EMMEN: Rund um den Seetalplatz ist bald alles anders

Im Oktober wird die neue Reussbühlstrasse eröffnet. Autofahrer, Buspassagiere und Velofahrer müssen sich dann an völlig neue Linienführungen gewöhnen.

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Die neue Verkehrssituation am Seetalplatz in Emmen. (Bild: Grafik Neue LZ)

Die neue Verkehrssituation am Seetalplatz in Emmen. (Bild: Grafik Neue LZ)

Beatrice Vogel

Tiefschwarz glänzt der neue Asphalt, man kann die kürzlich aufgetragene Farbe der Bodenmarkierungen noch riechen. Doch die Strassen sind leer, aus den Lichtsignalen hängen Kabel, und es gibt auch noch keine Verkehrsschilder. Trotzdem sind die neue Reussbühlbrücke und die davon abgehenden Strassen so gut wie fertig. «Es fehlen nur noch Detailarbeiten», sagt Hans Ruedi Ramseier, Gesamtleiter des Bauprojekts Seetalplatz. «Im Oktober können wir Brücke und Strassen planmässig für den Verkehr freigeben.» Damit ist eine der grössten Bauetappen des 190-Millionen-Projekts abgeschlossen.

Reussbühl wird umfahren

Ab Oktober wird um den Seetalplatz dann auch ein völlig neues Verkehrsregime gelten (siehe Grafik): Reussbühl wird dank der neuen Reussbühlstrasse vom Autoverkehr umfahren. Von der Reusseggstrasse kann die Gerliswilstrasse wieder ohne Umwege erreicht werden. Zudem bilden der Seetalplatz, die obere Zollhausbrücke und die neue Reussbühlbrücke einen riesigen Gross-Kreisel. Dort herrscht Einbahnverkehr, Autos dürfen nur noch im Gegenuhrzeigersinn fahren.

Für ÖV-Benutzer wirds mühsam

Das neue Regime schafft mehr Platz für den ÖV in Reussbühl. Einzig Anwohner und Zubringer dürfen weiterhin mit dem Auto durch Reussbühl fahren. Die Hauptstrasse, die mitten durch Reussbühl führt, dient künftig in erster Linie dem Busverkehr. Der Bus aus Richtung Stadt fährt anschliessend zum neuen Busbahnhof Seetalplatz und weiter zum Bahnhof Emmenbrücke.

Zunächst allerdings wird es für ÖV-Benutzer umständlicher. Da die beiden Zollhausbrücken neu gebaut werden, muss der Bus von Luzern herkommend bis 2017 die neue Reussbühlstrasse benutzen. In Gegenrichtung hat der Bus hingegen freie Fahrt. Da eine der beiden Zollhausbrücken immer offen bleibt, kann der Bus stadteinwärts weiterhin die Hauptstrasse benutzen. Dadurch werden die Haltestellen Zollhaus und Frohburg in den nächsten zwei Jahren nur in Fahrtrichtung Luzern bedient. Erst im Herbst 2017 wird der ÖV wieder gänzlich über die Hauptstrasse geleitet.

Mit der neuen Reussbühlbrücke wurde auch eine Velo- und Fussgängerunterführung fertiggestellt, die in knapp zwei Monaten eröffnet wird.

«Alles läuft nach Plan»

«Wir hatten bisher weder grössere Überraschungen noch Zwischenfälle. Alles läuft nach Plan», sagt Hans Ruedi Ramseier. Die Bauarbeiten konnten mit wenigen Ausnahmen zu den regulären Arbeits­zeiten durchgeführt werden. Auch mit der Verkehrsführung gab es kaum Probleme, so Ramseier, «obwohl viele Leute ein Chaos prophezeit hatten». Deshalb ist er zuversichtlich, dass auch die Freigabe der neuen Strassen im Oktober reibungslos ablaufen wird.

Gefährliches Reussufer

Einzig die Uferzone entlang der Reuss machte den Verantwortlichen zu schaffen: «Wir mussten hier alles absperren, weil die Leute begannen, auf den Felsbrocken herumzuklettern», sagt Hans Ruedi Ramseier. «Das ist extrem gefährlich, denn ein einziger Stein wiegt um drei Tonnen.» Auch Littering sei ein Problem, vor allem bei den beiden neuen Stränden, die im Bereich Kleine Emme/Reuss ausgehoben wurden.

Neuer Arm für die Kleine Emme

Mit der Eröffnung der neuen Reussbühlstrasse im Oktober ist ein wichtiger Meilenstein erreicht, doch die Bauarbeiten rund um den Seetalplatz gehen noch bis 2018 weiter. An der Gerliswilstrasse wird bereits heute gebaut. Dort wird die Strasse saniert und verbreitert. Daneben steht jetzt die Gestaltung des neuen Flussarms der Kleinen Emme im Gebiet Reusszopf an. Dieser füllt sich, wenn der Wasserpegel eine gewisse Höhe übersteigt. Dabei wird eng mit Naturschutzorganisationen zusammengearbeitet, denn die Neugestaltung des Reusszopfs soll neben Hochwasserschutz auch eine ökologische Aufwertung und Renaturierung enthalten.

Stützmauer wird erneuert

In Reussbühl ist noch eine weitere Baustelle geplant: Ein Teil der Hauptstrasse unterhalb der Kirche muss verbreitert und die Stützmauer erneuert werden. «Weil wir eine Fahrspur für die Bauarbeiten brauchen, wird der Verkehr dort einspurig geführt», so Ramseier. Ab dem Kreisel Hauptstrasse/Ruopigenstrasse herrscht dann bis Ende 2016 in Richtung Luzern Einbahnverkehr.

Hinweis

Weitere Infos zur Grossbaustelle Seetalplatz finden Sie unter www.seetalplatz.lu.ch