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EMMEN: Pavillons statt «richtige» Schulhäuser

Die Gemeinde muss immer mehr Schüler unterbringen, doch für neue Schulhäuser fehlt das Geld. Deshalb setzt der Gemeinderat auf Billigbauten.
Bei der Schulanlage Hübeli in Emmen ist seit diesem Schuljahr ein Pavillon in Betrieb. Künftig sollen die bestehenden Schulhäuser öfter mit Modulbauten ergänzt werden. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Bei der Schulanlage Hübeli in Emmen ist seit diesem Schuljahr ein Pavillon in Betrieb. Künftig sollen die bestehenden Schulhäuser öfter mit Modulbauten ergänzt werden. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Der Bauboom in Emmen hat Folgen für die Schulinfrastruktur: Gemäss der Schulraumplanung von 2014 braucht die Gemeinde in zehn Jahren zusätzlich 12 Kindergartenlokale, 7 Zimmer für die Primar- und 5 Zimmer für die Sekundarschule. Im Fall der Kindergärten kommt erschwerend hinzu, dass Emmen im Schuljahr 2016/17 das freiwillige zweite Kindergartenjahr einführt: Aufgrund dieses neuen Angebots wird mit rund 50 Prozent mehr Kindergärtlern gerechnet. So müssen allein bis nächsten Sommer 9 bis 10 zusätzliche Kindergartenlokale gebaut werden.

«Um die Schulraumplanung unter dem grossen Spardruck umzusetzen, sind Priorisierungen und unkonventionelle Lösungen gefragt», sagt Josef Schmidli, Bauvorsteher von Emmen (CVP). Denn wegen des selbst auferlegten Investitionsplafonds darf die Gemeinde bis 2020 nicht mehr als 17,3 Millionen Franken für die neue Schulinfrastruktur ausgeben.

Pavillons als flexible Lösung

Als beliebte Lösung erweisen sich Pavillons in Modulbauweise, die auf bestehenden Schulanlagen aufgestellt werden. In diesem Jahr wurde auf der Schulanlage Hübeli ein Pavillon mit zwei Kindergärten errichtet und ein bestehender Pavillon auf der Anlage Emmen-Dorf aufgestockt. Für nächstes Jahr beantragt der Gemeinderat beim Einwohnerrat zwei weitere Investitionskredite: Auf dem Schulhausareal Riffig soll ein Dreifach-Kindergartenpavillon für rund 1,5 Millionen Franken erstellt werden und auf dem Areal Krauer ein Pavillon mit Kindergarten und Tagesstrukturen für zirka 1 Million Franken.

Weitere Kosten will der Gemeinderat durch den Kauf von Occasionspavillons von anderen Gemeinden sparen. Absichtserklärungen bestehen für einen sechsjährigen Schulpavillon aus Rolle (VD) und einen vierjährigen Pavillon aus Basel. Dadurch spare die Gemeinde 25 und 40 Prozent gegenüber dem Markpreis, steht im Bericht und Antrag.

Gemeinderat Schmidli sieht mehrere Vorteile von Pavillons gegenüber herkömmlichen Bauten. «Die Kosten liegen durchschnittlich um 20 Prozent tiefer, bei Occasionspavillons kommt weiteres Sparpotenzial hinzu.» Vor allem aber liessen sich die Modulbauten einfach und schnell aufbauen und bei Bedarf versetzen. «Der Bevölkerungsmix in einem Quartier kann sich heutzutage innerhalb eines Jahrzehnts stark verändern. Daher sind flexible Lösungen gefragt.»

Ziel sei es, diese «Basisbauten» mit flexiblen Räumlichkeiten zu ergänzen. «Künftig gehen vielleicht noch 80 Prozent der Schüler in einem klassischen Schulgebäude in den Unterricht, 20 Prozent in flexiblen Schulräumlichkeiten.» Schmidli mag in den Pavillons keine «Arme-Leute-Lösung» erkennen: «Architekten mögen an den Bauten nicht immer ihre Freude haben. Doch im Innern warten moderne Klassenzimmer mit allem technischen Komfort.»

Günstiger als ein Neubau

Auch in Kriens steigt der Bedarf an Schulraum. «Wir werden wachsen», sagt Schulvorsteherin Judith Luthiger-Senn (SP). Schon jetzt stehen auf der Krauerwiese zwei doppelstöckige modulare Schulhäuser aus Holz. Sie haben 4,2 Millionen Franken gekostet. Sie dienen zunächst als Provisorien für die zurzeit laufende Sanierung der Schulhäuser Kirchbühl I und II. Später können sie als Provisorien während der Sanierung des Schulhauses Brunnmatt genutzt werden. Der Gemeinderat hat zudem in der Schulraumplanung 2014 den Kauf von weiteren Modulen aufgezeigt. Bereits im Dezember beantragt er beim Einwohnerrat einen Kredit für zwei weitere modulare Schulbauten, je eines für die Schulhäuser Kuonimatt und Roggern. Im Aufgaben- und Finanzplan sind dafür 2,7 Millionen Franken eingestellt.

Die Pavillons dienen nicht nur als Provisorien für Sanierungen. «Es handelt sich bei den Modulen um vollwertige Schulzimmer, die auf eine langfristige Nutzung ausgerichtet sind und später an andere Standorte verschoben werden können», sagt Luthiger. Zudem habe der Einwohnerrat immer wieder betont, dass kein Schulraum auf Vorrat gebaut werden soll. «Die Entwicklung in Luzern Süd ist sehr volatil. Mit den Mobilbauten bekommen wir eine hohe Flexibilität und können schnell agieren», so Luthiger. Doch sie verschweigt nicht, dass auch die Kosten eine Rolle spielen. «Die hochwertigeren modularen Holzschulhäuser sind günstiger als ein Neubau.»

Simon Bordier/Dominik Weingartner

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