EMMEN NORD: A2: Felix Müri geht aufs Ganze

Alle bisherigen Vorstösse haben nichts genützt. Jetzt will SVP-Nationalrat Felix Müri per Motion die Wiedereröffnung des Anschlusses Emmen Nord erreichen.

Christian Hodel
Drucken
Teilen
Die Situation rund um den A2-Anschluss Emmen Nord.

Die Situation rund um den A2-Anschluss Emmen Nord.

Er gibt nicht auf: Der Luzerner SVP-Nationalrat Felix Müri greift zum nächsten Mittel, damit die Autobahnausfahrt Emmen Nord wieder vollständig geöffnet wird. In einer am Freitag eingereichten Motion verlangt er vom Bundesrat, dass Emmen Nord wieder zu einem Vollanschluss wird.

Der A-2-Anschluss ist seit Ende 2012 teilweise geschlossen (siehe Grafik). Seither wird auf politischer Bühne um eine Wiedereröffnung gerungen. Nach Vorstössen auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene hat das Bundesamt für Strassen (Astra) im Sommer die Zahlen einer Verkehrszählung präsentiert. Darin ist festgehalten, wohin sich der Verkehr seit der Teilschliessung verlagert hat. Das Astra stellte klar, dass sich «das neue Verkehrsregime vollumfänglich bewährt» (Ausgabe vom 28. Juni).

Schleichverkehr durch Quartier

Müri sieht dies anders. «Es folgte eine Verlagerung auf die Quartier- und Nebenstrassen, die in der Verkehrszählung nicht berücksichtigt worden sind.» So würden beispielsweise viele die Neuenkirchstrasse benutzen und durch die 30er-Zone in den Quartieren fahren, um auf den Sonnenplatz zu gelangen. Dass in den Quartieren, etwa rund um die Neuenkirchstrasse, mehr Verkehr zu verzeichnen ist, stellt auch der Emmer Bauvorsteher Josef Schmidli fest. «Ob dies aber in direktem Zusam­menhang mit der Teilschliessung des Anschlusses Emmen Nord steht, müsste zuerst genauer untersucht werden.»

«Endlich Nägel mit Köpfen machen»

Warum verlangt Felix Müri also nicht nach einer neuen Verkehrszählung – unter Berücksichtigung der Nebenstrassen? «Ich will endlich Nägel mit Köpfen machen», so Müri. Die Diskussion sei schon lange am Laufen. Er gehe zwar davon aus, dass der Bundesrat sein Anliegen ablehnen werde. «Dann aber wird das eidgenössische Parlament entscheiden. Hier hat die Motion durchaus Chancen.» Die Motion unterzeichnet haben neben Parteikollegin Yvette Estermann unter anderem auch die beiden Luzerner FDP-Nationalräte Peter Schilliger und Albert Vitali. «Auch sonst findet mein Begehren einen Rückhalt im Parlament», ist Müri überzeugt. Schliesslich gehe es nicht um den Bau eines neuen Anschlusses, sondern um die Wiedereröffnung eines bestehenden.

«Emmen braucht diesen Anschluss», sagt Müri. Die Gemeinde wachse unaufhörlich weiter. Im Quartier Feldbreite, im ehemaligen Schindler-Dörfli, sollen bis im Sommer 2017 beispielsweise 800 neue Wohnungen entstehen. Er wolle nicht abwarten, bis es zu einem Verkehrskollaps komme, so Müri. «Wenn man sieht, wie explosionsartig sich Emmen vergrössert, muss man reagieren.»

Müri räumt aber auch ein, dass mit der Sanierung des Seetalplatzes eine generelle Verbesserung der Verkehrssituation rund um Emmen in Aussicht sei. Jedoch dauere die Fertigstellung noch einige Jahre. «Ebenso wissen wir nicht, auch in Anbetracht des regen Baubooms in Emmen, ob der neue Seetalplatz den Verkehr wirklich beruhigt.» Man müsse jetzt handeln, zumal das Astra angekündigt habe, den Anschluss Emmen Nord zurückzubauen. Dann könnte er später nicht ohne weiteres wieder eröffnet werden. Esther Widmer, Informationsbeauftragte des Astra, sagt dazu: «Nach heutigem Stand wird mit dem Rückbau des Teilanschlusses Emmen Nord begonnen, wenn die Sanierungsarbeiten beim Seetalplatz beendet sind.» Dies ist 2018 der Fall. Ausser die Motion wird überwiesen. Wann der Bundesrat Müris Anliegen behandeln wird, ist unklar. «Ich rechne aber mit einer Antwort bis Ende Jahr», so Müri. Und falls nicht, werde er Druck ausüben, etwa in einer der bundesrätlichen Fragestunden das Thema traktandieren lassen. Müri wird die Motion in den nächsten Tagen auch der Luzerner Regierung und dem Emmer Gemeinderat zustellen. «Ich erwarte von ihnen, dass sie sich hinter meine Idee stellen, und so der Druck auf den Bundesrat erhöht wird.»

Bauliche Massnahmen nötig

Grundsätzlich unterstütze Emmen alle Massnahmen, die zu einer flüssigen Verkehrsführung in der Gemeinde beitragen, sagt Bauvorsteher Schmidli. Klar sei aber auch, dass es im Falle der Wiedereröffnung bauliche Massnahmen brauche. Aus Sicherheitsgründen, wie der Bundesrat unlängst festhielt. So müsste etwa die Einfahrtsstrecke verlängert werden, weil sie nicht mehr der Norm entspricht. Zudem bräuchte es wohl auch Lärmschutzmassnahmen.

Kanton hält sich raus

«Bei der Motion von Felix Müri handelt es sich um einen Vorstoss auf Bundesebene», teilt Urban Henzirohs, Kommunikationsbeauftragter des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements des Kantons Luzern, auf Anfrage mit. Es sei nicht üblich, dass sich die Luzerner Regierung zu solchen Vorstössen äussere. «Die Regierung verfasst – wie bei Vorstössen auf Bundesebene üblich – auch zur Motion von Felix Müri kein Schreiben.» Die aktuelle Verkehrslage rund um Emmen sei momentan stark durch die Arbeiten am Seetalplatz geprägt. Eine abschliessende Beurteilung der Verkehrslage rund um Emmen werde darum erst nach Abschluss der Arbeiten 2018 möglich sein.

Die Wiedereröffnung des Anschlusses wurde auch durch eine Petition von Emmer Einwohnern an den Bundesrat gefordert. Ein Emmer Komitee rund um die FDP-Ortspartei brachte im letzten Jahr zudem ein Kompromissmodell aufs Tapet; eine Art reduzierte Wiedereröffnung. So soll die Einfahrt Richtung Basel für Fahrzeuge, die aus Rothenburg kommen, wieder geöffnet werden. Die Ausfahrt aus Nordrichtung würde nur für Fahrten Richtung Sprengi erlaubt (wir berichteten). Zu dieser Lösung sagt Müri: «Ich bin froh um jede Option, die das Problem löst.»