einen zentralen Punkt in der Zentralschweiz

Der Prozess vom Finden einer neuen Liegenschaft bis zum definitiven Umzug im Sommer dieses Jahr war ein langwieriger. «Wir haben seit zehn Jahren eine neue Bleibe gesucht», sagt Aeschlimann. Die Kriterien: Mehr Platz, Standort Emmen, nicht im Industriegebiet – und ins Budget musste die Miete ebenfalls passen.

«Am liebsten hätten wir
ein Haus gekauft»,

so Aeschlimann. Dieser Wunsch ging in Erfüllung. Für die beiden Stockwerke an der Mooshüslistrasse hätte die Freikirche aber einen guten, langjährigen Vertrag aushandeln können.

Acht Standorte in der Zentralschweiz

Nicht nur in Emmen, sondern auch in Horw, Hochdorf, Willisau, Unterägeri, Sarnen, Stans und Altdorf ist die Freie Evangelische Kirche in der Zentralschweiz vertreten. Die Urschweizer Gemeinden waren hierbei die ersten, bevor vor 35 Jahren Emmen hinzukam. Damals hatten sich Arbeiter ein Gotteshaus ihrer Religion gewünscht. Klaus Aeschlimann schätzt die Anzahl Mitglieder auf ungefähr 500. (zgc)

Standorte Freier Evangelischen Kirchen in der Zentralschweiz

Der Umbau wurde vollumfänglich aus Mitglieder- und Spendengeldern berappt. Kostenpunkt: eine halbe Million Franken. «Gespart haben wir, seit der Wunsch für einen Tapetenwechsel da war, also seit zehn Jahren», erzählt der Pastor. Die Räume sollen künftig nicht nur der Glaubensgemeinschaft dienen, sondern auch an Vereine oder Privatpersonen vermietet werden. Partywütige möchte man lieber nicht. Und: «Da wir politisch neutral sind, müssen wir uns noch überlegen, ob wir die Räume auch an Parteien vermieten möchten.»

Über 200 religiöse Gemeinschaften

Die Theologische Fakultät der Universität Luzern zählt im Kanton Luzern rund 200 religiöse Gruppen und Gemeinschaften. Dabei sind 122 katholisch, 32 reformiert, 1 christkatholisch, 7 orthodox und 28 freikirchlich. Eine ganze Auflistung mit Karte gibt es auf der Website der Fakultät.

Die Cafeteria ist nicht voll bestuhlt. Maximalbelegung: 90 Plätze.

Die Cafeteria ist nicht voll bestuhlt. Maximalbelegung: 90 Plätze.

Bild: Patrick Hürlimann (Emmen, 23. Oktober 2021)

Der Gemeinde in Emmen gehören derzeit bereits etwa 110 Erwachsene an. Der Zuwachs hat überdies nichts mit der Verschiebung der Räumlichkeiten zu tun, wie der Pastor betont. Grössere Wachstumsschübe seien ohnehin keine zu verzeichnen. Trotzdem ist man in der Freien Evangelischen Kirche Emmen nicht aktiv am Werben. «Ich bin überzeugt, dass diejenigen, die im Sinne Jesu zu uns gehören sollen, den Weg zu uns finden.» Darüber hinaus gibt es immer wieder Veranstaltungen, zu denen Nichtmitglieder ebenfalls willkommen sind.

Ab Freitag, 29. Oktober, führen dreizehn Kirchgemeinden aus der Zentralschweiz gemeinsam mit der Non-Profit-Organisation Netz-Werk ein Projekt unter dem Namen «Life on Stage» durch. Es gibt drei Musicals, die alle mit dem Glauben zusammenhängen. Die Veranstaltung ist gratis und findet an acht Abenden und an einem Sonntagnachmittag in der Messehalle 3+4 auf der Luzerner Allmend statt. Mehr unter www.liveonstage.com

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