Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

EMMEN: Im Le Théâtre schlägt eine Lachbombe ein

Die Balken biegen sich: «The Show must go wrong» beschert im Le Théâtre im Gersag zweieinhalb Stunden Non-Stopp-Gaudi. Mit dabei ist Lokalmatadorin Fabienne Louves.
Ganz die englische Art: Szene aus «The Show must go wrong» mit ­Fabienne Louves als Gastschauspielerin. (Bild: PD)

Ganz die englische Art: Szene aus «The Show must go wrong» mit ­Fabienne Louves als Gastschauspielerin. (Bild: PD)

Ein Blick auf die Uhr – nein, noch nicht halb acht, nicht verspätet. Doch da wird bereits jede Menge gelacht und geklatscht am Mittwochabend im Theatersaal des Kultur- und Eventhauses Le Théâtre im Gersag Emmenbrücke. Der Vorbereitungsstress pur auf und um die Bühne ist denn auch urkomisch. Nichts will passen: Bilder hängen schief in der Kulissenlandschaft und lösen sich von der Wand, geschlossene Türen springen wie von Geisterhand geöffnet auf, der Kaminsims bröckelt, schräge Musik dazu, die nach einem tüchtigen Fusstritt des Tontechnikers in die Boxen ruft. Das kann ja heiter werden.

Und in der Tat – es wird mehr als heiter, wie es denn losgeht mit dem Stück «The Show must go wrong» – einem «katastrophalen Krimi zum Totlachen», wie das Programm ankündigt. Im Londoner West End schlug das Stück furios ein, wurde gar 2015 als Best New Comedy ausgezeichnet. Das Hechtplatztheater Zürich hat damit an der Limmat ebenfalls einen Grosserfolg eingefahren. Dieser Tage nun gastiert die Zürcher Truppe damit in der Zentralschweiz.

Zurück auf die Bühne: Der Tontechniker hat schliesslich seinen Platz eingenommen, die Inspizientin gibt die Bühne frei, und da liegt auch schon auf der Chaiselongue im Schloss Haversham die erste Leiche. Ohne diese geht es nicht – schliesslich wird eine Kriminalkomödie geboten. Eine englische zudem. Deshalb sind auch ein überaus dienstbeflissener Butler Charles und ein ebenso kurliger Inspektor Carter unabdingbar.

Urkomische englische Steifheit

Nicht nur sie sind quer in der Bühnenlandschaft. Da will auch inhaltlich nichts so recht zusammenpassen, Verwirrendes gibt’s im Geschehen zuhauf und jede Menge Schräges für Aug und Ohr des Publikums. Ein besonderer Reiz: Die Figuren sind englisch steif, und gleichzeitig verheddern sich die einzelnen Protagonisten noch und noch, verlieren sich – gewollt – im Text, tappen von einem Fauxpas zum andern. Daraus ergibt sich Situationskomik und Slapstick am Laufmeter – mit grandiosen Licht-, Ton- und weiteren Sinneseffekten unterlegt. Kaum Schonung gibt’s für Requisiten und Kulissen: Da fallen gar ganze Kulissenwände um, Türen springen aus den Angeln, eine Decke stürzt ein – dies darum, weil sich gar Balken biegen. Das Lachen des Publikums hat ihnen vielleicht den Rest gegeben.

Beeindruckend, wie präzise und überraschend die Inszenierung von Regisseur Dominik Flaschka daherkommt. «The Show must go wrong» – ein Komödienvergnügen pur. Mit dabei im Ensemble ist als Florence Colleymoor die aus Emmen stammende Fabienne Louves. Die Gewinnerin der Castingshow Musicstar 2007 teilt sich die Rolle mit einer Kollegin, ist aber in mehreren Aufführungen im Le Théâtre zu sehen. Sie durfte sich am Mittwoch für ihre tolle Leistung von der Standing Ovation ein grosses Stück abschneiden.

Hannes Bucher

region@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Weitere Aufführungen: heute und morgen um 19.30 Uhr, Sonntag um 15 Uhr. www.le-theatre.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.