EMMEN: Ruag baut zahlreiche Stellen ab

Der Technologiekonzern richtet seine Sparte Flugzeugstrukturbau neu aus. Künftig will man sich vor allem auf die zivile Luftfahrt konzentrieren.

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Bei der Ruag sollen 15 bis 20 Stellen abgebaut werden. (Archivbild Neue LZ)

Bei der Ruag sollen 15 bis 20 Stellen abgebaut werden. (Archivbild Neue LZ)

Zwischen 15 und 20 Mitarbeiter bei der Ruag in Emmen erhalten die Kündigung, weitere 20 wechseln innerhalb des Ruag-Konzerns auf neue Stellen – zum Teil auch an andere Standorten. Der Technologiekonzern richtet damit seine Division Flugzeugstrukturbau in Emmen neu aus. Dies teilte die Ruag am Donnerstag mit. In der Division Flugzeugstrukturbau arbeiten in Emmen rund 340 Mitarbeiter, gesamthaft beschäftigt die Ruag am Standort Emmen rund 1200 Mitarbeiter.

Job-Center hilft bei Stellensuche

Stellen werden gemäss Ruag-Sprecher Jiri Paukert in der Produktion, der Planung und im Support abgebaut. Die gekündigten Mitarbeiter würden durch ein internes Job-Center bei der Stellensuche aktiv unterstützt. Die Reorganisation hängt gemäss Ruag mit der strategischen Neuausrichtung des Technologiekonzerns zusammen. «Die Ruag setzt den Fokus künftig verstärkt auf zivile Luftfahrtprogramme und weniger auf Aufträge aus dem Militärbereich», sagt Jiri Paukert auf Anfrage. Diese Neuausrichtung mache eine Fokussierung auf Kernkompetenzen wie Zerspanungstechnik, Oberflächenbehandlung und die Zusammensetzung von Baugruppen notwendig.

Airbus-Auftrag sorgt für Grundlast

Im Vordergrund der Reorganisation stehe die dauerhafte Sicherung des Standortes durch eine zukunftsfähige Kostenstruktur. «Durch die Reorganisation wird die Wettbewerbsfähigkeit deutlich gestärkt», sagt Ruag-Sprecher Jiri Paukert. Die Grundauslastung des Flugzeugstrukturbaus am Standort Emmen werde in den nächsten Jahren durch Aufträge im Rahmen der Airbus-Programme für die Ruag Aerostructures im deutschen Oberpfaffenhofen sichergestellt. Die Ruag in Emmen baut im Rahmen des Programms bestimmte Flügelteile für den Airbus 320 und andere Airbusmodelle. Die Reorganisation versetze die Ruag aber nun auch in die Lage, weitere neue Aufträge aus der Zivilluftfahrt zu gewinnen. Potenzial gäbe es hier beispielsweise bei Bombardier oder Boeing.

Hans-Peter Hoeren