EMMEN: Sind die AMP-Hallen ein Kulturdenkmal?

Das Verkehrshaus möchte einen Oldtimer-Park, die Gemeinde eine Überbauung. Die Armee aber will das AMP-Gelände noch länger nutzen.

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Gebäude auf dem Gelände des Armeemotorfahrzeugparks Rothenburg. (Bild Markus Forte/Neue LZ)

Gebäude auf dem Gelände des Armeemotorfahrzeugparks Rothenburg. (Bild Markus Forte/Neue LZ)

Die Idee des Verkehrshauses Schweiz für einen Oldtimer-Park auf dem Gelände des Armeemotorfahrzeugparks Rothenburg (AMP) sorgt für rote Köpfe. Das Areal liegt auf Emmer Boden und gehört dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Die Gemeinde Emmen möchte dort Wohnungen ansiedeln, falls die Armee das Gelände künftig nicht mehr brauchen sollte. «Das ist im Masterplan AMP von Kanton und Gemeinde so festgehalten», sagt Baudirektor Tony Maeder. Ein konkretes Projekt liege aber noch nicht vor.

Umzonung nötig
Maeder ist verärgert darüber, dass das Verkehrshaus über die Idee eines Oldtimer-Parks Auskunft gab, ohne die Gemeinde Emmen über das Projekt zu informieren. «Was auf diesem Gelände geschieht, darüber wird schon lange diskutiert. Sowohl für Wohnungen wie auch für einen Oldtimer-Park ist eine Umzonung nötig, und darüber entscheidet der Emmer Einwohnerrat», sagt er. Zudem könne das Areal nur auf einer Fläche von rund 13 Hektaren genutzt werden und nicht auf 40 Hektaren, wie es von Seiten des Verkehrshauses heisse.

Stützenfreie Konstruktionen
Wie eine künftige Wohnsiedlung auf dem AMP-Areal realisiert werden könnte, ist allerdings offen. Denn die Hallen gehören zum Inventar der militärischen Hochbauten und sind von regionaler Bedeutung, wie der kantonale Denkmalpfleger Georg Carlen auf Anfrage sagt. «Es handelt sich um eine bedeutende Ingenieurleistung aus den Fünfzigerjahren.» Die Betonbauten seien stützenfreie Konstruktionen mit einer Überdachung von grosser Spannweite. «Etwas Vergleichbares gibt es im Kanton Luzern nicht», so Carlen. Er fügt an: «Mit einem Oldtimer-Showlager könnten alle Hallen erhalten bleiben.» Gemäss dem Natur- und Heimatschutzgesetz sei der Bund verpflichtet, die Kulturdenkmäler zu schonen, soweit nicht andere Interessen überwiegen.

Dennoch hat laut Carlen ein Wohnungsprojekt Chancen, wenn ein Teil der Hallen erhalten bliebe und in eine künftige Überbauung integriert würde. Baudirektor Tony Maeder sagt dazu: «Die Gemeinde Emmen hat das mit der kantonalen Denkmalpflege unlängst besprochen.»

Susanne Balli

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung.