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Gemeinde Emmen exportiert immer mehr Wasser

Um die Versorgungssicherheit zu erhöhen, will Neuenkirch künftig Trinkwasser aus Emmen beziehen. Diese Absicht besteht schon seit fast drei Jahren. Doch in der Zwischenzeit kam ein anderes Projekt in die Quere.
Beatrice Vogel
Blick ins Wasserreservoir Rippertschwand der Gemeinde Emmen. (Bild: PD)

Blick ins Wasserreservoir Rippertschwand der Gemeinde Emmen. (Bild: PD)

Die Gemeinde Emmen verfügt über grosse Trinkwasserreserven im Untergrund, und dies in bester Qualität. Dank Lieferverträgen profitieren auch andere Gemeinden von diesem Wassersegen, etwa Rothenburg und Ebikon. Im September wurde zudem der neue Liefervertrag mit der Aquaregio Wasser Sursee-Mittelland unterschrieben. Wenn die beteiligten Gemeinden des Mittellands zugestimmt haben, wird am 20. Dezember die Aquaregio AG gegründet, die voraussichtlich ab 2021 Wasser aus Emmen beziehen wird.

Bereits Anfang 2016 hat auch die Gemeinde Neuenkirch in Emmen angeklopft. Das Emmer Wasserreservoir Rippertschwand steht auf Neuenkircher Boden und das Gebiet Rippertschwand wird bereits heute durch Emmen versorgt. Ansonsten deckt Neuenkirch seinen Wasserbedarf über Quellen, zwei Grundwasserpumpwerke und Seewasser aus Sempach. Um die Versorgungssicherheit zu erhöhen, möchte Neuenkirch auch für das restliche Gemeindegebiet Wasser aus Emmen beziehen. Der Liefervertrag liegt nun vor, am 18. Dezember entscheidet der Emmer Einwohnerrat darüber.

Neuenkirch prüfte Anschluss an Aquaregio

Vor zwei Jahren hiess es noch, dass Ende 2017 Wasser nach Neuenkirch geliefert werden könnte. Dass es nun doch länger dauert, hängt mit der Entstehung der Aquaregio AG zusammen. Das Wasserverbundprojekt wurde 2016 ins Leben gerufen. Neuenkirch prüfte deshalb, ob man eine Zusammenarbeit mit Aquaregio oder mit Emmen eingehen will. Da die Infrastruktur rund um das Reservoir Rippertschwand bereits besteht, wurde schliesslich der Bezug aus Emmen favorisiert.

Ein weiterer Grund für die Verzögerung sei, dass die beiden Gemeinden die Lieferungsbedingungen aushandeln und «vertiefte Abklärungen», etwa zur Organisation der Wasserversorgung in Neuenkirch, tätigen mussten, sagt der Emmer Baudirektor Josef Schmidli (CVP).

Neuenkirch zahlt 19 Rappen pro Kubikmeter Wasser

Nun liegt der Vertrag also auf dem Tisch. Konkret ist vorgesehen, dass Neuenkirch pro Tag maximal 600 Kubikmeter Wasser aus Emmen bezieht. Man geht von einem durchschnittlichen Tagesverbrauch von 300 Kubikmetern aus, was einem Jahresverbrauch von 110 000 Kubikmetern entspricht. Die Wasserversorgung Neuenkirch zahlt dafür eine Grundgebühr von jährlich 66 400 Franken und eine Mengengebühr von 19 Rappen pro bezogenem Kubikmeter Wasser. Der Vertrag ist auf lange Frist ausgelegt: Er wird auf unbestimmte Zeit abgeschlossen und kann frühestens in 20 Jahren gekündigt werden.

Für Emmen bedeutet die Wasserlieferung keinen grossen Aufwand. Es braucht lediglich den Einbau von zwei Pumpen im Reservoir Rippertschwand, damit das Wasser in die höher gelegenen Gebiete Neuenkirchs gepumpt werden kann. Dies kostet 100 000 Franken, was der Wasserversorgung Neuenkirch über 20 Jahre in der Grundgebühr verrechnet wird. Wenn der Vertrag rechtskräftig ist, können die Pumpen im kommenden Frühjahr eingebaut werden. Laut Josef Schmidli ist dann die Wasserlieferung ab Mitte 2019 möglich.

Auch die Aquaregio wird das Wasser von der Rippertschwand beziehen. Reicht die Kapazität der Emmer Anlagen für beide Lieferungen? «Ja», sagt Schmidli, «das Reservoir wird dann einfach länger befüllt als heute.»

Grundwasser aus Emmen

Geplante Verteilung der Gesamt-Kapazität (in Prozent)
0204060Aquaregio MittellandNeuenkirchungenutztEmmen, Ebikon, Rothenburg

Mit den beiden neuen Lieferverträgen wird Emmen die eigene Produktionskapazität zu 82 Prozent nutzen – 2 Prozent davon gehen an Neuenkirch, 15 Prozent an die Aquaregio. Die restlichen 65 Prozent teilen sich Emmen, Ebikon und Rothenburg. Die Kapazität ist also noch nicht ausgeschöpft. Gut möglich, dass noch weitere Gemeinden dazu kommen. Denn: «Die Versorgungssicherheit wird immer wichtiger, was der vergangene Sommer gezeigt hat», so Schmidli. In Kriens ist ein entsprechendes Postulat hängig.

Das Pumpwerk Schiltwald in Emmen wurde im Jahr 1968 erbaut. (Bild: Pius Amrein (1. Mai 2018))
Die fünf Bohrlochpumpen. Drei davon wurden kürzlich ersetzt. Sie fördern je 5'000 Liter Wasser pro Minute. (Bild: Pius Amrein (1. Mai 2018))
Jährlich fördern die Grundwasserpumpwerke Emmens rund 3.7 Millionen Kubikmeter Wasser. (Bild: Pius Amrein (1. Mai 2018))
Ein Blick ins Innere des Pumpwerks Schiltwald. (Bild: Pius Amrein (1. Mai 2018))
In diesem Brunnentank wird das Grundwasser gesammelt. Von hier wird das Wasser hochgepumpt. (Bild: Pius Amrein (1. Mai 2018))
Anschliessend wird das Wasser ins Verteilnetz eingespeist. (Bild: Pius Amrein (1. Mai 2018))
Über die grünen Leitungen gelangt das Wasser in die Haushalte und die Reservoire. (Bild: Pius Amrein (1. Mai 2018))
Die Wasserversorgung Emmen verfügt über ein Leitungsnetz von rund 130 Kilometer. (Bild: Pius Amrein (1. Mai 2018))
Auch Rothenburg und Teile Ebikons beziehen Wasser aus Emmen. Künftig soll auch in die Region Sempachersee geliefert werden. (Bild: Pius Amrein (1. Mai 2018))
Das Emmer Wasser verfügt über die beste Qualität und kann ohne Aufbereitung getrunken werden. (Bild: Pius Amrein (1. Mai 2018))
Das Wasserreservoir Rippertschwand bei Neuenkirch. (Bild: PD)
Vom Wasserreservoir Rippertschwand soll das Wasser dereinst nach Sempach und Sursee geleitet werden. (Bild: PD)
12 Bilder

So funktioniert die Wasserversorgung der Gemeinde Emmen

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