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EMMEN: Le Théâtre und Vereine feilschen um Platz

Vereine sollen weiterhin das Zentrum Gersag nutzen können – so das Versprechen des Gemeinderats und der neuen Le-Théâtre-Betreiber. Trotzdem mussten schon einige Vereine ihre angestammten Veranstaltungstermine ändern.
Beatrice Vogel
Im besten Licht inszeniert: Das Zentrum Gersag in Emmen. (Bild: PD)

Im besten Licht inszeniert: Das Zentrum Gersag in Emmen. (Bild: PD)

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

Das Le Théâtre zieht definitiv nach Emmen, die Circomusico AG übernimmt den Betrieb des Zentrums Gersag. Dies hat der Einwohnerrat Emmen an seiner letzten Sitzung entschieden (Ausgabe vom 22. März). Was die Einwohnerräte vor ihrem Entscheid betonten: Sie zählen auf die Einhaltung des Versprechens, dass Vereine weiterhin ihre Anlässe im Gersag durchführen können.

Doch ist dies aufgrund des Le-Théâtre-Spielplans so einfach möglich? Die Aufführungen der Musical-Eigenproduktionen sind jeweils von Mitte November bis Mitte Januar. Dann wird der grosse Saal an den meisten Abenden durch Le Théâtre besetzt sein. Von den jährlich rund zehn Veranstaltungen, die bisher im grossen Saal stattgefunden haben, fallen drei in diesen Zeitraum. Mit dem Jodlerklub Maiglöggli und der Musikgesellschaft Emmen konnten bereits neue Termine gefunden werden, heisst es bei den neuen Betreibern. Noch offen ist die Zukunft des Neujahrskonzerts des Orchesters Emmen, das jeweils am ersten oder am zweiten Samstag im Januar stattfindet. Ausserdem sind in der Regel im November die Aufführungen der Theaterlüüt Ämme im Kellertheater des Gersag. Dies führt insofern zu Terminkollisionen, weil das Kellertheater dem Musicalensemble des Le Théâtre als Proberaum dient. Die Proben finden jeweils in den sieben Wochen vor der Premiere statt. Für 2017 ist die Premiere der Eigenproduktion «95 – Ninety-Five» auf den 25. November angesetzt.

Theaterlüüt spielen neu im Frühling

«Wir konnten bisher alle Anlässe der Vereine unterbringen. Einzig beim Neujahrskonzert ist noch nicht klar, wann es stattfindet», sagt Andréas Härry, Co-Geschäftsleiter Le Théâtre. Doch auch dort werde sich eine Lösung finden, ist er überzeugt. Er habe dem Orchester vorgeschlagen, das Konzert an Neujahr selbst durchzuführen, da dann keine Musicalaufführung ist. Nächstens finde eine Sitzung mit dem Orchester statt.

Dass die bisherigen Termine des Neujahrskonzerts mit dem Musicalbetrieb kollidieren, sei möglich, bestätigt Astrid Lötscher vom Orchester Emmen. «Das bedeutet für uns aber keineswegs ein Ende des Neujahrskonzerts im Gersag.» Mit Le Théâtre seien sie deswegen im Gespräch und hätten schon Terminvorschläge erhalten. Die Betreiber seien sehr interessiert an der Zusammenarbeit mit den Emmer Vereinen, «was wir sehr zu schätzen wissen», so Lötscher. «Die Übernahme des Betriebs durch Le Théâtre sieht unser Verein als eine sehr positive Entwicklung und als Chance für unseren Verein.»

Ähnlich klingt es bei den Theaterlüüt Ämme: Ihnen sei bereits früh mitgeteilt worden, dass sie im November nicht mehr im Gersag spielen könnten, sagt Präsidentin Franziska Odermatt auf Anfrage. Als schlimm empfinde sie das nicht, man müsse ja nicht stur sein. Die Aufführungen habe der Verein deshalb auf den Frühling verlegt. «Das ist auch nicht schlecht, so können wir im Winter proben, und im Sommer haben wir dann Pause.» Die nächsten Vorstellungen der Theater­lüüt sind also erst im Frühling 2018. Für Franziska Odermatt bleiben dennoch zwei offene Fragen: «Einerseits hoffe ich, dass die Raummiete zahlbar bleibt.» Andererseits sei noch unklar, wie das Kellertheater nach dem Umbau aussieht. «Einmal hiess es, dass es ein Durchgangsraum wird zwischen Umkleide- und Schminkraum – für Aufführungen wäre das dann nicht ideal.» Alternativen gebe es jedoch kaum: «In Pfarreiheimen kann man den Saal meist nur für ein Wochen­ende mieten. Aber wir proben eine Woche lang auf der Bühne und haben danach Aufführungen an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden. Es gibt kaum Räume, wo das möglich ist.»

Gastronomie soll Rentabilität verbessern

Andréas Härry will mit den Theaterlüüt das Gespräch aufnehmen: «Wir haben erst jetzt mit der Planung der Kellerräume im Gersag begonnen.» Es könne durchaus sein, dass die logistischen Bedenken der Theaterlüüt unbegründet seien. Die Preisgestaltung im Gersag insgesamt werde «keine Sprünge machen», sagt Härry. «Unser Ziel ist vorab, mit Zusatzanstrengungen im Bereich Gastronomie die Rentabilität von Anlässen zu verbessern.»

«Wir setzen auf Kommunikation und gehen mit eigenen Ideen auf die Vereine zu. Für sie ist das eine Möglichkeit, aus Gewohnheiten auszubrechen und etwas Neues zu wagen», sagt Härry. Für die neuen Betreiber sei es sehr wichtig, dass die Vereine gut betreut würden. «Schliesslich sind das auch potenzielle Musical­gäste von uns, mit denen wir es gut haben wollen», so Härry. Die Belegung des Hauses sei momentan nicht schlecht, angestrebt werden aber 200 belegte Tage im Jahr. Durch Eigenproduktionen und Galas bringt Le Théâtre insgesamt 60 Belegungen mit. «Da haben noch viele spannende regionale Konzepte Platz.»

Jene Veranstaltungen, die schon immer im Gersag stattfanden, hätten Priorität, sagt Härry. «Und wir wollen ein vielfältiges Angebot – vom Heimatabend übers klassische Konzert bis zum Theaterevent.» Allerdings sei es wichtig, dass sich Vereine jeweils frühzeitig melden würden, da nun viele Anfragen von grösseren nationalen Veranstaltern reinkommen würden. «Da geht es um Konzerte, Theater und Musicals, die bisher in der Region Luzern keine Spielstätten fanden und jetzt auf einen gut ausgerüsteten Eventsaal zählen können.»

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