EMMEN: «Kunsti» in der Viscosistadt?

Wo bald der neue «Tatort» gedreht wird, sollen in Emmen künftig Studenten ein und aus gehen. Doch auch Horw kommt für die Kunsthochschule in Frage.

Dave Schläpfer
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So könnte das Hochschulgebäude – von der Kleinen Emme aus betrachtet – dereinst aussehen. Wo künftig Balkone eingerichtet werden könnten, steht heute ein Hochregallager. (Bild: Visualisierung PD)

So könnte das Hochschulgebäude – von der Kleinen Emme aus betrachtet – dereinst aussehen. Wo künftig Balkone eingerichtet werden könnten, steht heute ein Hochregallager. (Bild: Visualisierung PD)

Auf sieben Standorte in und um Luzern ist die Hochschule Luzern – Design & Kunst derzeit verstreut. Das soll sich ändern, und zwar durch die Schaffung eines grösseren Zentrums. Ein solches könnte – wie bereits kommuniziert – möglicherweise in Emmen entstehen. In der aktuellen Ausgabe des Gemeindemagazins «Emmenmail» werden nun mehr Details bekannt gegeben. Zudem ist erstmals zu sehen, wie das Hochschulgebäude, das im geplanten neuen Stadtteil Viscosistadt in der Nähe des Seetalplatzes zu stehen kommen soll, optisch daherkommen könnte.

Studieren an der Kleinen Emme

Dem «Emmenmail» zufolge soll der sogenannte Bau 745 auf dem Mono­suisse-Areal zur künftigen Heimat von rund 700 Kunststudenten und 170 Hochschulmitarbeitern werden (Zahlen: 2011). Es handelt sich um ein Anfang der 1970er-Jahre erbautes und mittlerweile nicht mehr benötigtes Fabrikgebäude nahe der Kleinen Emme. Dieses ist mehrfach für Dreharbeiten zur Krimiserie «Tatort» zwischengenutzt worden – auch im kommenden Frühling heisst es hier wieder «Film ab».

Elmar Ernst, Leiter Immobilien Monosuisse, bestätigt die Pläne mit dem Bau 745 – und schickt voraus: «Es ist mir wichtig zu betonen, dass noch nichts definitiv entschieden ist.» Gleichzeitig verhehlt er nicht: «Wir würden uns natürlich sehr glücklich schätzen, wenn die Ansiedlung der Kunsthochschule zu Stande käme.» Folgendes sei vorgesehen: «Wir als Grundeigentümer würden investieren und das Gebäude, dessen Bausubstanz noch sehr gut ist, erneuern.» Die Hochschule würde sich daraufhin längerfristig im Gebäude, neben dem ein grosser Platz und ein öffentlicher Park entstehen sollen, auf rund 8000 Quadratmetern einmieten. E2MN, die Architekten des Masterplans Viscosistadt, haben im Auftrag der Sefar Holding AG, der das Areal gehört, bereits ein Projekt und eine Kostenanalyse für das «Kunsti»-Projekt erarbeitet.

Wie viel die Sefar Holding AG für die Umgestaltung des Baus 745 berappen würde, sei zurzeit noch nicht klar. Das Investitionsvolumen für die ganze Viscosistadt wird auf rund 500 Millionen Franken geschätzt. Und was, wenn die Kunsthochschule doch nicht nach Emmen zieht? «Das ist noch nicht spruchreif», so Ernst. Klar sei, dass in einem solchen Fall sicher kein Schnellschuss produziert werde. «Wir haben und nehmen uns die Zeit, um für die Viscosistadt eine qualitativ hochstehende Gesamtlösung zu entwickeln.»

Entscheid im Februar 2013

Für die Hochschule Luzern sprechen viele Gründe für Emmen. Gaudenz Zemp, Leiter Marketing und Kommunikation, sagt etwa: «Das Monosuisse-Areal ist verkehrstechnisch günstig gelegen, und die Industriegebäude lassen sich gut als Werkstatträume und Ateliers nutzen.» Letzteres zeigten die bisherigen Erfahrungen: Bereits jetzt belegt die «Kunsti» auf dem Monosuisse-Areal 800 Quadratmeter Fläche, jedoch nicht im Bau 745. Zemp umreisst den weiteren Zeitplan folgendermassen: Voraussichtlich im Februar 2013 entscheiden Regierungs- und Konkordatsrat darüber, ob ein konkretes Viscosistadt-Projekt ausgearbeitet werden soll. «Etwa im Oktober würde dann der Konkordatsrat über die Umsetzung befinden.» Zemp betont allerdings auch, dass in der langfristigen kantonalen Hochschul-Immobilienstrategie von drei Standortzentren die Rede ist: beim Bahnhof Luzern, in Horw und in Zug. Und: «Horw ist nach wie vor ein Wunschstandort für das Departement Design & Kunst.»

Emmens Baudirektor Josef Schmidli weibelt für seine Gemeinde. Er spricht von einer «einmaligen Chance, die es zu packen gilt». Man werde «alle Bemühungen voll unterstützen», um die «Kunsti» nach Emmen zu holen.