Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

EMMEN: Grüenmatt braucht zusätzlichen Fussweg

Der Einwohnerrat hat den Bebauungsplan für das Gebiet zurückgewiesen, weil er Dichte und Verkehrserschliessung der Überbauung bemängelt. Die Bauherrschaft ist konsterniert – und will notfalls auf den alten Bebauungsplan zurückgreifen.
Beatrice Vogel
Viel Platz zwischen den Gebäuden: So soll die Siedlung auf dem Grüenmatt-Areal in Emmen dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

Viel Platz zwischen den Gebäuden: So soll die Siedlung auf dem Grüenmatt-Areal in Emmen dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

Eigentlich geniesst der Bebauungsplan Grüenmatt in Emmen grosse Akzeptanz. Auf der grünen Wiese entlang der Reuss gegenüber den CKW Rathausen will die Schmid Immobilien AG aus Ebikon eine Wohnüberbauung realisieren. In vier L-förmigen Gebäuden sollen rund 150 Eigentums- und Mietwohnungen entstehen. An der letzten Einwohnerratssitzung, an welcher der Bebauungsplan hätte behandelt werden sollen, lobten alle Fraktionen von links bis rechts die hohe Qualität und Attraktivität desselben.

Das Geschäft hätte also glatt durchgehen sollen – das Parlament wies es aber mit 23 zu 15 Stimmen zurück (Ausgabe vom 20. Dezember). Die Linken, die den Bebauungsplan fast vollumfänglich guthiessen, wurden von CVP, FDP und Teilen der SVP überstimmt. Ausschlaggebend waren zwei Kritikpunkte: die Dichte und die Verkehrs­erschliessung der Überbauung.

Geschossfläche ist 10 Prozent grösser

Die Dichte ist der CVP ein Dorn im Auge. Sie blickt mit Sorge auf das Wachstum der Gemeinde, das Finanzprobleme und eine Überlastung der Infrastruktur zur Folge habe. «Die Verkehrsbelastung auf der Seetalstrasse ist bereits heute sehr hoch, es fehlt an genügend Schulraum in Emmen Dorf, das Gebiet liegt eher peripher und bietet sich für eine innere Verdichtung nicht an», begründete in der Ratssitzung CVP-Fraktionschef Christian Blunschi. Seine Partei fordert deshalb, dass das Projekt re­dimensioniert wird.

Seit 2011 gibt es nämlich einen gültigen Bebauungsplan für die Grüenmatt. Dieser lässt dreigeschossige Gebäude zu. Nach dem neuen Bebauungsplan sollen fünfgeschossige Bauten zugelassen werden, wodurch etwa 50 Wohnungen mehr erstellt werden können. Gemäss Bau­direktor Josef Schmidli (CVP) würde dadurch die Geschossfläche etwa 10 Prozent grösser. «Auch ich habe eine kritische Einstellung gegenüber dem Wachstum, aber diese 10 Prozent sind meiner Meinung nach nicht matchentscheidend», sagt Schmidli. Die Devise sei, dass man dort verdichtet, wo sowieso gebaut wird, und dafür andere Landreserven frei lässt. Eine Redimensionierung des Projekts würde diesem Grundsatz widersprechen.

Dichte wird in zweiter Priorität behandelt

Welche Anpassungen die Forderung nach Redimensionierung zur Folge hat, ist laut Schmidli noch offen. «Die Dichte wird bei der weiteren Bearbeitung in zweiter Priorität behandelt. Allenfalls kann mit Etappierungen dem Anliegen nach begrenztem Wachstum entsprochen werden.» Schliesslich handle es sich um die Forderung von nur einer Fraktion – bei anderen, allen vor­an bei der SP, kommt die Verdichtung sehr gut an. Zudem seien ­ die besagten 10 Prozent mehr Geschossfläche nicht entscheidend, wenn es grundsätzlich um Wachstum gehe.

Mehr beschäftigen wird den Gemeinderat der zweite Kritikpunkt: die Erschliessung. Diese wurde von allen Parteien kritisiert, wobei hauptsächlich die FDP den Bebauungsplan aus diesem Grund zurückwies. Das Problem der an der Reuss geplanten Siedlung ist nämlich das angrenzende Gewerbegebiet, in dem unter anderem CCA Angehrn und die Diga Möbel AG eine Niederlassung haben. Für Autos muss die Grüenmatt durch das Gewerbegebiet erschlossen werden, und zwar vom Ruag-Kreisel her via Hasliring und Buholzstrasse (siehe Grafik). Das passt der FDP nicht. Die Erschliessung führe zu einem Nutzungskonflikt mit dem Gewerbe. Zudem – und dies bemängeln alle Fraktionen – besteht ein Sicherheitsproblem für Fussgänger, die von der Grüen­matt zur Bushaltestelle Flugzeugwerke beim Ruag-Kreisel gehen wollen. Zwar gibt es im Süden einen Fussweg, über den man zur Bushaltestelle All­mendli gelangt. Die Einwohnerräte finden aber, dass es auch im nörd­lichen Teil der Siedlung einen Fussweg braucht. Mittlerweile haben die Grünen eine Motion mit dieser Forderung eingereicht.

Kein Trottoir auf der Erschliessungsstrasse

«Das Problem ist, dass es beim Hasliring und auf der Buholzstrasse kein Trottoir gibt», sagt Josef Schmidli. Um eines zu bauen, braucht es Platz, der entweder auf Kosten der Strasse oder der Grundeigentümer geht. Möglich wäre auch eine separate Fussverbindung. Schmidli ist zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden wird. Diese muss erst umgesetzt sein, bevor die nördlichen Gebäude, die als letzte realisiert werden sollen, gebaut werden. Allerdings muss die Fussweg- Lösung bereits bei der nächsten Behandlung im Einwohnerrat aufgezeigt werden, damit der Bebauungsplan durch das Parlament akzeptiert wird.

Bauherrschaft will an Bebauungsplan festhalten

Für Markus Schmid, Inhaber und Geschäftsführer der Schmid Immobilien AG mit Sitz in Ebikon, kam die Rückweisung des Bebauungsplans «total überraschend», wie er auf Anfrage unserer Zeitung sagt. Schliesslich sei man seit vier Jahren am Planen, und sowohl in der Stadtbild- wie auch in der Bau- und Verkehrskommission kam das Projekt gut an. «Wir sind konsterniert», sagt Schmid.

Man warte jetzt ab, was die Gemeinde weiterplant. «Wenn der Bebauungsplan abgelehnt wird, werden wir auf den aktuellen Bebauungsplan zurückgreifen, auch wenn wir das eigentlich nicht wollen.» Denn das neue Projekt sei architektonisch gut, gehe haushälterisch mit Boden um, und durch die Etappierung nehme die Bevölkerungszahl nicht so schnell zu.

Hinweis

Weitere Infos zum Bauprojekt: www.gruenmatt-emmen.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.