EMMEN: Seit 65 Jahren halten sie eisern zusammen

Margrit und Josef Meier aus Emmenbrücke sind seit einer halben Ewigkeit ein glückliches Ehepaar. Obwohl sie heiraten «mussten».

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Margrit und Joseph Meier-Wüest feierten den 65. Jahrestag ihrer Hochzeit. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

Margrit und Joseph Meier-Wüest feierten den 65. Jahrestag ihrer Hochzeit. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

«Ja, ja, Mami weiss noch jedes Detail.» Seppi Wüest (86) schaut seine Frau Margrit liebevoll an, ein Lächeln spielt um seine Lippen. Die 89-Jährige erzählt und erzählt. Glasklar sind ihre Erinnerungen an damals, vor mehr als 65 Jahren, als sie ihren Josef das erste Mal gesehen hat.

Im Restaurant Engelburg in Luzern wars. Die 23-jährige Margrit Wüest, so ihr Mädchennamen, aus Emmenbrücke, arbeitete dort im Service. «Er war mein erster Gast, und er ist mir sofort aufgefallen», sagt sie. Seppi hatte eine Wohnung oben im Restaurant, und so begegneten sich die beiden täglich und verliebten sich ineinander.

Eiserne Hochzeit und den 89. Geburtstag
Bereits acht Monate nach der ersten Begegnung wurde geheiratet. «Wir mussten», schmunzelt sie. Das erste Kind war unterwegs. Bereut haben die beiden diesen Schritt nie. Vor 10 Tagen, am 29. April konnte das Pärchen eiserne Hochzeit feiern und gleichzeitig auch Margrit Meiers 89. Geburtstag.

Das Hochzeitsfoto hängt im Gang ihrer Mietwohnung, hoch oben im 12. Stock des Hochhauses an der Seetalstrasse 42 in Emmenbrücke, wo das Ehepaar seit 22 Jahren lebt.

Acht Kinder und trotzdem in die Ferien
Auf den ersten Sohn Josef kamen zwei Buben, Robert und Hansruedi. «Man hat mir danach im Spital gesagt, ich könne keine Kinder mehr bekommen. Das war aber dummes Zeug.» Fünf weitere folgten innert neun Jahren, alles Mädchen: Margrit, Brigitte, Bernadette, Rosmarie und Irène.

Vater Josef arbeitete bei den SBB. «Zwölf Jahre lang habe ich Ferienablösungen gemacht, in der ganzen Schweiz. 50 waren es insgesamt», erinnert er sich.

Trotz Grossfamilie und hartem Arbeitsalltag: Margrit und Josef Meier nahmen sich auch hie und da eine Auszeit von den Kindern, verreisten nach Italien oder Spanien. Dann schaute zu Hause eine Familienhilfe zum Rechten.

Die Arbeiten im Haus untereinander aufgeteilt
«Hoffentlich können wir noch ein paar Jährchen zusammen geniessen.» Heute haben Margrit und Josef Meier das Generalabonnement, damit sie jederzeit einen Ausflug machen können, «vor allem Richtung Romanshorn», sagt er.

Josef Meier ist fürs Putzen zuständig und macht das Zmorge. «Als die Kinder ausgeflogen sind und mein Mann pensioniert wurde, haben wir die Arbeiten im Haus aufgeteilt». Fürs Kochen und die Wäsche war sie zuständig.

Was ist ihr Geheimnis für eine so lange, glückliche Ehe? Margrit Meier lacht: «Wir sind zwei unterschiedliche Menschen und lange nicht immer der gleichen Meinung. Am nächsten Tag ist aber immer alles wieder gut. Wössed si, man muss einfach aufeinander Rücksicht nehmen.»

Susanne Balli

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung.