EMMEN: Langer Weg bis zum neuen Bahnhofplatz

Der Bushof beim Seetalplatz soll eines Tages zu einem repräsentativen Bahnhofplatz werden. Bis zu dessen Realisierung kann es aber noch Jahrzehnte dauern.

Beatrice Vogel
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So soll der neue Bahnhofsplatz aussehen. (Bild: Oliver Marx / Neue LZ)

So soll der neue Bahnhofsplatz aussehen. (Bild: Oliver Marx / Neue LZ)

Der künftige Bahnhofplatz (Bushof) beim Seetalplatz in Emmen befindet sich derzeit im Bau. Anfang Dezember 2016 soll er eröffnet werden; der neue ÖV-Knotenpunkt soll dereinst ein repräsentativer Bahnhofplatz werden. So ist es im kantonalen Masterplan zum Seetalplatz vorgesehen. Die Bebauungspläne für die Grundstücke am Seetalplatz werden derzeit aufbereitet und in den kommenden Wochen öffentlich aufgelegt. Dazu gehören auch die Grundstücke, die an den neuen Bahnhofplatz grenzen.

Gebäude müssen dereinst weichen

Interessant ist: Die Bebauungspläne betreffen nicht nur die unbebauten Grundstücke, sondern teilweise auch solche, auf denen heute Häuser stehen. Dies betrifft insbesondere die Gebäude im Bereich Bahnhofstrasse/Seetalstrasse/Gerliswilstrasse/Centralstrasse, darunter das Restaurant Bahnhof, das Kantonalbankgebäude und die Post (siehe Grafik rechts).

Im Masterplan, der die Grundlage für die Bebauungspläne bildet, ist vorgesehen, dass diese Gebäude dereinst einer neuen Überbauung weichen müssen; diese soll sich optisch in das neue Stadtzentrum einfügen. Die heutige S-Kurve in der Bahnhofstrasse soll dann mit dem neuen Gebäude überbaut werden. Damit wird eine Verbindung zwischen dem Bahnhof und dem Bushof entlang der Gleise entstehen.

Direkt vom Zug zum Bus

Und falls dereinst der Zugperron durch die SBB verlängert wird, wie es im Masterplan ebenfalls angedacht ist, wird es für die Passagiere erst recht einen direkten Umsteigeweg vom Zug auf den Bus geben. Die freie Fläche vom Bahnhof bis zum Bushof wird damit zum Bahnhofplatz. Doch das ist alles noch Zukunftsmusik. Denn auf dem betreffenden Areal befindet sich heute wie gesagt noch das Restaurant Bahnhof. Und dessen Besitzer machen keine Anstalten, sich dem Plan zu beugen, wie aus diversen Quellen zu erfahren ist.

Bebauungsplan zeigt Richtung auf

Dem Emmer Gemeinderat ist bewusst, dass es noch Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte dauern kann, bis die Vision Bushof realisiert wird. «Die Bebauungspläne am Seetalplatz geben die künftig mögliche Bebauungsweise vor», sagt Bauvorsteher Josef Schmidli. «Solange die heutigen Gebäude bestehen bleiben, wird sich an der heutigen Situation nichts ändern.» Schliesslich könne man die Eigentümer zu nichts zwingen. «Es gilt die Bestandesgarantie», so Schmidli.

Parzellen gewinnen an Wert

Und dennoch: «Wenn die Bebauungspläne rechtskräftig sind, muss nach einem Abriss so gebaut werden, dass es den Bebauungsplänen entspricht», betont Schmidli. «Den Grundeigentümern werden damit neue Regeln und Möglichkeiten überbunden. «In erster Linie bieten die neuen Bebauungspläne die Chance, dass Emmen und die einzelnen Grundeigentümer einen städtebaulichen und finanziellen Mehrwert erhalten», ist Schmidli überzeugt.

Beatrice Vogel

Kritik an Einbahnstrasse

Verkehrsregime bev. Wegen des Bushofs müssen Autofahrer einen grossen Umweg fahren, wenn sie den Bahnhof Emmenbrücke erreichen wollen. Vom Emmen-Center her kommend, kann man nur noch links auf die neue Reussbühlstrasse fahren, und die Centralstrasse ist neu eine Einbahnstrasse (siehe Grafik). Der Weg zum Bahnhof ist nur noch via Gerliswilstrasse/Bahnhofstrasse möglich. Bereits im Herbst sorgte dies für rote Köpfe bei Anwohnern (Ausgabe vom 19. September).
Beruhigt hat sich die Situation noch immer nicht. Die Einbahnstrasse Centralstrasse bereite Probleme, sagt Roland Ottiger, Fraktionschef der Emmer SVP. «Es wäre besser, wenn die Einbahnstrasse in umgekehrter Richtung verlaufen würde, sodass man von der Gerliswilstrasse in die Centralstrasse einbiegen könnte.» Dies würde den Zugang zum Bahnhof erleichtern. Die SVP ist diesbezüglich aber noch nicht politisch aktiv geworden.

Neue Lösung für Avec-Shop?
Gemäss einem Anwohner der Centralstrasse sind die meisten Anwohner einverstanden mit der neuen Verkehrsführung. Einzig der Avec-Shop beim Bahnhof sei nicht glücklich damit, weil die Zulieferung erschwert sei. Gemeinderat Josef Schmidli weiss, dass einzelne Eigentümer durch die Veränderungen verunsichert sind: «Zudem gibt die neue Verkehrsführung, die durch die Bushaltestellen am Bahnhofplatz (Bushof) entsteht, zu reden. Entsprechende Anliegen nehmen wir alle entgegen und prüfen sie zusammen mit dem Kanton genau.» Lösungen würden gesucht – insbesondere für die Anlieferung zum Bahnhof und dem dortigen Avec-Shop. Der Grund: «Für Lastwagen ist es heute schwierig zu wenden», Schmidli.