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EMMEN: Tramhüsli: Nach der Rettung folgt der Umbau

Vor zwei Jahren ist das Tramhüsli bei der Viscosistadt beinahe abgerissen worden. Nun soll dort bis im Sommer 2018 ein neuer Treffpunkt entstehen. Dafür ist aber noch mehr Geld nötig.
Chiara Stäheli
Mit teils gedecktem Aussenbereich und Boccia-Bahn – so soll das Tramhüsli nach dem Umbau aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

Mit teils gedecktem Aussenbereich und Boccia-Bahn – so soll das Tramhüsli nach dem Umbau aussehen. (Bild: Visualisierung: PD)

Chiara Stäheli

chiara.staeheli@luzernerzeitung.ch

Die Verschiebung des Tramhüslis am Centralplatz in Emmen im Jahr 2015 war spektakulär. Nun folgt der nächste Schritt: Die ehemalige Endstation der Tramlinie zwischen Luzern und Emmenbrücke soll umgebaut und erweitert werden.

Die Stiftung Tramhüsli hat die Erarbeitung eines Nutzungskonzeptes ausgeschrieben und sich im Frühling 2016 für die IG Arbeit entschieden. Nun liegt das detaillierte Konzept vor. «Wir möchten mit dem Tramhüsli einen Treffpunkt für die Öffentlichkeit schaffen und gleichzeitig eine kulturelle Nutzung ermöglichen. Das Konzept der IG Arbeit entspricht genau unseren Vorstellungen» sagt Urs Rudolf, Präsident der Stiftung Tramhüsli.

Hommage an die Gastarbeiter

Geplant ist ein Kiosk, der sowohl eine Vor-Ort-Konsumation als auch ein Take-away-Angebot beinhaltet. «Damit können wir ein breites Publikum ansprechen», sagt Marc Pfister, Geschäftsführer der IG Arbeit. Hinzu kommt ein teils gedeckter Aussenbereich mit Sitzplätzen, einer Boccia-Bahn und einem Platz für kulturelle Veranstaltungen. Die Boccia-Bahn soll an die italienischen, spanischen und portugiesischen Gastarbeiter aus der Zeit der industriellen Hochblüte erinnern. Damals war das Spiel ein Stück Heimat für die Arbeiter, die Mitte des 20. Jahrhunderts in Emmenbrücke tätig waren.

Sämtliche betrieblichen Dienstleistungen werden durch die IG Arbeit ausgeführt. Im Tramhüsli entstehen zehn bis fünfzehn Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen. Sie werden von Fachpersonen betreut und auf den Einstieg in den Arbeitsmarkt vorbereitet. «Die Nachfrage nach geschützten Arbeitsplätzen ist gross. Mit dem Tramhüsli können wir das zweite Projekt ausserhalb der Stadt Luzern starten und die Arbeitsintegration weiter vorantreiben», sagt Pfister. Das erste Projekt – die vor einigen Wochen eröffnete Kantine Nylon 7 – befindet sich übrigens in unmittelbarer Nähe in der Viscosistadt (Ausgabe vom 14. September).

Der geplante Umbau, der auch ein Nebengebäude mit WC-Anlage und einen VBL-Busunterstand beinhaltet, verursacht Kosten in der Höhe von 1,54 Millionen Franken. Die Hälfte davon wurde der Stiftung bereits durch Darlehen in Aussicht gestellt. Der Restbetrag soll durch Spenden gedeckt werden. Dafür lanciert die Stiftung ein Crowdfunding. Während dreier Monate möchte sie rund 120 000 Franken über die Plattform «Funders» der Luzerner Kantonalbank sammeln. «Mit dem Crowdfunding kann die Eigenkapitalquote erhöht und somit die Zukunft des Tramhüslis besser abgesichert werden. Als Dankeschön erhalten alle Spender je nach Höhe der Einzahlung ein Geschenk», sagt Stiftungspräsident Urs Rudolf. Auch die Gemeinde Emmen und der Verein Zukunftsgestaltung unterstützen das Projekt. Für beide Institutionen ist das Tramhüsli ein Sinnbild für den wirtschaftlichen Aufstieg der Gemeinde in der Industriezeit und verdient daher entsprechende Beachtung. Gemeinderätin Susanne Truttmann (SP): «Das neue Stadtzentrum Viscosistadt ist sehr bedeutend für das gesellschaftliche Leben in Emmen. Mit dem Tramhüsli entsteht nun ein Eingangstor und ein Ort der Begegnung gleichermassen, der die Vergangenheit des Gebietes miteinbezieht.»

Mit Letzterem spricht Truttmann insbesondere den Bau an. Architekt Hardi Bisig vom Büro Jäger und Egli plant, das Tramhüsli möglichst nahe an seinen ursprünglichen Zustand aus dem Jahr 1927 heranzuführen. Zudem wird der Aussenbereich mit Pflanzen, Tischen und einem Mergelplatz aufgewertet. Letzterer soll gemeinsam mit einem Raum der Viscosistadt im Nebengebäude für kulturelle Veranstaltungen, Konzerte und Vorträge genutzt werden.

Im Januar sollen die Bauarbeiten beginnen

Da die Baubewilligung bereits vorliegt, plant die Stiftung, Anfang 2018 mit der Realisierung zu starten: «Sobald das gesamte Geld zugesichert ist, werden wir mit dem Bau beginnen. Die Eröffnung ist für den Sommer 2018 vorgesehen», sagt Urs Rudolf.

Dank dem Einsatz der Stiftung ist das Tramhüsli wieder ins Bewusstsein der Emmer Bevölkerung gerückt. Denn vor rund zwei Jahren sollte die ehemalige Tramstation abgerissen werden, um den Ausbau der Kantonsstrasse zu ermöglichen (wir berichteten). «Mit der Spendenaktion und den zahlreichen Gesprächen mit den Behörden konnten wir den Abriss verhindern. Die anschliessende Verschiebung hat nun eine optimale Ausgangslage für die geplante Nutzung geschaffen», sagt Rudolf.

Hinweis

Das Crowdfunding auf der Seite www.funders.ch startet am 16. November und endet Mitte Januar.

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