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EMMEN: Mehr Stellen dank Raumfahrt

Die neue Ruag-Halle wartet mit Superlativen auf. Hier entstehen millionenteure Satelliten-Raketenhüllen – und zusätzliche Arbeitsplätze.
Blick in die neue Ruag-Raumfahrthalle 9 in Emmen gestern bei der Schlüsselübergabe, in der Mitte die Ruag-Aviation-Werksmusik. Hinten rechts «Vega»-Raketen-Formen aus Stahl, die als «Backformen» für die Fertigung der Raketenverkleidungen dienen. (Bild Pius Amrein)

Blick in die neue Ruag-Raumfahrthalle 9 in Emmen gestern bei der Schlüsselübergabe, in der Mitte die Ruag-Aviation-Werksmusik. Hinten rechts «Vega»-Raketen-Formen aus Stahl, die als «Backformen» für die Fertigung der Raketenverkleidungen dienen. (Bild Pius Amrein)

Sie ist riesig – die neue Fertigungshalle, welche die Ruag AG für ihre Raumfahrtabteilung im Industriepark Emmen neben dem Flugplatz errichtet hat. 17 Meter hoch ist die Stahlbaukonstruktion sowie je 72 Meter lang und breit. (Bild: Pius Amrein)
Feierliche Übergabe von der Bauherrin Ruag Real Estate AG an die Ruag Space. (Bild: Pius Amrein)
Innen wartet die Halle mit Hightech auf. Nutzlastverkleidungen für Trägerraketen, die unter anderem Satelliten in ihre Weltraum-Umlaufbahnen schiessen, werden hier angefertigt. (Bild: Pius Amrein)
Die Arbeitsprozesse sind hoch komplex und zum Teil geheim. (Bild: Pius Amrein)
Äusserlich ist die neue Ruag-Halle 9 Emmen schlicht und schnörkellos. (Bild: Pius Amrein)
Die Baukosten der neuen Halle belaufen sich auf 18 Millionen Franken. (Bild: Pius Amrein)
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Neue Ruag-Halle in Emmen

Hugo Bischof

Sie ist riesig – die neue Fertigungshalle, welche die Ruag AG für ihre Raumfahrtabteilung im Industriepark Emmen neben dem Flugplatz errichtet hat. 17 Meter hoch ist die Stahlbaukonstruktion sowie je 72 Meter lang und breit. Der Annexbau daneben, mit Infrastruktur- und Sozialräumen, misst 48 mal 8 Meter. Gestern war Schlüsselübergabe von der Bauherrin Ruag Real Estate AG an die Ruag Space Division.

Äusserlich ist die neue Ruag-Halle 9 Emmen schlicht und schnörkellos. Innen aber wartet sie mit Hightech auf, der nichtprofessionelle Betrachter fast sprachlos macht. Nutzlastverkleidungen für Trägerraketen, die unter anderem Satelliten in ihre Weltraum-Umlaufbahnen schiessen, werden hier angefertigt. Die Arbeitsprozesse sind hoch komplex und zum Teil geheim. Entsprechend durfte man die Halle gestern nur mit Spezialbewilligung betreten. Auch fotografiert werden durfte nur beschränkt.

Baukosten: 18 Millionen Franken

18 Millionen Franken kostete der Bau der Halle. Dazu kommen Sachanlagen, Mieterausbau und Gebäudevorrichtungen im Wert von etwas über 15 Millionen Franken. Es ist das grösste Bauprojekt der Ruag in Emmen seit über 20 Jahren. Ab Anfang 2016 werden hier die Nutzlastverkleidungen für die kommende Generation der grossen europäischen Trägerrakete «Ariane» und ihrer «kleinen Schwester» «Vega» hergestellt.

Das sind bis zu 21 Meter lange Schalen, welche exakt die Masse der Raketenkörper haben müssen. Bestehen die Verkleidungen heute noch aus insgesamt vierzehn einzelnen Composite-Elementen, sollen künftig in Emmen komplette Halbschalen am Stück produziert werden. Die Halle 9 befindet sich zurzeit in der Testphase; ab kommendem Jahr gehts dann richtig los.

Vielen ist die Ruag als Anbieterin von Systemen und Komponenten für die zivile und militärische Luftfahrt bekannt. Daneben ist sie aber seit Jahrzehnten auch in der Raumfahrt sehr aktiv. «Von den 14 grossen amerikanischen Trägerraketen, die 2014 meist ab Cape Canaveral in ihre Umlaufbahn starteten, flogen 12 mit Ruag-Komponenten», sagte Peter Guggenbach, CEO von Ruag Space. Dazu kamen 6 europäische «Ariane»- und 2 «Vega»-Raketen ab Kourou in Französisch-Guayana.

30 bis 40 neue Arbeitsplätze

Die neue Ruag-Halle 9 bedeutet für Emmen einen grossen Ausbauschritt. Bisher wurden die Einzelteile der Raketenverkleidungen in den Ruag-Fabri­kationshallen in Zürich angefertigt und danach in Emmen zusammengebaut. Künftig erfolgt die ganze Fertigung in Emmen. Das bedeutet etwa 30 bis 40 zusätzliche Arbeitsplätze für die Ruag Emmen. «Die entsprechenden Stellen werden nach und nach bis 2020 von Zürich nach Emmen gezügelt», bestätigte Produktionsleiter Franz Straumann gestern bei der Besichtigungstour. Die Ruag beschäftigt in Emmen zurzeit rund 1200 Personen, 25 davon in der Space Division.

Harter Wettbewerb

«Wir nehmen seit Jahren Kenntnis von der sehr positiven Entwicklung bei der Ruag Emmen», sagte gestern der bei der Schlüsselübergabe anwesende Luzerner Regierungsrat Robert Küng (FDP). Auch der Emmer Gemeinderat Josef Schmidli (CVP) freute sich über die zusätzlichen Arbeitsplätze: «Die Ruag ist sehr gut aufgestellt.»

«Wir leisten einen wesentlichen Beitrag zum Werkplatz Schweiz und Zentralschweiz», betonte Hans Rudolf Hauri, CEO der Ruag Real Estate AG. Die Ruag sei einem harten Wettkampf mit Anbietern in Deutschland und den USA, habe sich mit ihrem Angebot aber letztlich durchgesetzt, erklärte Peter Guggenbach. «Aber jetzt müssen wir zeigen, dass wir liefern können.» Auch die neue «Vulcain»-Rakete, die wichtigste Rakete nach dem Space Shuttle, werde «zu einem grossen Teil Ruag-geprägt sein», so Guggenbach.

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