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EMMEN: Judith Suppiger: «Ich hatte nie geplant, politisch aktiv zu werden»

Judith Suppiger (SP) wird am 1. September neue Einwohnerratspräsidentin. In die Politik eingestiegen ist die Ur-Emmerin erst vor zehn Jahren – und sass schon wenig später im Parlament.
Judith Suppiger (43) in ihrem Garten. (Bild: Nadia Schärli (Emmen, 11. August 2017))

Judith Suppiger (43) in ihrem Garten. (Bild: Nadia Schärli (Emmen, 11. August 2017))

«Ich bin Durchschnitt, nichts Besonderes», sagt Judith Suppiger über sich. Wahrscheinlich ist es genau das, zusammen mit ihrer offenen und geselligen Art, was sie für Freunde und Wähler sympathisch macht. Doch die Bescheidenheit der 43-Jährigen soll nicht über ihr Engagement hinwegtäuschen: Neben ihrer beruflichen Tätigkeit als Primarlehrerin – seit 22 Jahren unterrichtet sie im Schulhaus Meierhöfli – betreut Suppiger mit ihrem Partner ihre drei Kinder, ist im Vorstand des Mieterverbands, spielt in der Guuggenmusig Schügumugger und sitzt für die SP im Einwohnerrat Emmen. Im September wird sie als Nachfolgerin von Roland Ottiger (SVP) Einwohnerratspräsidentin.

Einen Ausgleich zu ihren vielen Aktivitäten findet Judith Suppiger in ihrem Garten, mit dessen Pflege sie viel Zeit verbringt. Daneben bastelt und werkt sie gern: Viele Elemente der Inneneinrichtung ihrer Wohnung – die ganz im Landhausstil gehalten ist – hat sie selbst gemacht oder bearbeitet. «Wenn ich mit meinen Händen etwas herstelle, kann ich mich entspannen», erklärt sie.

«Ich gebe gern meinen Senf dazu»

Judith Suppiger ist eine Ur-Emmerin oder, wie sie selbst sagt, ein «Stahlkind»: «Mein Vater war bei der Steeltec, mein Bruder, meine Schwester und jetzt auch mein Sohn sind bei der Swiss Steel beschäftigt.» Aufgewachsen ist sie in der Unteren Wiese, wo es damals einige SPler gab. «Das und mein sozial geprägtes Elternhaus haben meine politische Einstellung beeinflusst, ohne dass ich mich gross für Politik interessiert habe.» So ist sie eher eine Spätberufene: «Vor 10 Jahren wurde ich von der SP für eine Mitgliedschaft angefragt. Bei meiner ersten Versammlung ging es um den Abriss des Schindlerdörflis.» Schon wenige Jahre später kandidierte sie für den Einwohnerrat und konnte kurz nach den Wahlen 2012 in die Fraktion nachrücken. «Ich hatte nie geplant, politisch aktiv zu werden, deshalb wurde ich ein wenig in das Amt hineingestossen», so Suppiger. Mittlerweile fühlt sie sich wohl als Politikerin. «Ich gebe gern meinen Senf dazu; den Mund zu halten, wird wohl etwas vom Schwierigsten im nächsten Jahr.» Als Einwohnerratspräsidentin hat sie nämlich kein Stimmrecht – es sei denn, es kommt zum Stichentscheid.

Das ist auch der Grund, weshalb sich Suppiger, die sich als «nicht ganz so links» bezeichnet, nicht zu aktuellen Themen, wie etwa der Zukunft der Herdschwand, äussern will. Doch was hält sie im Allgemeinen von der Lage der Gemeinde? Das Wachstum dürfe man nicht unterschätzen, zu oft werde nur auf die neuen Steuerzahler fokussiert, so Suppiger. «Sorgen macht mir ausserdem die Infrastruktur, seien es der Schulraum, gefährliche Velo­wege oder marode Verwaltungsgebäude.» Zwar könne man mit «Flicken» einiges erreichen, aber irgendwann müsse man wieder investieren. «Freude bereitet mir, dass sich der Ruf von Emmen stark verbessert hat. Darauf dürfen wir uns aber nicht ausruhen.»

Die guten Seiten der Schule aufzeigen

In ihrem Jahr als Einwohnerratspräsidentin will Judith Suppiger dem Parlament die Leistungen der Schule und der Lehrerschaft vermitteln. «Ich möchte bei jeder sich bietenden Gelegenheit ein Projekt vorstellen, das durch das freiwillige Engagement von Lehrern zu Stande kommt.»

Darüber hinaus hat sie sich vorgenommen, die Lokalpolitik der Emmer Bevölkerung näherzubringen. «Viele Leute wählen jemanden, wissen dann aber gar nicht, wie diese Person im Parlament abstimmt. Trotzdem müssen sie mit den Entscheidungen des Einwohnerrats leben.» Ihre vielen sozialen Kontakte will Suppiger deshalb nutzen, die Menschen zu Besuchen von Einwohnerratssitzungen oder zu Gesprächen mit Parlamentariern aufzurufen. Dabei will sie aber niemandem ihre eigene Meinung aufdrängen. Suppiger: «Ich habe viele Freundschaften über die Parteigrenzen hinaus und muss nicht ständig über Politik reden.»

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

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