EMMEN NORD: Rückschlag für Autofahrer

Der A-2-­Anschluss ist heute teilweise geschlossen. Die Luzerner Regierung sieht keinen Grund, daran etwas zu ändern. In Emmen ist man enttäuscht.

Yves Portmann
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Der A-2-Anschluss Emmen Nord ist seit Ende 2012 nur noch auf einer Seite geöffnet. (Bild: Loris Succo)

Der A-2-Anschluss Emmen Nord ist seit Ende 2012 nur noch auf einer Seite geöffnet. (Bild: Loris Succo)

Der Regierungsrat unterstützt die Wiedereröffnung des A-2-Vollanschlusses in Emmen Nord momentan nicht. Dies geht aus einer Antwort auf eine Anfrage von SVP-Kantonsrat Marcel Omlin hervor. «Die Ergebnisse des Verkehrsmonitorings zeigen, dass die Voraussetzungen für eine Ausweitung des neuen Halbanschlusses Emmen Nord zu einem Vollanschluss nicht gegeben sind», schreibt die Regierung. Die Leistungsfähigkeit und die Verkehrssicherheit seien mit dem neuen Verkehrssystem mit Halbanschluss Emmen Nord gewährleistet.

Küng: «Haben uns eingesetzt»

Das bedeute aber nicht, dass die Luzerner Regierung grundsätzlich gegen einen Vollanschluss sei, sagt Baudirektor Robert Küng (FDP). «Wir haben uns für den Anschluss eingesetzt und dafür geschaut, dass es ein Verkehrsmonitoring gibt – der Verkehr läuft ja eigentlich gut. Grundsätzlich stehen wir hinter dem Anliegen von Marcel Omlin», sagt Küng. Doch ihm seien die Hände gebunden: «Die Zuständigkeit liegt ganz klar beim Bund.» Seit dem 1. Dezember 2012 sind die beiden Nordrampen des Autobahnanschlusses Emmen Nord zu. Dies erfolgte aufgrund der Eröffnung des Anschlusses Rothenburg im November 2011.

«Ein Türchen bleibt offen»

Es müsse nun abgewartet werden, wie sich die Situation rund um den Seetalplatz nach dem Umbau entwickle, sagt Robert Küng. «Das Bild wird sich sicherlich verändern, und es wird neue Verkehrsflüsse geben.» Der Kanton stehe mit dem Bundesamt für Strassen (Astra) in gutem Einvernehmen – aus diesem Grund konnte zumindest der vollständige Rückbau der Nordrampen vorläufig sistiert werden. «Für den Vollanschluss bleibt ein Türchen offen. Sollte sich der Verkehr nach der Fertigstellung des Seetalplatzes nicht wie gewünscht entwickeln, suchen wir mit dem Astra wieder das Gespräch», erklärt Küng.

Mit grossem Unverständnis reagiert Marcel Omlin auf die regierungsrätliche Antwort. «Ich staune, mit welcher Unwissenheit die Regierung geantwortet hat. Dies zeigt einmal mehr, wie weit die Regierung von Volk und Parlament entfernt ist.» Der Rothenburger SVP-Kantonsrat verweist auf eine Petition von 2012 mit über 11 500 Unterschriften und ein Postulat des Kantonsrates, welche sich für die Beibe­haltung des Vollanschlusses starkmachten. Ob er den Entscheid nochmals aufs politische Parkett zur Diskussion bringen soll, weiss Omlin noch nicht. «Langsam, aber sicher kehrt ein Gefühl der Resignation ein», so Omlin.

Enttäuscht auf die Antwort des Regierungsrates reagiert auch der Emmer FDP-Einwohnerrat Thomas Barbana, welcher 2012 die Petition lancierte. «Wir fühlen uns nicht ernst genommen. Der Halbanschluss führt zu vielen unnötigen Fahrten durch Emmen.» Er hält zumindest an einer Kompromisslösung fest: «Fahrzeuge von Rothenburg her kommend sollen in Richtung Sursee auf die Autobahn fahren können, und umgekehrt sollen Fahrzeuge auf der Autobahn die Ausfahrt in Richtung Emmen nutzen können.»

Politischer Grund für Absage?

Hinter der Antwort des Regierungsrates vermutet Thomas Barbana politisches Kalkül: «Ich bin von der Antwort enttäuscht, nicht aber überrascht. Die Verbandelung des Bundesamtes für Strassen mit dem Kanton ist relativ stark. Ich vermute, dass der Regierungsrat keinen Konflikt mit Bern austragen möchte – schliesslich ist er beispielsweise beim Umfahrungsprojekt Bypass Luzern auf das Astra angewiesen.»

Jetzt ist der Nationalrat am Zug

Der Emmer SVP-Nationalrat Felix Müri lancierte auf nationaler Ebene einen Vorstoss zur Wiedereröffnung des Autobahn-Vollanschlusses Emmen Nord. 20 weitere Nationalräte – darunter die Luzerner Nationalräte Yvette Estermann (SVP), Albert Vitali und Peter Schilliger (beide FDP) – unterstützen Felix Müris Vorhaben. Müri ist von der Luzerner Regierung ebenfalls enttäuscht: «Die Luzerner Regierung war von Anfang an nur mit angezogener Handbremse dabei.» Dieser Entscheid sende ein ganz schlechtes Signal nach Bern.