EMMEN: Polizei erhält weitere Hinweise dank Belohnung

Im Fall der Vergewaltigung einer Frau in Emmen sind neue Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Die Polizei wertet diese derzeit aus.

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Polizei-Fahndungsaufruf nach der Vergewaltigung am Tatort beim Dammweg in Emmen. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Polizei-Fahndungsaufruf nach der Vergewaltigung am Tatort beim Dammweg in Emmen. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Die Staatsanwaltschaft hat im Fall der Vergewaltigung einer jungen Frau in Emmen für Hinweise, die zur Ermittlung der Täterschaft führen, eine Belohnung von bis zu 10'000 Franken in Aussicht gestellt (wir berichteten am Donnerstag). «Aufgrund dieses Aufrufs sind weitere Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen», sagt der Luzerner Polizeisprecher Kurt Graf auf Anfrage. «Das Aussetzen einer Belohnung führt in einem solchen Fall tatsächlich zu noch mehr Aufmerksamkeit.»

Inhaltlich konnte Graf zu den weiteren Hinweisen noch keine Auskunft geben: «Wir sind daran, sie zu prüfen.» Der entscheidende Durchbruch bei der Klärung des Verbrechens ist weiterhin noch nicht erfolgt. Am 21. Juli um 22.20 Uhr war eine 26-jährige Frau auf dem Dammweg vor der Reussbrücke in Emmen von einem Unbekannten von ihrem Fahrrad gerissen und vergewaltigt worden. Sie wurde dabei schwer verletzt.

Auffälliges Verhalten?

Die Staatsanwaltschaft stellt in ihrem mit einer Belohnung versehenen Fahndungsaufruf zusätzliche Fragen, die Hinweise auf die Täterschaft liefern sollen.

Diese Fragen hat die Polizei

Bei der Reussbrücke in Emmen soll sich die Vergewaltigung ereignet haben. (Bild: PD)

Bei der Reussbrücke in Emmen soll sich die Vergewaltigung ereignet haben. (Bild: PD)

1. Gibt es Frauen, welche im fraglichen Gebiet (siehe rote Markierung Kartenausschnitt) verbal oder anderweitig sexuell belästigt oder sogar angegriffen worden sind und dies der Polizei noch nicht gemeldet haben?

2. Wurden Personen im fraglichen Gebiet Opfer eines anderen Deliktes (z.B. Diebstähle, Entreissdiebstähle, Raubüberfälle etc.) oder Versuchen dazu. Wurde noch keine Meldung an die Polizei gemacht?

3. Gibt es Personen, welche im fraglichen Gebiet am Dienstag 21.07.2015 zwischen 2130 und 2400 unterwegs waren und von der Polizei noch nicht kontaktiert wurden? Es wurde auch von der Polizei festgestellt, dass der Weg zu später Stunde häufig von Joggern frequentiert wird. Wurden allenfalls von Joggern sachdienliche Wahrnehmungen gemacht?

4. Gibt es Personen welche zu einem anderen Zeitpunkt, im fraglichen Gebiet, verdächtige Wahrnehmungen (z.B. männliche Personen, welche Passantinnen intensiv beobachtet haben) gemacht haben und diese der Polizei noch nicht gemeldet haben?

5. Gibt es Personen, welche vor dem Tatzeitpunkt im fraglichen Gebiet regelmässig festgestellt werden konnten und seit diesem Zeitpunkt dort nicht mehr angetroffen werden?

6. Sind Personen nach dem Tatzeitpunkt, insbesondere nach dem Bekanntwerden der schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für das Opfer durch Verhaltensänderungen oder unerklärbares, ungewohntes Verhalten aufgefallen (z. B. plötzlicher, übermässiger Alkoholkonsum, Medikamentenmissbrauch, Arbeitsplatzabsenzen, Änderung der Gemütsverfassung)?

7. Haben sich Personen mit angeblich authentischen spezifischen Informationen zur Tat/polizeilichen Ermittlung in Szene gesetzt oder sich allenfalls sogar anvertraut?

8. Sind Personen durch ein offensichtlich übersteigertes Interesse an diesem Fall aufgefallen (z.B. wurde das Thema in Diskussionen immer wieder von derselben Person aufgegriffen)?

hb/rem