EMMEN: Herdschwand mobilisiert Volk

Dutzende Einwohner demonstrierten gegen den Verkauf des Herdschwand-Areals. Es nützte nichts: Der Einwohnerrat sagte deutlich Ja zum Verkauf.

Sandra Monika Ziegler
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Vertreter des Komitees «Herdschwand erhalten – zum Nutzen aller» demonstrierten gestern Nachmittag vor der Sitzung des Einwohnerrates gegen den Verkauf des Herdschwand-Areals. (Bild Roger Gruetter)

Vertreter des Komitees «Herdschwand erhalten – zum Nutzen aller» demonstrierten gestern Nachmittag vor der Sitzung des Einwohnerrates gegen den Verkauf des Herdschwand-Areals. (Bild Roger Gruetter)

«Mit unserer Aktion wollen wir auf unsere Anliegen aufmerksam machen. Unser Verein zählt bereits über 100 Mitglieder», sagt Rolf Stähli vom Verein und Komitee «Herdschwand erhalten – zum Nutzen aller».

Klares Votum im Parlament

An der Demo vor dem Gemeindesaal nahmen gegen 50 Personen teil. Die Aktion wurde angesagt, weil der Einwohnerrat gestern erstmals über das weitere Schicksal des Herdschwand-Grundstückes entschied. Doch die Kundgebung fand im Rat kein Gehör. Der Antrag auf einen Vorverkaufsvertrag mit der Firma Losinger Marazzi AG wurde mit 24 zu 12 Stimmen gutgeheissen. Der Rückweisungsantrag der Fraktion SP/Grüne/GLP wurde mit 24 zu 12 Stimmen abgelehnt. Die Fraktion monierte, dass der Verkauf ein kurzfristiges Denken sei und nur einen einmaligen Betrag erziele. Mit einem Baurechtsvertrag mit regelmässigen Zinseinnahmen hätte man die bessere Lösung.

Finanzdirektor Urs Dickerhof (SVP) gab zu bedenken, dass Baurechtsverträge auf dem aktuellen Markt nicht gefragt seien. «Emmen kann nicht das Ziel haben, möglichst viel vom Finanzausgleich zu beziehen», so Dickerhof. Das Ziel müsse sein, dass Emmen eine Zahlergemeinde werde. Die Fraktion der CVP sprach sich ebenfalls für den Verkauf aus. Sie werde jedoch beim Bebauungsplan falls nötig gezielte Verbesserungsvorschläge einbringen, um Qualität vor Quantität zu erhalten, wie Rolf Schmid betonte. Die Fraktion der FDP betonte, dass die Ampeln seit längerer Zeit auf Grün stehen und somit auch der Verkauf der Herdschwand. Und die SVP sieht anhand des Verkaufserlöses eine Entlastung der angespannten finanziellen Situation. Aus dem Verkauf des Grundstücks soll ein Erlös von rund 18 Millionen Franken resultieren – wobei die Gemeindekasse netto 12 Millionen Franken erhalten würde.

Volk entscheidet im März

Das Gegnerkomitee bleibt dabei, dass der Gemeinderat eine unabhängige Machbarkeitsstudie hätte erstellen und damit die weiteren Möglichkeiten zur Nutzung der Gebäude und des Geländes hätte auf­zeigen sollen. Rolf Stähli sagt: «Wir kämpfen bis zur Volksabstimmung vom 8. März. Denn in Emmens Bevölkerung herrscht eine andere Meinung als im Einwohnerrat.»