EMMEN: Projekt für Tierfriedhof nimmt weitere Hürde

Auf Unter-Wellisingen in Emmen soll ein Tierfriedhof entstehen. Es wäre der erste seiner Art in der Zentralschweiz.

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Landwirt Peter Bühlmann zeigt das Land, auf dem er einen Tierfriedhof errichten möchte. (Bild Manuela Jans/Neue LZ)

Landwirt Peter Bühlmann zeigt das Land, auf dem er einen Tierfriedhof errichten möchte. (Bild Manuela Jans/Neue LZ)

Der Emmer Landwirt Peter Bühlmann ist erleichtert: Die Einsprache beim Verwaltungsgericht gegen sein Tierfriedhof-Projekt ist zurückgezogen worden. Lange wusste Bühlmann nicht, ob er bauen kann. Gemeindeammann Tony Maeder hatte ihm prophezeit, dass es hart werden könne. «Ich wollte nichts investieren, bevor es nicht einen definitiven Entscheid gibt», sagt Bühlmann. Streitpunkt war die Umzonung des Geländes beim Hof Unter-Wellisingen von der Landwirtschafts- in eine Sondernutzungszone «Ruhestätte für Tiere».

Gerichtskosten waren zu hoch
Das Ehepaar Marlies und Urs Mörgeli hatte die Einsprache eingereicht. Es betreibt selbst seit sieben Jahren einen Tierfriedhof in Läufelfingen BL. Die Einsprache wurde vom Emmer Gemeinderat abgewiesen. Die Basler seien nicht einspracheberechtigt, war die Begründung. Darauf haben Mörgelis die Einsprache ans Verwaltungsgericht weitergezogen. Nun krebsen sie aber zurück. «Wir hätten einen Vorschuss an die Gerichtskosten von 800 Franken bezahlen müssen, das haben wir nicht gemacht», sagt Urs Mörgeli. Dies gilt als Rückzug, wie Hans Gantenbein vom Baudepartement Emmen bestätigt.

Angst vor günstigeren Anbietern
Mörgelis haben zwar ihre Einsprache zurückgezogen, doch ungerecht behandelt fühlen sie sich noch immer. Sie mussten ihren Tierfriedhof auf teurem Bauzonenland errichten. Bei Bühlmann hingegen hat die Gemeinde einer Umzonung von einer Landwirtschaftszone in die Sondernutzungszone zugestimmt. «Wir sind nicht gegen Konkurrenz», rechtfertigt Urs Mörgeli das Vorgehen, «aber es soll bei allen mit gleich langen Ellen gemessen werden.»


Eröffnung 2009
Eine weitere Hürde hat der Emmer Tierfriedhof nun also genommen. In rund zwei Monaten sollte die Genehmigung des Kantons für die Umzonung vorliegen. Dann kann Bühlmann das Bewilligungsverfahren eröffnen, zuerst den Gestaltungsplan und dann das Baugesuch einreichen. «Wenn der Landwirt den Planungsprozess forsch angeht und keine Einsprachen gemacht werden, sollte er zirka ein halbes Jahr nach dem Regierungsratsentscheid mit den Bauarbeiten beginnen können», sagt Gantenbein. Für Peter Bühlmann gibt es dann noch einiges zu tun: Sträucher und Bäume will er pflanzen, Rasen säen, einen Brunnen und einen Geräteschuppen aufstellen und den Friedhof mit einer Naturhecke einzäunen. Er hofft, seinen Tierfriedhof im Herbst 2009 eröffnen zu können.

Barbara Inglin

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.