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Emmen: Herdschwand-Abriss wird neu ausgeschrieben — und verzögert sich weiter

Welche Firma reisst das ehemalige Altersheim Herdschwand ab? Diese Frage bleibt ungeklärt. Die Gemeinde Emmen schreibt die Arbeiten nochmals aus. Alles auf Anfang. Die Folge: Der Abriss verzögert sich wohl um ein ganzes Jahr.
Kilian Küttel
Das Betagtenzentrum Herdschwand, Baujahr 1974.

Das Betagtenzentrum Herdschwand, Baujahr 1974.

Was haben Asbest und das Luzerner Kantonsgericht gemeinsam? Beide kamen dem Emmer Gemeinderat in den letzten Monaten in die Quere. Bekanntlich will die Gemeinde das ehemalige Betagtenzentrum Herdschwand abreissen. 1,5 Millionen Franken dürfen die Arbeiten kosten, Ende September 2018 hätten sie abgeschlossen sein sollen.

Doch dann wurde der Asbest entdeckt, anschliessend beschäftigten sich die Richter mit der Auftragsvergabe. Das Betagtenzentrum, es steht also noch immer. Und daran wird sich so schnell nichts ändern.

Firmen waren nicht an Besichtigung

Wie die Gemeinde Emmen am Donnerstagmorgen mitteilt, bricht sie die Ausschreibung für die Abrissarbeiten ab und startet das Verfahren neu.

Grund ist das Kantonsgerichtsurteil vom letzten Dezember, worin die Richter zum Schluss kamen: Die Gemeinde hätte den Auftrag nicht jener Firma erteilen dürfen, die letztlich den Zuschlag erhalten hatte.

Ausschlaggebend war, dass kein Vertreter des Unternehmens an einem Besichtigungstermin erschienen ist, der obligatorisch gewesen wäre. Gleiches gilt für eine zweite Firma, die ebenfalls offeriert hatte, ohne an den Termin zu kommen.

Gemeinderat räumt Fehler ein

In der Mitteilung lässt sich Baudirektor Josef Schmidli (CVP) so zitieren: «An unserer damaligen Einschätzung können wir keine Freude haben.» Heute wisse man es besser, die beiden Firmen hätten aus dem Verfahren ausgeschlossen werden müssen. «Hier haben wir die Wirkung der Ausschreibungskriterien anders eingeschätzt», so Schmidli.

Den Zuschlag bekam eine Firma, die Kosten von 975'000 Franken offeriert hatte, aber wie gesagt vom Verfahren ausgeschlossen wird. Laut der Gemeinde sind nun nur noch zwei Bauunternehmer im Rennen, beide Offerten würden das Kostendach von 1,5 Millionen Franken aber übersteigen. Grund genug, die Ausschreibung neu zu lancieren. Schmidli: «Die Bevölkerung hat für den Rückbau der Herdschwand einen Kredit von 1,5 Millionen Franken gutgeheissen. Diesen Volkswillen setzt der Gemeinderat weiterhin um.»

Auch wenn sich das Projekt dadurch weiter verzögert. Denn gegen den Plan der Gemeinde kann das Rechtsmittel ergriffen werden. «Erst nachdem der provisorische Abbruch des Verfahrens rechtskräftig ist, kann der Gemeinderat eine neue Ausschreibung startet», heisst es in der Mitteilung. Was bedeutet: Es könnte noch ein Jahr ins Land ziehen, ehe der Abbruch beginnen kann. Damit rechnet jedenfalls der Emmer Gemeinderat. Auf den geplanten Baustart des Bauprojekts «Herdschwand» hat dieses Verfahren keinen Einfluss.

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