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EMMEN: Sergio Sardella: «Schweizer können über sich selber lachen»

Sergio Sardella ist mit seinem Italo-Schweiz-Humor seit vielen Jahren erfolgreich als Komiker unterwegs. In seinem neuen Programm räumt er mit Missverständnissen zwischen den Kulturen auf.
Komiker Sergio Sardella (45) beisst in seinem Wohnzimmer auf den Swiss Comedy Award. (Bild: Corinne Glanzmann (Emmenbrücke, 16. März 2017))

Komiker Sergio Sardella (45) beisst in seinem Wohnzimmer auf den Swiss Comedy Award. (Bild: Corinne Glanzmann (Emmenbrücke, 16. März 2017))

Schon in der Schule sei er bei seinen Mitschülern beliebter gewesen als bei seinen Lehrern, erinnert sich Sergio Sardella (45) lachend an die Zeit zurück, in der er sein Talent zum Komiker entdeckte. «Ich verbrachte viel Zeit vor der Türe, schrieb zum Glück aber trotzdem gute Noten.» Im Fussball sei er nicht so talentiert gewesen, sein Humor kam dafür umso besser an. Inzwischen wurde Sardella mit dem Emmer Kulturpreis und dem Swiss Comedy Award ausgezeichnet – und zeigt nun mit «Italo-Gägs! Volume 4» bereits sein viertes abendfüllendes Programm. Darin geht es um Missverständnisse, etwa zum «Röschtigraben», zum Kantönligeist oder zur Fasnacht.

Seine Tätigkeit als Komiker ist für Sardella jedoch immer ein Hobby geblieben. «Das ist eine sehr bewusste Entscheidung. Die meisten möchten von ihrem Hobby leben – aber ich will mir aussuchen können, wo ich auftrete.» Ausserdem wolle er einen geregelten Tagesablauf haben. Hauptberuflich arbeitet Sardella im Kundendienst, wo seine Vielsprachigkeit geschätzt werde.

Aufgewachsen im «Multikulti-Arbeiterquartier»

Sardella ist der Sohn eines neapolitanischen Gastarbeiters und einer Schweizerin. Daheim hätten sie viele italienische Zeitschriften und Zeitungen gehabt. Ehe er in den Kindergarten kam, sprach er bloss italienisch. Mit seinen Brüdern spricht er heute noch so. Aufgewachsen ist er in Littau, «in einem richtigen Multikulti-Arbeiterquartier mit Italienern, Spaniern, Griechen, Portugiesen oder Jugoslawen». Seine zweite Heimat, Klischees sowie Vorurteile gegenüber Italienern machen denn auch seine Bühnenprogramme aus. «Wenn ich den italienischen Akzent aufsetze und mich über Macken von Italienern und Schweizern lustig mache, haben viele Zuschauer Assoziationen zu ihrer Schulzeit», sagt er. Vermutlich deshalb seien seine meisten Zuschauer älter als 30. Für ein Programm sammle er jeweils Notizen, bis sich ein roter Faden zeige.

Sardella selber mag den Humor von Büsser, Rob Spence oder auch Michael Elsener. Auch jemand wie Andreas Thiel gefalle ihm. «Der polarisiert, davon dürfte es ruhig mehr geben.» Da er seit dem Jahr 1994 in Emmen wohnt, hat er auch oft mit dem Klischee der «Emmenbronx» gespielt – so auch in seinem jetzigen Programm «Italo-Gägs! Volume 4». Emmens kulturelle Vielfältigkeit gefalle ihm durchaus: «Wenn man die Gerliswilstrasse runterfährt, kommt man an den verschiedensten Läden vorbei.» Und seine Tochter (22) und sein Sohn (20) hätten dort eine gute Schulzeit in Klassen mit jeweils bloss drei bis vier Schweizer Kindern gehabt. Doch der Italo-Schweizer ist nicht nur ein Nostalgiker; darüber, wie sich Emmen derzeit entwickelt, freut er sich ebenfalls. «Plötzlich wird Emmen hip und vom Arbeitervorort zum Magneten.»

Auch wenn Italien heute noch wichtig für Sergio Sardella ist, hat er sich nie überlegt, zurückzugehen. «Italien ist wunderschön und ein tolles Land für Ferien. Aber wenn man dort lebt, bemerkt man einige Dinge, wie zum Beispiel das Bildungssystem oder die Spitäler, die nicht funktionieren.» In der Schweiz schätze er die Pünktlichkeit, in Italien die Wärme der Leute im Umgang miteinander.

In puncto Humor findet sich der Komiker ebenfalls in zwei Kulturen: «Die Italiener mögen politischen Humor lieber als die Schweizer. Dafür machen sich die Italiener lieber über andere lustig, während die Schweizer auch über sich selber lachen können.» Die Italiener und die Schweizer hatten ausserdem beide einen «S. B.» – die Schweiz Sepp Blatter und Italien Silvio Berlusconi, witzelt er. Man solle das Leben nicht allzu ernst nehmen, das sei seine eigentliche Botschaft.

Hinweis

Sergio Sardellas nächster Auftritt in der Zentralschweiz findet am 26. April im Burgbachkeller in Zug statt (www.sergio-sardella.ch).

Natalie Ehrenzweig

region@luzernerzeitung.ch

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