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EMMEN: Susanne Truttmann verabschiedet sich von der politischen Bühne

Schul- und Kulturdirektorin Susanne Truttmann (SP) wird per Ende August die Exekutive verlassen. Bei der Nachfolge schauen nun alle auf die SP – die wohl keine Frau ins Rennen schickt.
Beatrice Vogel
Susanne Truttmann mit Schülern beim Spatenstich zur Sanierung des Schulhauses Gersag. (Bild: Eveline Beerkircher (Emmen, 30. November 2011))

Susanne Truttmann mit Schülern beim Spatenstich zur Sanierung des Schulhauses Gersag. (Bild: Eveline Beerkircher (Emmen, 30. November 2011))

Beatrice Vogel

beatrice.vogel@luzernerzeitung.ch

Nach 13 Jahren im Gemeinderat Emmen und 15 Jahren als aktive Politikerin habe sie gespürt, dass der richtige Zeitpunkt für den Rücktritt gekommen sei, sagt Susanne Truttmann-Hauri (59). Die SP-Frau macht einen radikalen Schnitt: Aus der Exekutive scheidet sie per Ende August aus, aus dem Kantonsrat, dem sie seit 2011 angehört, per Ende Mai.

Truttmann bleibt vage, was ihre Gründe für den Rücktritt mitten in der Legislatur sind. In der Mitteilung der Gemeinde wird kein Grund genannt, ebenso wenig in jener der kantonalen SP betreffend Kantonsratsmandat. Am deutlichsten spricht die Mitteilung der SP Emmen: «Im Kontext der aktuellen Heraus­forderungen sind Verschleisserscheinungen für mich spürbar. Ich habe mich deshalb entschieden, Platz zu machen, solange die Qualität meiner Arbeit noch stimmt», wird Truttmann zitiert. Auf Anfrage sagt sie: «Ich habe mir immer vorgenommen, nicht so lange zu bleiben, bis man meinen Rücktritt herbeisehnt.» Zudem sei das Gemeinderatsamt kräftezehrender, als viele denken.

«Gehe ohne Groll oder Frust»

Hat dieser Entscheid der Schul- und Kulturdirektorin etwas mit der schwierigen Finanzlage der Gemeinde und ihrer Situation als einzige Linke in einem bürgerlichen Gremium zu tun? «Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Aufschwung der Gemeinde neue Herausforderungen bringt, der finanzpolitische Diskurs hat zugenommen», sagt Truttmann dazu. Klar habe aus ihrer persönlichen Sicht als SP-Frau die öffentliche Hand Aufgaben, die entsprechend alimentiert sein müssen. «Ich habe aber genügend Sparprogramme erlebt und bin im Stande, ökonomische Überlegungen zu machen.» Sie sei dankbar, dass sie als erste Frau diese spannende Aufgabe ausführen durfte. «Ich gehe ohne Groll oder Frust und bin zufrieden mit den 15 Jahren, in denen ich politisch aktiv war.»

Susanne Truttmann wurde 2005 als Einwohnerratsvizepräsidentin in den Gemeinderat gewählt, als Nachfolgerin von Daniel Bühlmann (SVP). Als erste Frau in der Exekutive führte sie von 2005 bis 2012 die Direktion Schule und Sport und seit 2012 die Direktion Schule und Kultur. In ihre Amtszeit fielen die Reorganisation der Schulführungsstrukturen, die Ablösung der Schulpflege durch die Bildungskommission sowie die Ansiedlung der Hochschule Luzern – Design & Kunst in der Viscosi­stadt. Ein wichtiger Meilenstein war für sie auch die Eröffnung der erweiterten und sanierten Schulanlage Gersag im Mai 2013.

SP und Grüne werden wohl kandidieren

Wie geht es nun weiter? Die Ersatzwahl findet am 10. Juni statt. Die SP wird ihren Sitz sicher verteidigen wollen, sagt Präsident Sigisbert Regli. Für ihn selbst komme eine Kandidatur nicht in Frage, aber «es gibt mehrere Kandidaten respektive Kandidatinnen, mit denen wir im Gespräch sind». Die Nominationsversammlung soll möglichst bald stattfinden. Naheliegend für die Nachfolge wäre eine weitere SP-Frau, etwa Fraktionschefin Barbara Fas oder die derzeitige Einwohnerratspräsidentin Judith Suppiger. Beide sagen jedoch auf Anfrage klar, dass sie nicht zu Verfügung stehen. Möglich also, dass einer der männlichen SP-Einwohnerräte kandidiert.

Truttmanns Rücktritt kommt für die anderen Parteien überraschend, wie sie auf Anfrage sagen. Interesse an einer Kandidatur haben die Grünen, die keinen Vertreter im Gemeinderat stellen. «Wir haben fähige Leute und sind gewillt, Verantwortung zu übernehmen», sagt Präsidentin Monique Frey. Allerdings werde man vor einer Nominierung mit der SP Rücksprache nehmen. Die CVP werde im Lauf der kommenden Wochen prüfen, ob sie jemanden nominiert, sagt Präsidentin Marta Eschmann. «Wünschenswert wäre, dass wieder eine Frau im Gemeinderat Einsitz nimmt.» Die SVP will abwarten, wer von der SP nominiert wird. «Meiner Meinung nach sollten alle grossen politischen Parteien im Gemeinderat vertreten sein. Jedoch ist nicht jede Person für die Exekutive wählbar», sagt SVP-Präsident Marco Paternoster. Die FDP wird sich wohl zurückhalten – sie hat bereits zwei Vertreter im Gemeinderat. Im Kantonsrat folgt Melanie Setz (37) auf Susanne Truttmann.

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