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EMMEN: Religion muss der Schule fernbleiben

Die CVP möchte, dass für den konfessionellen Religionsunterricht wieder Schulräume genutzt werden können. Der Gemeinderat lehnt dies wegen Platzmangels ab – und noch aus einem anderen Grund.
Ein Kruzifix hängt in einem Klassenzimmer (Symbolbild). (Bild: Imago)

Ein Kruzifix hängt in einem Klassenzimmer (Symbolbild). (Bild: Imago)

Der Emmer Gemeinderat sieht keine Möglichkeit, den konfessionellen Religionsunterricht wieder in Räumlichkeiten der Schule unterzubringen. Dies schreibt er in seiner Antwort auf ein Postulat der CVP.

Seit diesem Schuljahr findet der konfessionelle Religionsunterricht in Emmen in Pfarreiräumlichkeiten statt. In den Schulhäusern gibt es keinen Platz mehr dafür. Auch zeitlich liess der Religionsunterricht sich nicht mehr in die regulären Schulzeiten integrieren, sodass er nach der Schule stattfindet. Dadurch tritt er teilweise in Konkurrenz zu den Hobbys der Kinder.

Die CVP Emmen stört sich an diesem Umstand. Der Religionsunterricht der Landeskirchen soll wieder in Schulräumen stattfinden und fester Bestandteil des Stundenplans sein, fordert die Fraktion in ihrem Postulat (Ausgabe vom 8. November 2017). Zudem soll neben einem konstruktiven Dialog zwischen Schule und Kirche besonderes Augenmerk auf die Kinder der 1. und 2. Primarklassen hinsichtlich der Schulwege gelegt werden. Denn die Wege zu den Pfarreiräumlichkeiten seien teilweise lang und gefährlich. Auch sollen Ministranten für Beerdigungen und dergleichen wieder während des Schulunterrichts fehlen dürfen.

Der Gemeinderat lehnt die meisten Forderungen und somit auch das Postulat ab.

Blockzeiten müssen eingehalten werden

Den konfessionellen Religionsunterricht wieder an der Schule anzubieten, sei wegen der Schulraumknappheit nicht möglich, schreibt der Gemeinderat. Die Blockzeiten müssen eingehalten werden, das sei schon hinsichtlich der knappen Turnhallenkapazität schwierig. Offenbar hat die kantonale Schulaufsicht schon einmal in Emmen eine Verletzung der Blockzeiten beanstandet. Zudem beruhe die Integration des konfessionellen Unterrichts in die Volksschule auf Freiwilligkeit.

Ebenfalls führt der Gemeinderat ins Feld, dass im laufenden Schuljahr nur noch 46,5 Prozent der Schüler katholisch sind. Die übrigen Schüler gehören über zehn weiteren Religionsgemeinschaften an, 318 sind konfessionslos. Die Katholiken hatten bis Sommer 2017 das alleinige Privileg, den Unterricht an der Volksschule durchzuführen, wurden also bevorzugt. «In einer multikulturellen Schule ist die Trennung von Staat und Religion erstrebens- wert», schreibt der Gemeinderat dazu.

Schulwege liegen in der Verantwortung der Eltern

Allerdings bestehe die Möglichkeit, dass die Pfarrei-Rektorate beim Bereich Immobilien der Gemeinde nachfragen, ob Räume frei sind. Da von Seiten der Volksschule keine Verpflichtung bestehe, für Räume aufzukommen, liegen auch die Schulwege – wie bei anderen freiwilligen Angeboten wie Instrumente- oder Sportunterricht – in der Verantwortung der Erziehungsberechtigten. Wenn es eine Begleitung der Schulkinder auf dem Weg zum Religionsunterricht brauche, müsse dies mit den Pfarreien geklärt werden, steht weiter in der Antwort des Gemeinderats.

Betreffend die Forderung nach einem konstruktiven Dialog schreibt die Exekutive, dieser finde bereits statt. Wo sinnvoll, gebe es auch einen Austausch im Sinn der Ökumene zu christlichen Aspekten zwischen den konfessionellen Religionslehrern und den Lehrpersonen, die an der Volksschule Ethik und Religion unterrichten. Das freiwillige Ministrieren der Schüler während der Unterrichtszeit soll nicht wieder eingeführt werden. Eine Begründung für Letzteres gibt der Gemeinderat nicht ab.

Das Parlament entscheidet am 20. März über die Überweisung des Postulats.

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

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