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EMMEN: Leiter der Emmer Heime geht in frühzeitigen Ruhestand

Richard Kolly (62) hat als Leiter der Emmer Heime die Entwicklungen im Pflegewesen – etwa die Auslagerung in Aktiengesellschaften – mitgeprägt. Stolz ist er aber vor allem auf eine andere Pioniertat.
Jeannette Voltz
Richard Kolly im Betagtenzentrum Emmenfeld. (Bild: Pius Amrein (Emmen, 8. Januar 2018))

Richard Kolly im Betagtenzentrum Emmenfeld. (Bild: Pius Amrein (Emmen, 8. Januar 2018))

Jeannette Voltz

region@luzernerzeitung.ch

Nach über 36 Jahren im Dienste der Gemeinde Emmen hat sich Richard Kolly (62) Ende letzten Jahres in den frühzeitigen Ruhestand verabschiedet. Seine berufliche Laufbahn ist eng mit der Betagtenzentren Emmen AG (BZE) verknüpft, daher wird Kolly in der Gemeinde teils auch «Herr Altersheim» genannt. Emmen hat als erste Gemeinde in der Agglomeration Luzern im Jahr 2010 seine Heime an eine gemeinnützige Aktiengesellschaft ausge­lagert, inzwischen sind unter anderem Luzern, Kriens oder Rothenburg dem Beispiel gefolgt.

Wie kam es zur Emmer Vorreiterrolle? 2007 wurden die Betagtenzentren Alp und Herdschwand zusammengelegt, Kolly übernahm deren Führung. Als die Herdschwand für über 40 Millionen Franken saniert werden sollte, fehlte der Gemeinde das nötige Geld. «Damals wurde über ­einen Verkauf oder eine öffentlich-private Partnerschaft diskutiert», sagt Kolly. Dagegen wehrte er sich vehement. Mit der Unterstützung des heutigen Emmer Gemeindepräsidenten Rolf Born (FDP) und Finanzchef Urs Dickerhof (SVP) sei es gelungen, die Heime auszulagern.

Dies war aber nicht die erste Pioniertat. «Weil wir schon 1999 Mühe hatten, genügend gut ausgebildetes Pflegepersonal zu finden, suchten wir nach einer völlig neuen Lösung», sagt Kolly. «Es gelang mir, die richtigen Leute an den Tisch zu holen, um meinen Plan zu realisieren, einen neuen Beruf zu schaffen: Fachfrau/-mann Gesundheit (Fage).» Der Grundstein sei in einem Sitzungszimmer in der «Alp» gelegt worden. «Die Ausbildung hat sich inzwischen schweizweit etabliert und gehört heute zu den erfolgreichsten Berufslehren.» Dar­auf sei er heute noch stolz, sagt Kolly.

Einmal Caritas und zurück

Seine Laufbahn begann er als Leiter des Arbeitsamtes Emmen. Nach einem Studium in sozialer Arbeit wechselte er zur Caritas Schweiz, wo er für die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen zuständig war. Damals absolvierte er auch eine Ausbildung zum Heimleiter. 1986 wechselte Kolly zurück nach Emmen als Leiter des Heims Alp.

Nun also endet die berufliche Laufbahn von «Mister Altersheim». «Nachdem 2015 das 68 Millionen Franken teure Emmenfeld erstellt worden war und der Anbau sowie die Sanierung der Alp Ende 2017 für 13 Millionen abgeschlossen waren, sagte ich mir: Nun ist’s gut, jetzt kann ich mich zurückziehen und mich neuen Aufgaben widmen», so Kolly. Die Nachfolgerin, die 36-jährige Nadja Rohrer, geniesse sein volles Vertrauen.

«Man arbeitet an einem Ort, wo Menschen leben»

Nach wie vor werde er, etwa beim Einkaufen, auf seine ehemalige Tätigkeit angesprochen. Das habe damit zu tun, dass er im Laufe der Jahre mit mehr als 2000 Mitarbeitenden und Lieferanten zusammengearbeitet und gut 1000 Bewohner sowie deren Angehörige begleitet habe, so Kolly. Der Mensch sei für ihn stets im Zentrum gestanden. «Die Mitarbeiter müssen sich dessen bewusst sein, dass sie an einem Ort arbeiten, wo Menschen leben.» Man bewege sich in deren Lebensraum. Das gelte es zu respektieren, indem beispielsweise niemand ein Zimmer betrete, ohne vorher zu läuten.

Auf die Frage, ob er sich bereits einen Heimplatz gesichert habe, schmunzelt Kolly und verneint. Es wäre ohnehin schwierig für ihn, sich zwischen seiner alten grossen Liebe, der Alp, und dem neuen Emmenfeld zu entscheiden. Erst einmal gönnt er sich mit seiner Frau lange Ferien in Thailand. Danach will er sich neuen Projekten widmen. Seinen Kosenamen «Mister Altersheim» wird Kolly weiterhin behalten können. In Risch-Rotkreuz, Schötz und Langenthal will er Pflegeheime als Verwaltungsrat begleiten.

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