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EMMEN: Ministrasse soll Emmen von Verkehr entlasten

Für die Entlastung von Seetalstrasse und Emmen Dorf gibt es immer mehr Vorschläge. Gemeinsam ist ihnen nur eines: Die Situation muss sich ändern.
So sehen die Varianten für die Umfahrung Emmen aus. (Bild: Quelle: Maps4news.com/navteq, Grafik: jn/ls)

So sehen die Varianten für die Umfahrung Emmen aus. (Bild: Quelle: Maps4news.com/navteq, Grafik: jn/ls)

Beatrice Vogel

Der Verkehr durch Emmen Dorf und über die Seetalstrasse wird immer mehr zum Problem. Zu dessen Lösung wurden schon verschiedene Möglichkeiten ausgearbeitet (siehe Grafik). Neben einer Variante zur direkten Umfahrung von Emmen Dorf mittels einer zusätzlichen Strasse, die im kantonalen Richtplan festgehalten ist (blau), haben auch CVP und SVP eine Variante ausgearbeitet. Der Ostring (Vorschlag CVP) sieht vor, zwischen Waldibrücke und Schachen einen direkten Anschluss zum Autobahnzubringer Buchrain zu schaffen, über den der Verkehr von der Seetalstrasse abgeführt werden kann (orange). Die SVP möchte eine Umfahrung über die Rathausenstrasse, wodurch die Autos direkt zum Autobahnanschluss Sedel fahren können (grün). An der letzten Sitzung des Einwohnerrats Emmen wurden die Varianten diskutiert. Man kam zum Schluss, alle Möglichkeiten dem Kanton zu unterbreiten und prüfen zu lassen (Ausgabe vom 25. März).

Nun hat auch die IG Seetalstrasse eine Verkehrsstudie anfertigen lassen. Die IG ist ein Zusammenschluss der Unternehmer entlang der Seetalstrasse. Ihr Anliegen ist es, die Situation für die Arbeitnehmer sowie für die Materialan- und -auslieferung zu verbessern. Die Studie wurde durch das Ingenieurbüro B+S AG in Bern erarbeitet.

Verkehrsknoten sind Hauptproblem

Die Studie kommt zum Schluss, dass das Hauptproblem nicht die Seetalstrasse ist, sondern die umliegenden Verkehrsknoten, die den Verkehr nicht flüssig weiterleiten können. So beispielsweise die Kreuzungen Oberhofen und Schwanderhof-Feldbreite beim Wohncenter. Ausserdem die beiden Autobahnanschlüsse Buchrain und Emmen Süd. Gemäss Walter Schaufelberger, CEO der B+S AG, müssten diese Knoten optimiert werden. Ausserdem sei das Ziel, den «überflüssigen» Verkehr von der Seetalstrasse wegzulotsen. «Wir haben festgestellt, dass ein grosser Teil des Verkehrs auf der Seetalstrasse Durchgangsverkehr ist, der theoretisch auf die Autobahn umgelagert werden könnte», erklärt Schaufelberger. Würde dieser Durchgangsverkehr wegfallen, könnte die Seetalstrasse um 20 bis 30 Prozent entlastet werden.

Ein weiteres Problem sei, dass beim öffentlichen Verkehr ein Defizit bestehe, so Schaufelberger. Die Busse bleiben im Verkehr stecken, da die Knoten zu wenig leistungsfähig sind oder Busspuren fehlen. Zudem ist die S-Bahn-Station Waldibrücke mit dem Bus nicht erschlossen. Schaufelberger: «Die Verlängerung der Buslinie 53 bis Waldibrücke und Busbevorzugungen sind daher Teil jeder Lösungsstrategie.»

Kurze Umfahrung Oberhofen

Das Ingenieurbüro schlägt als Konsequenz aus diesen Erkenntnissen folgende «Bestlösung» vor:

  • Vor Oberhofen soll es einen Bypass geben, also eine Umfahrung der Kreuzung, die dadurch entlastet wird (rot). So soll es weniger Rückstau auf der Seetalstrasse geben, und der Weg über die Autobahn wird für den Durchgangsverkehr attraktiver. Auch der Verkehr aus dem Industriegebiet könnte schneller zur Autobahn gelangen.
  • Daneben müssten der Knoten Schwanderhof-Feldbreite und die Autobahnausfahrt Buchrain optimiert werden, damit der Verkehr schneller fliesst. Beispielsweise durch zusätzliche Spuren.
  • Der öffentliche Verkehr müsste priorisiert werden, etwa durch eine Busspur auf der Seetalstrasse in Kombination mit einer Verlängerung der Buslinie 53 bis Bahnhof Waldibrücke.
  • In einem ersten Schritt könnte der Verkehr durch das Dorf Emmen mit einer Umgestaltung der Ortsdurchfahrt und Pförtneranlagen am Siedlungsrand verflüssigt werden. Die Umfahrung Emmen Dorf könnte dann in einem zweiten Schritt gebaut werden.

«Die Umfahrung Emmen Dorf ist aber nicht zwingend», sagt Walter Schaufelberger. «Sie entlastet zwar das Dorf massgebend, aber löst das eigentliche Problem nicht.» Deshalb sei sie als optionale Ergänzung aufgeführt. Der Bypass Oberhofen bringe zwar keine Abkürzung, für die Autofahrer aber dennoch einen spürbaren Fahrzeitgewinn, weil dadurch die problematische respektive überlastete Kreuzung umfahren werden könnte.

Autobahn muss ausgebaut werden

Diese Massnahmen stehen und fallen aber mit der Kapazität der Autobahn, räumt Schaufelberger ein. «Deshalb ist es zwingend nötig, dass deren Leistungsfähigkeit ausgebaut wird.» Der Ausbau dieses Autobahnabschnitts ist Teil des Bypass-Projekts, mit dessen Bau frühestens 2016 begonnen wird.

Nun liegt es am Kanton Luzern, die beste Variante auszuwählen und zu planen. Beat Hofstetter, Abteilungsleiter Planung Strassen bei der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur, sagt, der Kantonsrat habe die Umfahrung Emmen ins Bauprogramm 2015–2018 für die Kantonsstrassen in den Topf B aufgenommen. «Innerhalb der Planung werden wir die verschiedenen Varianten prüfen und einander gegenüberstellen.» Daraus werde die optimale Variante resultieren. Die Planung werde voraussichtlich dieses Jahr starten, so Hofstetter.

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