EMMEN: Luzerner Regierung toleriert Fluglärm

Mehr Lärm am Flugplatz Emmen wegen einer Flugshow: Trotzdem will der Regierungsrat nicht inter­venieren. Entscheidend sei die Summe der Flugbewegungen.

Alexander von Däniken
Drucken
Teilen
Wird auch am 100-Jahr-Jubiläum der Schweizer Luftwaffe mitfliegen: ein Northrop F-5E Tiger II auf dem Flugplatz Emmen. (Bild Boris Bürgisser)

Wird auch am 100-Jahr-Jubiläum der Schweizer Luftwaffe mitfliegen: ein Northrop F-5E Tiger II auf dem Flugplatz Emmen. (Bild Boris Bürgisser)

Zähneknirschend nimmt der Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen die Pläne der Luftwaffe zur Kenntnis. Diese feiert ihr 100-jähriges Bestehen am 30./31. August und 6./7. September in Payerne – nutzt aber den Flugplatz Emmen als Ausweich- und Einsatzplatz, inklusive erhöhter Flug- und Lärmbelastung (Ausgabe von gestern). Wie der Schutzverband sieht auch der Luzerner Regierungsrat von einer Intervention ab, wie es auf Anfrage bei der Staatskanzlei heisst. Für weitere Auskünfte wird infolge Ferienabwesenheit auf die Stellungnahme zum Stationierungskonzept der Armee verwiesen. Dort schreibt der Regierungsrat unter anderem: «Es ist mit Nachdruck festzuhalten, dass die Lärmbelastung des Flugplatzes Emmen [ ...] auf keinen Fall ansteigen darf.» Auch müssen Bewilligungen für Jet-Flüge ausserhalb der bestehenden Betriebszeiten zurückhaltend erteilt werden.

Zwar erklärte der Emmer Flugplatzkommandant Peter Rohrer gestern, dass es auch mit der Flugshow in Payerne in diesem Jahr insgesamt nicht zu einer höheren Belastung kommt. Andererseits konnte die Luftwaffe zu den genauen Flugzeiten an den beiden Wochenenden noch keine Angaben machen.

«Präzise Angaben unabdingbar»

Die Luftwaffe ist jedoch gut beraten, so schnell wie möglich über die Flugzeiten zu informieren. Denn schon in der Stellungnahme zum Stationierungskonzept kritisierte der Regierungsrat, dass in der Vernehmlassungsvorlage wichtige Angaben fehlen: «Es ist für den Kanton Luzern unabdingbar, präzise und verbindliche Angaben zur geplanten Anzahl der Flugbewegungen sämtlicher Flugzeugtypen zu erhalten.»

Mit dieser Forderung war der Kanton nicht alleine. Auch der Luzerner Stadtrat kritisierte die Informationspolitik des Bundes. Von Interventionen zur kommenden Flugshow sieht der Stadtrat aber ebenfalls ab. Sicher ist: Die Flugshow in Payerne und damit die Auswirkungen auf Emmen tragen kaum zu einem entspannten Verhältnis zwischen der Region und dem Bund bei.

Entspannter mit dem Fluglärm scheinen die Touristen umzugehen. «Uns sind diesbezüglich keine Reklamationen durch Touristen bekannt», erklärt Sibylle Gerardi, Leiterin Kommunikation von Luzern Tourismus. Aber auch sie mahnt: «Eine höhere Lärmbelastung durch den Flugplatz Emmen würde sich womöglich negativ auswirken.»

Grösste Flugshow des Landes

Payerne liegt rund 100 Kilometer Luftlinie von Emmen entfernt. Die Veranstalter versprechen schon jetzt: Die Air 14 soll die grösste Flugschau in der Geschichte des Landes werden.